Airlines weltweit reagieren auf die Coronavirus-Pandemie und streichen Flüge oder verschärfen ihre Hygienemaßnahmen. Das sorgt bei Reisenden zunehmend für Verunsicherung. Wir haben die neuen Regelungen bei den Airlines infolge des Coronavirus für dich im großen Überblick zusammengefasst. 

Lufthansa streicht Flugplan fast komplett zusammen

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hat als eine der ersten Airlines auf die Entwicklungen beim Coronavirus reagiert und den Flugplan nach und nach erheblich reduziert. Alle Airbus-A380-Maschinen bleiben vorerst am Boden. Am Donnerstag zog der DAX-Konzern nun Jahresbilanz und legte dabei auch das Ausmaß der Corona-Krise offen: Insgesamt 700 der 763 Maschinen bleiben derzeit am Boden.

Bis Mitte April starten nur noch fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge. Fernverbindungen gibt es dabei nur noch ab Frankfurt. Die meisten dienen lediglich dazu, gestrandete Urlauber zurück nach Deutschland zu holen. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 3. Mai. In der Zeit starten noch 18 Interkontinentalflüge von Frankfurt aus und 50 tägliche Verbindungen zwischen Deutschland und anderen Städten in Europa. 

Zudem zeigt sich die Airline kulant ihren Kunden gegenüber: Tickets können kostenfrei storniert oder umgebucht werden – auch, wenn es noch kein neues Reisedatum gibt. 

Eurowings bleibt vorerst am Boden

Die Lufthansa-Billigmarke Eurowings lässt ihre Flieger wegen der Corona-Krise erstmal am Boden. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen ab dem 25. März nur noch zehn Prozent der ursprünglich geplanten Flüge tatsächlich starten. Flieger von Germanwings und Eurowings Europa bleiben in diesem Zuge vorübergehend komplett am Boden. Im Großen und Ganzen konzentriert sich die Airline nun auf die Beteiligung an der Rückholaktion für gestrandete Touristen. 

Swiss beantragt Kurzarbeit für Mitarbeiter

Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss hat im Zuge der Corona-Krise Kurzarbeit für den fliegenden Teil der Beschäftigten beantragt. Geschäftsführer Thomas Klühr hat zudem in einem Interview an die Politik appelliert: Das Unternehmen könne nur mit staatlicher Unterstützung weiter bestehen. 

Swiss teilt mit, den Flugbetrieb ab Montag, 23. März, auf ein Minimum zu beschränken. Bis zum 3. Mai wird die Airline nur noch Newark (EWR) als einzige Langstreckendestination anfliegen, sowie ab Zürich hauptsächlich noch die acht folgenden europäische Städte: London (LHR), Amsterdam, Berlin, Hamburg, Brüssel, Dublin, Lissabon und Stockholm.

Austrian Airlines stellt Betrieb vorerst ein

Die österreichische Swiss-Schwester Austrian Airlines hat den Betrieb am Donnerstag, 19. März, vorerst ein. Bis dahin habe die Fluggesellschaft versucht, alle Passagiere nach Hause zu bringen. Zunächst seien alle Flüge bis zum 28. März gestrichen.

Regierung verbietet Passagierflüge von Emirates

Zuerst hat die asiatische Fluggesellschaft Emirates geplant, nahezu alle Flugverbindungen auszusetzen. Daraufhin erreichten die Airline aber zahlreiche Bitten von Kunden und Regierungen, sich an der Rückholung von gestrandeten Passagieren zu beteiligen. Daraufhin teilte der Konzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit, weiterhin insgesamt 13 Länder anzufliegen, darunter auch Großbritannien, Schweiz und die USA.

Das gefiel der Regierung allerdings nicht. Deshalb haben die Vereinigten Arabischen Emirate Passagierflüge für zwei Wochen nun verboten. Neben Emirates ist auch die Airline Etihad von dem Verbot betroffen. Das Flugverbot beginnt am Mittwoch, 25. März. Lediglich einige Ausnahmen soll es geben: Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate dürften ab dem 6. April wieder befördert und aus dem Ausland zurückgeholt werden. 

Thai Airways stellt Flugverkehr nach Europa ein

Thailand hat den Notstand ausgerufen. Und die thailändische Fluggesellschaft Thai Airways zieht Konsequenzen und stellt den Flugverkehr nach Europa vorerst vollständig ein. Das gab die Regierung per Facebook bekannt. Laut dem Statement sollen alle internationalen Flüge vom 1. April bis zum 31. Mai entfallen, außerdem werden alle regionalen Flüge ab dem 25. März ausgesetzt. 

