Mit dem Frühling beginnt eine Art Aufbruchsstimmung: Die Tage werden länger, die Blumen beginnen zu blühen, und auch die Tierwelt erwacht aus ihrem Winterschlaf.

Bereits seit Jahrtausenden feiern die Menschen diesen Neubeginn und pilgern dazu zu antiken Sehenswürdigkeiten. Wir verraten dir, welche dieser Stätten im Frühling und besonders zur Tagundnachtgleiche am 20. März noch schöner sind. 

1. Das Spektakel der Pyramide des Kukulcán

Die Pyramide des Kukulcán ist ein gewaltiges Maya-Meisterwerk, das sich über dem Gelände von Chichén Itzá im Yucatán-Dschungel in Mexiko erhebt. Zur Tagundnachtgleiche – wenn Tag und Nacht etwa gleich lang sind – können Reisende dort ein einmaliges Spektakel beobachten. 

Zur Tagundnachtgleiche schlängelt sich der gefiederte Schlangengott Kukulkan die Pyramide herunter.

An diesen Tagen schlängelt sich jeweils im Frühling und im Herbst der Schatten von Kukulcán, dem Gott der gefiederten Schlange, die Treppe der Pyramide hinunter. Das Phänomen können Besucher in diesem Jahr am 20. März und am 22. September beobachten. 

2. Das Stonehenge-Innere wird für Besucher geöffnet

Das Innere des in der Jungsteinzeit errichteten Stonehenge in England ist für Besucher nur viermal pro Jahr zugänglich. Einer dieser Tage ist die Tagundnachtgleiche. Verschiedene religiöse Vertreter versammeln sich dann in den frühen Morgenstunden, um die Frühlingssonne willkommen zu heißen. 

Die Steine von Stonehenge sind ein beliebtes Reiseziel.

Zu jedem anderen Zeitpunkt kannst du die Steinkreise in einem Abstand von etwa 80 Metern umkreisen. Nähere Details haben wir dir in unserer großen Stonehenge-Übersicht zusammengestellt.

3. Intihuatana-Stein in Machu Picchu wirft keinen Schatten

Die beliebte Inka-Ruinenstadt Machu Picchu lässt Touristen regelmäßig staunen. Denn: Sie wurde aus riesigen Steinblöcken ohne Mörtel erbaut. Der rituelle Intihuatana-Stein, der womöglich zur Zeitbestimmung verwendet wurde, ist so präzise geschnitzt, dass er mittags während der Tagundnachtgleiche keinen Schatten wirft.

Machu Picchu in Peru ist eine äußerst beliebte Touristenattraktion.

Experten vermuten, dass Priester dort mithilfe einer Zeremonieschnur symbolisch die Sonne stoppten, um so eine gute Ernte zu gewährleisten. Doch auch die Wissenschaftler haben noch nicht alle Geheimnisse der 216 Steinbauten entschlüsselt. 

Mittlerweile sind die Ruinen nicht nur für Wanderer zugänglich, sondern auch Rollstulfahrer können an Machu-Picchu-Touren teilnehmen. 

4. Casa Rinconada: Hier scheint die Sonne durch zwei Türen

Der Chaco Canyon National Historical Park in New Mexico beherbergt eine Sammlung massiver Strukturen aus dem Jahr 850 nach Christus, die als religiöses und staatliches Zentrum der indianischen Pueblo-Kultur gelten. Experten haben festgestellt, das mehrere Gebäude astromonische Ereignisse markieren. 

Im Chaco Canyon in Mexiko steht die Casa Rinconada. Zur Tagundnachtgleiche scheint die Sonne dort perfekt durch zwei Türen.

So scheint zur Tagundnachtgleiche in der Casa Rinconada die Sonne genau durch zwei Türen auf eine Niesche in der Wand. Zu diesem Ereignis führt ein Ranger in den frühen Morgenstunden Besucher in die Casa Rinconada.

5. Die Sonne blitzt am Angkor-Wat-Tempel auf

Die Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha gehören zu den spektakulärsten alten Bauwerken der Welt. Mehr als zwei Millionen Touristen pilgern jährlich zu dem 420 Hektar großen Komplex, um hübsche Fotos und Selfies zu schießen.

Ein besonders beliebtes Motiv ist, wenn die Sonne an der Spitze des Angkor-Wat-Tempels steht.

Das perfekte Angkor-Wat-Motiv können Besucher allerdings während der Tagundnachtgleiche im Frühling knipsen. Und zwar, wenn in den frühen Morgenstunden die Sonne aufgeht und dann direkt an der Spitze des 65 Meter hohen Mittelturms steht. Mit diesen zehn Tipps kannst du dich auf deinen Besuch in Angkor Wat vorbereiten.

6. Morgensonne scheint auf Schrein im Mnajdra-Tempel

Der 3600 vor Christus gebaute Mnajdra-Tempel liegt an der Südwestküste Maltas. Durch die Ausrichtung des Eingangsbereichs nach Südosten fällt sowohl bei der Tagundnachtgleiche im Frühling als auch im Herbst, die Morgensonne durch den Haupteingang entlang des Geländes auf einen Schrein. 

Wer die Tempelstätte besuchen will, hat immer montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr die Gelegenheit dazu.

Der Tempel Mnajdra in Malta wurde um 3600 vor Christus erbaut.

7. Tagundnachtgleiche bei der Pyramide von Teotihuacán

Die Sonnenpyramide von Teotihuacán befindet sich rund 40 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt. Seit 1987 gehört Teotihuacán zum Unesco-Weltkulturerbe. 

Jährlich feiern dort Tausende Sonnenanbeter die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche. Weiß gekleidet, wandern sie die 360 Stufen der Pyramide hinauf, um mit den Sonnenstrahlen Energie für das kommende Jahr aufzusaugen.

Pyramide in Teotihuacán in Mexiko.

8. Steinkreise werfen Schatten in einer Reihe in Portugal

Der Cromlech von Dos Almendres in Portugal besteht aus zwei Steinkreisen, die aus mehr als 90 Granitblöcken bestehen. Da die Stätte etwa 6000 vor Christus erbaut wurde, ist sie um Tausende Jahre älter als Stonehenge. 

Am Morgen der Tagundnachtgleiche soll die Sonne entlang der Achse des Denkmals aufgehen, wodurch die Schatten der Steine eine Reihe bilden. Auch unabhängig von diesem Ereignis können die Steinkreise kostenlos zu jeder Tageszeit besichtigt werden. 

Der Steinkreis Cromlech von Dos Almendres in Portugal ist älter als Stonehenge.