Seit etlichen Wochen stehen die Kreuzfahrtschiffe zahlreicher Reedereien wegen der Corona-Krise still. Die meisten Reedereien hatten zunächst mit einem kurzen Betriebsstopp gerechnet, doch wegen der Ausbreitung der Pandemie ist diese Hoffnung inzwischen vom Tisch. Immer wieder werden die Reisestopps verlängert. 

So haben Aida und Tui Cruises angekündigt, alle Kreuzfahrten bis voraussichtlich Ende Juni 2020 abzusagen. Andere Reedereien streichen sogar noch mehr Reisen. Was Reisende zu den einzelnen Reedereien wissen müssen, zeigt der Überblick:

Aida Cruises cancelt Kreuzfahrten bis Ende Juni

Aida unterbricht die Kreuzfahrt-Saison bis einschließlich 30. Juni, teilte die Reederei am 11. Mai mit. Kunden, deren Reise abgesagt wurde, erhalten demnach eine Gutschrift in Höhe des Reisepreises plus zehn Prozent Bonus, die sie für eine Reise in diesem oder im nächsten Jahr nutzen können.

Tui Cruises streicht alle Kreuzfahrten bis Ende Juni

Auch die Reederei Tui Cruises sagt wegen des Coronavirus zunächst alle Touren bis Ende Juni ab. Davon betroffen sind folglich alle geplanten Reisen mit „Mein Schiff 1“ bis „Mein Schiff 6“ sowie der „Mein Schiff Herz“.

Für abgesagte Reisen erhalten die Gäste entweder eine kostenlose Umbuchung und zehn Prozent Ermäßigung für die gesamte Reise inklusive An- und Abreisepaket (bei Buchung bis 31. Oktober 2020). Wenn eine Umbuchung nicht infrage kommt, werde die Buchung nach dem 31. Mai 2020 automatisch kostenlos storniert.

Zudem können alle Gäste mit Abreise bis 31. August bis spätestens fünf Tage vor Reisestart kostenlos umbuchen.

Carnival Cruise Line verlängert Kreuzfahrt-Stopp bis in den Sommer

Die Reederei Carnival Cruise Line teilt mit: Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie werden alle Kreuzfahrten bis einschließlich 31. Juli abgesagt. Ab dem 1. August soll der Betrieb mit folgenden Schiffen wieder aufgenommen werden:

  • Miami: „Carnival Horizon“, „Carnival Magic“ und „Carnival Sensation“
  • Port Canaveral: „Carnival Breeze“ und „Carnival Elation“ 
  • Galveston: „Carnival Dream“, „Carnival Freedom“ und „Carnival Vista“

Alle weiteren Kreuzfahrten ab nordamerikanischen Häfen werden bis einschließlich 31. August 2020 abgesagt, Reisen mit der „Carnival Spirit“ entfallen sogar bis zum 6. Oktober.

Royal Caribbean: Kreuzfahrten erst wieder ab August

Eigentlich wollte die amerikanische Reederei Royal Caribbean Mitte April wieder in See stechen, dann Mitte Mai. Doch auch daraus wird nichts. Wie das Unternehmen mitteilte, werden erste Kreuzfahrtschiffe der Royal Caribbean voraussichtlich erst am 1. August wieder auslaufen (Stand: 22. Mai).

Damit die verunsicherten Kunden mehr Sicherheit für ihre Urlaubspläne haben, erlaubt die Reederei Stornierungen bis 48 Stunden vor Abreise. Die Regelung greift für bereits getätigte Buchungen sowie für Neubuchungen bis einschließlich 1. August 2020 und gilt für Kreuzfahrten mit Abreisedatum bis einschließlich 30. April 2022.

Costa unterbricht Kreuzfahrt-Saison bis Ende Juni

Die italienische Reederei Costa teilte mit, dass die Pause erneut verlängert wird und alle Kreuzfahrtreisen bis zum 30. Juni 2020 abgesagt sind. Alle betroffenen Kunden werden informiert. Sie erhalten ihre bereits geleistete Zahlung zurück oder können alternativ einen Gutschein mit zusätzlich zehn Prozent des bereits gezahlten Reisepreises erhalten.

Hurtigruten-Expeditionen erst wieder ab Mitte Juni

Die norwegische Reederei Hurtigruten teilte am 11. Mai mit, dass die Kreuzfahrten wie folgt abgesagt sind: Der Betrieb an der norwegischen Küste (Postschiffroute) wird bis zum 15. Juni 2020 ausgesetzt. Somit findet die erste geplante Rundreise ab Bergen am 16. Juni statt. Reisen mit der „Roald Amundsen“ in Nordamerika entfallen im Sommer wegen der Reisebeschränkungen vor Ort. Eine Auflistung aller stornierten Expeditions-Kreuzfahrten hat die Reederei online bereitgestellt. 

Gäste, die wegen der Stilllegung ihren Urlaub vorerst nicht antreten können, bekommen einen Gutschein für die nächste Kreuzfahrt im Wert von 125 Prozent des Buchungsbetrages. Dies gilt nur für stornierte Reisen oder Abreisen vor dem 30. September 2020. Außerdem bekommen sie zusätzlich zehn Prozent Rabatt auf eine weitere Seereise mit Hurtigruten, die sie im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2021 buchen können. Auch diese Buchungen können einmal kostenfrei umgebucht werden.

