Die Urlauber des Hotels H10 Costa Adeje-Palace haben sich ihren Urlaub im Süden von Teneriffa bestimmt anders vorgestellt: Statt die Schönheit der Insel zu genießen, saßen mehr als 700 Gäste wochenlang im Hotel fest.

Grund dafür war ein Urlauber aus Italien, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Später kamen weitere Fälle dazu. Insgesamt seien laut der Nachrichtenseite „La Voz de Lanzarote“ sechs italienische Touristen aus derselben Reisegruppe und ein britischer Tourist, der das Hotel bereits wieder verlassen hatte, positiv auf das Virus getestet worden.

Die Regierung der Kanarischen Insel hatte am 24. Februar alle Hotelgäste für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Seit Mitternacht ist diese nun beendet, die Hotelgäste verließen am Dienstagmorgen nach und nach das Hotel.

Quarantäne für Hotel auf Teneriffa durch Gesundheitsbehörde aufgehoben

Die spanischen Gesundheitsbehörden haben die Einschränkungen im Vier-Sterne-Hotel in Santa Cruz aufgehoben. Dies sei auch mit einem Gerichtsbeschluss bestätigt, berichten lokale Medien. Urlauber, die sich im Hotel befanden, hätten unter Applaus der Hotelmitarbeiter ihre Abreise angetreten. Wie die „Tagesschau“ berichtet, sollen darunter auch mehr als 200 deutsche Urlauber sein. Sie können nun ihr ihr Heimatland zurückkehren, heißt es.

Gäste durften das Hotel nicht verlassen

Das Vier-Sterne-Hotel der Kette H10 verfügt über knapp 500 Zimmer, vier Swimmingpools, Restaurants, einen Spa-Bereich und ein Fitnessstudio. Während der Quarantäne berichteten Gäste davon, dass sie hauptsächlich auf ihren Zimmern bleiben mussten. „Wir haben keine anderen Informationen erhalten als ein Stück Papier, das unter der Tür hindurchgeschoben wurde“, sagte ein Urlauber aus Großbritannien gegenüber dem Sender „Sky“. Einige Videoaufnahmen zeigten Gäste allerdings außerhalb ihrer Zimmer. 

Einige Länder hatten schon während der Quarantäne entschieden, ihre Landsleute auszufliegen. Darunter Großbritannien, Finnland und Österreich. Einige deutsche Urlauber fühlten sich diesbezüglich von der Bundesregierung alleingelassen, sagte ein Betroffener gegenüber der „Tagesschau“. Das Erlebnis habe aber auch gute Seiten gehabt: Die Urlauber erlebten untereinander ein großes Gemeinschaftsgefühl. „Ich sehe es als eine große Familie.“