Ryanair streicht fast alle Flugverbindungen

Auch die irische Airline Ryanair reduziert Flüge in betroffene Gebiete stark, setzt etwa alle Flüge nach Italien bis zum 8. April komplett aus und fliegt Spanien derzeit nicht mehr an. In einer Pressemitteilung vom Mittwoch heißt es außerdem, die Airline streicht ab dem 24. März nahezu alle Flüge.

Bereits ab dem 19. März sollen 80 Prozent der Flugverbindungen entfallen. Danach solle es nur noch essentielle Verbindungen geben, etwa zwischen Irland und Großbritannien. 

Ryanair will sich außerdem an der Rückholaktion für gestrandete EU-Bürger beteiligen. Kunden, die von Flugausfällen betroffen sind, sollen sich per Email an den Kundenservice wenden, denn die Telefonleitungen seien konstant überlastet, heißt es in der Pressemitteilung. 

Laudamotion streicht alle Verbindungen

Die österreichische Ryanair-Tochter Laudamotion streicht im Zuge der Ein- und Ausreisebeschränkungen Österreichs teilt mit, dass „aufgrund der raschen Ausbreitung des COVID19 Virus sowie der Ein- und Ausreisebeschränkungen der Regierungen das gesamte Lauda-Flugprogramm bis einschließlich 30. April 2020 eingestellt wird“. Betroffene Passagiere werden per E-Mail über die Flugplanänderung informiert.

Easyjet lässt 100 Flieger am Boden

Die Fluggesellschaft Easyjet hatte zunächst insgesamt 100 Flugzeuge in ganz Europa am Boden gelassen. Nun zieht die Airline aber noch drastischere Konsequenzen aus der Corona-Krise und groundet gleich alle Flieger, wie die Geschäftsführung mitteilte. Demnach werden alle Mitarbeiter für zwei Monate beurlaubt. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen würde, darüber wolle man derzeit keine Aussage treffen. 

Laut einer Mitteilung des Unternehmens würden aber weiterhin Rettungsflüge durchgeführt werden, um Menschen zurück nach Hause zu bringen. Mehr Infos zu den Folgen des Coronavirus für Passagiere gibt Easyjet auf der Website

Air France und Air Malta streichen fast alle Flüge

Auch die Airline Jet2 hat alle Flüge über Frankreich storniert und Flugzeuge aus Spanien zurückgerufen. Die Fluggesellschaft Air France streicht ihren Flugplan in den kommenden Wochen um bis zu 90 Prozent ein, wie der Konzern mitteilt.

Air Malta stellt den Betrieb bis auf Weiteres komplett ein. Die asiatische Fluggesellschaft Vietnam Airlines hat angekündigt, alle internationalen Flüge bis Ende April auszusetzen. Flüge nach Deutschland und Österreich sollen am 24. März das letzte Mal starten. 

United Airlines rechnet mit dramatischen Einbußen

Die US-Airline United fürchtet wegen der Pandemie herbe Umsatzeinbußen im April und Mai. Wie Geschäftsführer Scott Kirby laut einer Pressemitteilung sagte, hoffe er, dass sich die Prognosen nicht bewahrheiteten. Denn diese sagen einen Einbruch voraus, der stärker sei als nach den Terroranschlägen am 11. September 2001.

Allerdings stehen die Zeichen schlecht: Die Fluggesellschaft hat angeküdigt, die Anzahl der Flüge zu halbieren und den gekürzten Flugplan auch im Sommer noch teilweise umzusetzen. Das Geschäft für Airlines habe sich laut Kirby um einiges verschlechtert, man rechne mit 1,5 Milliarden Dollar weniger Umsatz im März im Vergleich zum Vorjahr. 

Norwegian entlässt 90 Prozent der Belegschaft vorerst

Norwegen lässt nur noch Skandinavier ins Land. Das wirkt sich auch auf den Flugbetrieb der nationalen Airline Norwegian aus. Die Fluggesellschaft hat bereits tausende Flüge gestrichen, sorgt derzeit aber gemeinsam mit der norwegischen Regierung dafür, dass benötigte Linienflüge durchgeführt werden können, um gestrandete Urlauber nach Hause bringen zu können, wie das Unternehmen mitteilt. Kunden, die von Ausfällen betroffen sind, werden demnach individuell benachrichtigt.

Am gravierendsten sind die Auswirkungen allerdings für die Belegschaft: Die Airline muss 90 Prozent der Mitarbeiter vorübergehend entlassen. Das sind rund 7300 Menschen, die ihren Job vorerst verlieren. Die Begrenzung soll vorerst bis zum 17. April gültig sein. 