Hapag-Lloyd Cruises streicht Kreuzfahrten bis Mitte Juli

Die Reederei teilt mit, dass alle Kreuzfahrten von Hapag-Lloyd Cruises mit Reisebeginn bis mindestens Mitte Juli 2020 abgesagt sind.

Ob danach der Betrieb wieder aufgenommen wird, ist noch nicht klar: „Kontinuierlich wägen wir ab, ob wir anstehende Kreuzfahrten wie geplant durchführen. Somit kann es bis auf Weiteres immer wieder – auch kurzfristig – zu Reiseabsagen kommen. Wir bedauern diese Entwicklung und die entstehenden Unannehmlichkeiten für unsere Gäste aufgrund der unveränderbaren äußeren Umstände sehr.“

MSC Cruises sagt Reisen bis Mitte Juli ab

Die Reederei MSC Cruises teilte mit: Alle Touren bis mindestens zum 10. Juli  entfallen. Zuvor war die vorübergehende weltweite Einstellung des operativen Schiffsbetriebs bis zum 30. April und dann bis zum  31. Mai verkündet worden. 

Für abgesagte Kreuzfahrten bietet die Reederei einen Gutschein in Höhe des Kreuzfahrtpreises an, der für alle zukünftigen Abfahrten bis Ende 2021 genutzt werden kann. Zusätzlich erhalten die Passagiere ein Bordguthaben zwischen 100 Euro und 400 Euro (variiert je nach Schiff und Route). Ungenutztes Bordguthaben kann am Ende der Kreuzfahrt ausbezahlt werden.

Reisende mit Kreuzfahrten zwischen dem 11. Juli und dem 30. September 2020 können ihre Reise auf jedes Schiff der Flotte und jedes Reisegebiet bis 31. Dezember 2021 kostenlos umbuchen.

Seabourn: Keine Reisen bis Oktober und November

Seit dem 14. März stehen die Schiffe der Reederei Seabourn still, und zwar bis mindestens zum Oktober. Die „Seabourn Odyssey“ pausiert die Europa-Saison bis 20. November, die „Seabourn Sojourn“ die Alaska-Saison bis 13. Oktober. Die „Seabourn Quest“ fährt bis 6. November nicht nach Kanada, die „Seabourn Encore“ pausiert die Europa-Saison bis 19. Oktober. Für die „Seabourn Ovation“ geht es erst nach dem 6. November wieder nach Europa.

Kunden, die für den angegebenen Zeitraum eigentlich eine Tour mit der Reederei gebucht haben, bekommen 125 Prozent ihres Buchungsbetrages für eine neue Reise bis zum 31. Dezember 2021 gutgeschrieben. Wer sein Geld lieber zurückhaben möchte, bekommt seinen vollen Reisebetrag erstattet.

Croisi Europe sagt Flusskreuzfahrten bis Mitte Juni ab

Die französische Reederei Croisi Europe hat alle Flusskreuzfahrten bis zum 14. Juni abgesagt. Die Informationen auf der Website sind auf dem Stand vom 30. April, weitere Infos liegen dem reisereporter nicht vor. Deutsche Urlauber können ihre gebuchte Tour kostenfrei auf ein anderes Datum im laufenden Jahr verlegen.

Holland America Line cancelt Reisen bis Ende des Jahres

Die holländische Reederei stoppte am 17. März den Betrieb, vorerst für 30 Tage. Doch die Pause wird auch bei Holland America Line verlängert: Alle Alaska-, Europa- und Kanada-Reisen im gesamten Jahr 2020 sind gestrichen. Außerdem wird die „Amsterdam“ nicht zur 79-Tage-Reise aufbrechen, Start wäre der 9. Oktober gewesen.

Die Reisen werden automatisch storniert, wer einen Gutschein in Höhe von 125 Prozent des Reisepreises erhalten möchte, kann ein Formular ausfüllen.

Nicko Cruises sagt Reisen bis Mitte Juni ab

Die Reederei Nicko Cruises sagt alle Kreuzfahrten bis zum 14. Juni ab. Betroffene Kunden bekommen als Entschädigung noch mal zehn Prozent Rabatt auf die neue Buchung und ein Versicherungspaket obendrauf.

Pullmantur Cruises setzt Kreuzfahrten bis Juli aus

Die spanische Reederei Pullmantur Cruises sagt alle geplanten Reisen bis zum 3. Juli ab. Betroffene Kunden werden über ihre individuellen Umbuchungsmöglichkeiten informiert.

Cunard-Kreuzfahrtschiffe gehen bis Ende Juli oder September nicht auf Reise

Die Kreuzfahrtschiffe der Reederei Cunard gehen noch länger nicht mehr auf Reise. Kreuzfahrten mit der „Queen Mary 2“ und der „Queen Victoria“ sind bis einschließlich 31. Juli abgesagt, Reisen mit der „Queen Elizabeth“ sogar bis 8. September 2020. Die Konsequenz: Die Alaska-Saison 2020 fällt aus.

