Stellen Kreuzfahrten in Zeiten des Coronavirus ein Gesundheitsrisiko dar? Diese Frage stellen sich aktuell viele, die für die nahe Zukunft eine Reise mit einem Kreuzfahrtschiff gebucht haben. Das US-Außenministerium warnt tatsächlich vor Kreuzfahrten, insbesondere Menschen mit gesundheitlichen Problemen sollten nicht mit Kreuzfahrtschiffen reisen. Das berichtet das „Handelsblatt“.

Auch in Deutschland fragen sich nun, da Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern ausfallen, viele Urlauber, ob Ähnliches auch auf Kreuzfahrten anwendbar sei. Die Reedereien geben diesbezüglich derzeit Entwarnung. „Bei Kreuzfahrten handelt es sich nicht um Massenveranstaltungen, Kreuzfahrten sind eine Reiseform“, schreibt etwa Tui Cruises.

Passagiere müssen vor Reiseantritt einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, und die Hygienemaßnahmen an Bord wurden verschärft. „Auf diese Weise können sich Schiffe vergleichsweise gut vor äußeren Einflüssen schützen.“

Erste Reedereien sagen Kreuzfahrten ab

Doch die Liste der Länder, die keine Kreuzfahrtschiffe mehr anlegen lassen, wird immer länger. Zahlreiche Reedereien ziehen daraus die Konsequenzen: Als erste Reederei kündigte am Mittwoch Viking Cruises an, dass vorerst alle Kreuzfahrten annulliert sind. Am Freitag zog Aida nach und sagte ebenfalls alle Kreuzfahrten bis Anfang April ab.

Einige Reedereien bieten kostenlose Umbuchungen an

Mit Sea Cloud Cruises bot die erste Reederei kostenlose Stornierungen für Kunden an. Reisende, die bis zum 31. Mai 2020 eine Kreuzfahrt für das Jahr 2020 gebucht haben, können diese bis einen Monat vor Reisebeginn kostenfrei stornieren. Das gelte aber nur, wenn das Coronavirus dann noch Grund zur Sorge gebe, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. 

Royal Caribbean: Kreuzfahrten bis 31. Juli können storniert werden

Royal Caribbean ermöglicht kostenlose Stornierungen für alle Kreuzfahrten bis zum 31. Juli 2020. Und zwar unabhängig davon, ob die Reise bereits gebucht ist oder neu gebucht wird. Kunden können bis zu 48 Stunden vor Abreise stornieren, dafür bekommen sie eine Gutschrift über den Reisepreis, mit der sie eine neue Kreuzfahrt mit Abreisedatum bis einschließlich 31. Dezember 2021 buchen können. 

Cunard: Kostenlose Stornierung gegen Gutschrift des Reisepreises

Alle Gäste, die eine Cunard-Kreuzfahrt mit Abreise bis zum 31. August gebucht haben, können diese bis zu 48 Stunden vor Abreise stornieren. „Bei Stornierung ihrer Reise erhalten Gäste eine Gutschrift für zukünftige Kreuzfahrten (Future Cruise Credit) in Höhe der Stornierungsgebühren“, teilt das Unternehmen mit. Die Gutschrift kann für eine Reise bis Ende März 2022 eingelöst werden (Buchung bis 31. Dezember 2021).

Der Future Cruise Credit könne nicht erstattet, aber auf mehrere Reisen verteilt werden. Gäste, die nach dem August 2020 reisen, können vor der Zahlung des restlichen Reisepreises ihre Buchung kostenlos umbuchen. Die Reederei Cunard, die wie Aida und Costa zur Carnival plc gehört, betreibt die Schiffe „Queen Mary 2“, „Queen Elizabeth“ und „Queen Victoria“. 

Wie sieht es mit den Kreuzfahrtriesen Aida und Tui Cruises aus? Der reisereporter gibt Aufschluss: 

Tui Cruises: Kostenlose Umbuchung für Abfahrten bis Ende März

Wer bei Tui Cruises eine Reise mit Abreisedatum bis 31. März 2020 gebucht hat, kann diese kostenlos umbuchen. Darüber informiert die Reedereie am Samstagmittag (14. März 2020). Betroffene Kunden sollen diesbezüglich ihr Reisebüro kontaktieren. 

Wie es mit Kreuzfahrten ab April weitergeht, ist derzeit noch unklar. „Alle darauffolgenden Reisen werden aktuell geprüft. Sobald wir hier weitere Informationen haben, werden wir diese an unsere Gäste und Reisebüropartner kommunizieren“, so das Unternehmen

Passagiere, die in den letzten 14 Tagen (Aida) beziehungsweise 30 Tagen (Tui Cruises) vor Reisebeginn 

  • sich in China, Hongkong, Macau, Taiwan, Südkorea, Iran oder Italien aufgehalten haben (inklusive Flughafentransit); bei Tui Cruises auch Singapur und Japan,
  • (engen) Kontakt mit Personen hatten, die sich in den genannten Ländern kürzlich aufgehalten haben,
  • unter Quarantäne standen und/oder deswegen vom Dienst freigestellt waren,
  • Kontakt zu Personen hatten, bei denen das Coronavirus vermutet beziehungsweise bestätigt wurde,

können derzeit nicht an Bord. Darüber informieren sowohl Aida Cruises als auch Tui Cruises. Bei Aida gelten diese Maßnahmen vorerst für alle Abfahrten bis einschließlich 30. April 2020, bei Tui Cruises sind sie „bis auf Weiteres“ in Kraft. Bislang gab es nach Angaben der Reedereien weder an Bord eines Aida-Schiffes noch bei der „Mein Schiff“-Flotte einen bestätigten Fall des Coronavirus.