Das Robert-Koch-Institut hat ganz Italien zum Risikogebiet erklärt, der Ministerpräsident Giuseppe Conte hat das Land zur „roten Zone“ erklärt und das Auswärtige Amt rät von nicht erforderlichen Reisen ab: Bezüglich der Coronavirus-Lage in Italien überschlagen sich am Montagabend und Dienstag die Ereignisse.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle ist auf mehr als 9.100 angestiegen, mehr als 460 Menschen in Italien sind infolge der Erkrankung bislang gestorben. Das zeigen die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (Stand: 10. März 2020).

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Bewegungsfreiheit in ganz Italien eingeschränkt

Nachdem zunächst nur einzelne Orte, später ganze Regionen und Provinzen abgeriegelt wurden, weitete Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte die Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit nun auf das gesamte Land aus. „In ganz Italien sollen nicht notwendige Fortbewegungen vermieden werden, mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Kontrollen ist landesweit zu rechnen“, heißt es auf der Seite des Auswärtigen Amtes. Die Maßnahmen sollen zunächst bis zum 3. April 2020 gelten. 

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Die Ausreise nach Deutschland sei weiterhin möglich. Aber: Reisende müssen mit Kontrollen und Nachfragen von Sicherheits- und Ordnungskräften rechnen. „Eine Selbsterklärung über die Notwendigkeit der Fahrt muss ausgefüllt und mitgeführt werden.“

Als Reaktion auf die Maßnahmen in Italien leitet nun auch Österreich weitere Schritte gegen die Ausbreitung des Coronavirus im eigenen Land ein. Die Regierung erklärte in einer Pressekonferenz am Dienstag, dass Reisende aus Österreich, die sich derzeit in Italien befinden, zurückgeholt werden sollen. 

Österreich verhängt Einreisestopp aus Italien und kontrolliert Grenzübergänge

Einreisen aus Italien werden weitestgehend gestoppt, Ausnahmen gebe es nur mit einem ärztlichen Attest. Das Land will die Grenzkontrollen verstärken und Durchreisen beispielsweise nach Deutschland nur erlauben, wenn kein Stopp in Österreich gemacht wird. Das sagte der Bundesminister für Inneres, Karl Nehammer. Die ersten Grenzkontrollen am Brenner seien bereits gestartet, berichtet „Der Standard“. Unter den kontrollierten Autofahrern seien hauptsächlich deutsche Urlauber, die ihren Urlaub in Südtirol vorzeitig abgebrochen hätten. 

Wer als Verdachtsfall eingestuft werde, dürfe nicht einreisen und müsse näher untersucht werden. Unklar ist bislang, wie lange die angehaltenen Personen dort bleiben müssen. 

Als weiteres Risikogebiet hat das Robert-Koch-Institut am Dienstagmittag neben Italien außerdem den Iran hinzugefügt. Dort gibt es der Weltgesundheitsorganisation zufolge bislang mehr als 7.160 bestätigte Fälle.