Alle betroffenen Gäste werden von Cunard kontaktiert und erhalten automatisch ein Guthaben für eine zukünftige Reise (Future Cruise Credit) über 125 Prozent des bereits geleisteten Reisepreises der betroffenen Cunard-Buchung. Dieses kann für eine neue Buchung verwendet werden, die vor dem 31. Dezember 2021 getätigt wird, mit einem Reisebeginn bis zum 31. März 2022. Wer keine Gutschrift will, sondern eine Rückzahlung, der muss ein Online-Formular ausfüllen.

A-Rosa setzt Flusskreuzfahrten auf Donau, Rhône und Seine aus

Auch die Reedereien für Flusskreuzfahrten spüren die Einschränkungen der Coronavirus-Pandemie. A-Rosa sagt alle Flusskreuzfahrten auf Rhône und Seine bis mindestens einschließlich 28. Mai ab. 

A-Rosa werde betroffene Kunden beziehungsweise deren Reisebüros nach und nach kontaktieren. Die Gäste können gebührenfrei auf eine andere Reise in der Saison 2020 oder 2021 umbuchen und erhalten ein Bordguthaben in Höhe von 50 Euro pro Person geschenkt sowie eine Sonder-Ermäßigung in Höhe von 30 Prozent für eine zukünftige A-Rosa-Kreuzfahrt.

Norwegian Cruise sagt alle Touren bis Ende Juli ab

Die Norwegian Cruise Line sagt wegen der Corona-Pandemie alle Kreuzfahrten bis Ende Juli ab. Die betroffenen Kunden würden individuell über ihre Optionen informiert werden. 

Betroffene erhalten automatisch einen Gutschein für künftige Kreuzfahrten in Höhe von 125 oder 150 Prozent des gezahlten Reisepreises, den sie für eine beliebige Kreuzfahrt mit Norwegian Cruise Line zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Dezember 2022 einlösen können.

Gäste, die keinen Gutschein wollen, können über ein Formular 90 Tage nach Antragstellung eine etwas geringere Kostenrückerstattung erhalten. Es gelten folgende Fristen:

  • 27. April 2020 bei stornierten Kreuzfahrten mit einem geplanten Tag der Einschiffung bis zum 14. Mai 2020
  • zwischen dem 7. und dem 13. Mai 2020 bei stornierten Kreuzfahrten mit einem geplanten Tag der Einschiffung ab dem 15. Mai 2020

Viking Cruises cancelt Kreuzfahrten bis Ende Juni

Viking Cruises streicht alle Kreuzfahrten angesichts der aktuellen Coronavirus-Epidemie. Die mehr als 70 Flusskreuzfahrtschiffe und die sechs Ozeankreuzer werden lange nicht mehr ablegen: Alle Kreuzfahrten, die zwischen dem 12. März und dem 30. Juni 2020 hätten starten sollen, fallen aus.

Das betrifft Flusskreuzfahrten in Europa, Russland, Asien und Ägypten sowie Kreuzfahrten auf der Ostsee, in Nord- und Südamerika, Asien, der Karibik und auf dem Mittelmeer.

Am 1. Juli 2020 will die Reederei den Kreuzfahrtbetrieb voraussichtlich wieder aufnehmen. Normalerweise reisen jährlich rund 500.000 Gäste auf den Kreuzfahrtschiffen der Viking-Flotte. „Als ein privates Unternehmen mit starken Finanzen müssen wir uns keine Sorgen um Quartal-Gewinnerwartungen machen. Diese Flexibilität ermöglicht es uns, das zu tun, was am besten für unsere Kunden und Mitarbeiter ist, genau wie wir es immer getan haben.“

Princess Cruises streicht alle Kreuzfahrten bis Ende Juni

Die Reederei teilt mit: Princess Cruises wird den weltweiten Betrieb seiner 18 Kreuzfahrtschiffe noch länger unterbrechen. Betroffen sind viele Reisen bis zum Ende des Sommers. Konkret fallen aus:

  • alle Alaska-Kreuzfahrten mit „Emerald Princess“ und „Ruby Princess“
  • alle Europa- und Transatlantik-Kreuzfahrten mit „Enchanted Princess“, „Regal Princess“, „Sky Princess“, „Crown Princess“ und „Island Princess“
  • Karibik-Abreisen und Reisen nach Kanada mit „Caribbean Princess“ und „Sky Princess“
  • Kreuzfahrten mit Abfahrt in Japan mit „Diamond Princess“ vom Sommer bis in den Herbst 2020
  • Australien-Abfahrten mit „Sapphire Princess“ und „Sea Princess“ bis einschließlich August
  • Juli-Kreuzfahrten ab Taiwan mit „Majestic Princess“
  • Herbstkreuzfahrten nach Hawaii und Französisch-Polynesien mit „Pacific Princess“ bis einschließlich November

Disney Cruise Line sagt Abfahrten bis Ende Juli ab

Bis mindestens Ende Juli werden keine Disney-Kreuzfahrten mehr starten. Das gab das Unternehmen bekannt.