Oman Air pausiert für unbestimmte Zeit

Auch die omanische Airline Oman Air will ihre Flieger ab dem 29. März komplett stilllegen. Wie lange der Flugstopp andauern soll, darüber hat die Fluggesellschaft nocht nichts gesagt. Die Grenze zum Oman ist bereits seit mehreren Tagen dicht, es kommen weder Touristen rein, noch einheimische raus. 

British Airways fährt Kapazität um 75 Prozent runter

Der Eigentümer von Britisch Airways teilte mit, dass er wegen des grassierenden Coronavirus die Flugkapazität seiner Airline in den kommenden beiden Monaten um bis zu 75 Prozent herunterfahren wolle. Zudem bleibe er länger im Amt als ursprünglich geplant, um dem Unternehmen durch die Krise zu helfen. Auch bei British Airways soll es zu Gehaltskürzungen und ausgesetzten Arbeitsverträgen kommen.

Vietnam Airlines setzt Flüge nach Deutschland aus

Die asiatische Airline setzt ab dem 24. März bis Ende April alle Flüge nach Deutschland und Österreich aus. Die letzten Rückflüge nach Vietnam sollen am 25. März in dem Land landen. 

Katar legt Flughafen in Doha weitgehend lahm

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, stellt das Land Katar alle kommerziellen Flüge zum Doha Hamad International Airport (DOH) ab Mittwoch, 18. März 2020, vorerst für 14 Tage ein. Das dürfte vor allem die staatich finanzierte Airline Qatar Airways treffen, da diese nur international fliegt. 

Qantas und Jetstar reduzieren Flugplan im 90 Prozent

Auch Australiens Fluggesellschaft Qantas und die Billig-Tochter Jetstar bekommen die Folgen des Coronavirus zu spüren: Beide Airlines dünnen den Flugplan um insgesamt 90 Prozent aus, 150 Flieger bleiben am Boden. Die Maßnahmen sollen bis Ende Mai gelten. 

Albawings nimmt Deutschland bis Juni auf dem Programm

Die albanische Airline Albawings reagiert auf die aktuelle Situation in Deutschland mit Flugstreichungen. Alle Flüge von und nach Deutschland werden zwischen dem 29. März und dem 7. Juni ausgesetzt, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. 

Polnische und lettische Airlines stellen Betrieb komplett ein

Polen macht die Grenzen dicht und die polnische Fluggesellschaft Lot streicht alle Flüge bis zum 28. März. Lediglich einzelne Charterflüge soll es demnach weiter geben, um polnische Bürger nach Hause zu holen.

Ähnlich steht es um die lettische Fluggesellschaft Air Baltic: Ab Dienstag bleiben alle Flieger am Boden. Am Samstag hatte die lettische Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen. Das beinhaltet auch die Einstellung aller Bus- und Bahnverbindungen sowie des gesamten Flugbetriebes im Land. Das gilt vorerst bis zum 14. April. 

Russland setzt Flüge ins Ausland aus

Die russische Regierung regiert auf die Corona-Pandemie, indem sie Flüge ins Ausland vorerst komplett untersagt. Ab Freitag, dem 27. März, sollen demnach nur noch Flieger in andere Länder starten, um festsitzende Russen nach Hause zu holen. Davon betroffen ist unter anderem die Airline Aeroflot. 

Aufsichtsbehörde lässt jeden Flieger desinfizieren

Die EU-Flugaufsichtsbehörde hat für alle Flüge, die noch starten, die Sicherheitsmaßnahmen deutlich erhöht. So soll nach jedem Flug das gesamte Flugzeug desinfiziert werden, wie das Portal „Airliners“ berichtet. Dabei gehe es vor allem darum, die Passagiere und Besatzung vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Wie es in dem Bericht heißt, sollen in dieser Woche außerdem weitere Leitlinien in Kraft treten, die unter anderem vorschreiben, dass die Passagiere bei einem nicht ausgebuchten Flug im gesamten Flugzeug verteilt werden. Dadurch soll der Abstand gewahrt werden. 

Alitalia verlangt das Tragen von Atemmasken

Die Airline Alitalie verlangt außerdem von allen Passagieren, eine Atemmaske zu tragen. Das gilt allerdings nur bei Flügen, bei denen ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Passagieren nicht einzuhalten ist. Die ohnehin angeschlagene Airline startet derzeit allerdings auch sehr selten. Um sie zu retten, hat Italien sich nun entschieden, sie künftig zu verstaatlichen.