Flugangst ist relativ weit verbreitet, dabei ist ein Flugzeugabsturz recht unwahrscheinlich. Die meisten Unglücke passieren statistisch gesehen beim Start und bei der Landung – umso erstaunlicher ist es, dass einige Piloten täglich die gefährlichsten Landebahnen der Welt anfliegen, ohne jegliche Folgen. Der reisereporter zeigt, welche Flughäfen eine echte Herausforderung sind:

1. In Sint Maarten fliegen Flugzeuge über einen Badestrand

Eine der wohl bekanntesten und gefährlichsten Landebahnen, wenn auch nicht für die Passagiere selbst, gibt es in der Karibik. Am Strand Maho Beach auf Sint Maarten fliegen täglich Flugzeuge nur wenige Meter an den Köpfen von Badeurlaubern vorbei. Denn: Die Landebahn des Flughafens Princess Juliana International Airport befindet sich direkt neben dem Strand.

Touristen beobachten und fotografieren ein Flugzeug im Landeanflug über dem Maho Beach.

Touristen aus aller Welt wollen dieses Spektakel hautnah erleben und dabei ein paar Selfies schießen. Ein Paar aus Kiew verführte dies zu einem waghalsigen Stunt, für den es einen Shitstorm erntete.

Denn: Ungefährlich ist das Ganze nicht. Die Triebwerke der Flugzeuge können Steine aufwirbeln, die zu schweren Verletzungen führen können. Der Turbinenwind dort hat auch bereits Menschenleben gekostet.

2. Eine Hauptstraße führt durch die Landebahn in Gibraltar

Am Flughafen Gibraltar International Airport geht es zu wie an einem Bahnübergang: Dort kreuzt eine Hauptstraße die Landebahn, und zwar die einzige Verbindung zwischen Spanien und dem Zwergstaat. Solange kein Flugzeug in Sicht ist, fahren unzählige Autos darüber.

Doch will eine Maschine starten oder landen, müssen die Autos hinter einer Schranke stehen bleiben und warten. Danach fließt der Verkehr normal weiter. Diese Lösung wurde aufgrund von Platzmangel umgesetzt, denn der gesamte Staat ist nur 6,7 Quadratkilometer groß.

Über die Landebahn des Flughafens in Gibralter fahren Autos. Erst wenn ein Flugzeug abhebt, müssen die Autos vor einer Schranke warten.

3. In Bhutan können Flieger nur bei gutem Wetter landen

Auf dem Flughafen des kleinen südasiatischen Staates Bhutan können Flugzeuge nur bei gutem Wetter starten und landen. Der Grund: Die Landebahn des Paro Airport ist in einer Höhe von 2.236 Metern in einem tiefen Tal gelegen, das von steilen Gipfeln umgeben wird. Eine Landung ist derart kompliziert, dass nur sehr wenige Piloten dafür qualifiziert sind.

Der Flughafen Paro Airport in Bhutan.

Bis vor rund 30 Jahren war die Landebahn zudem nur 1.400 Meter lang, dann wurde sie auf 1964 Meter verlängert. Wer nach Bhutan fliegt, kommt aber an dem Airport nicht vorbei – er ist der einzige Flughafen dort.

4. Die Landebahn auf der Insel Saba ist nur 400 Meter lang

Wer auf der Landebahn der Insel Saba landen will, braucht eine Sondergenehmigung der niederländischen Flugaufsichtsbehörde. Denn: Die Bahn ist nur 400 Meter lang. Davor und dahinter fallen Klippen steil ab. 

Der Flughafen der Insel Saba.

Initiator für den Bau des Flughafens war im Jahr 1959 der damalige Bürgermeister der Insel Saint-Barthélemy. In einem spektakulären Manöver landete er auf Saba auf einer provisorischen Piste. Daraufhin wurde der Flughafen Juancho E. Yrausquin Airport gebaut. 

5. Nur diese Landebahn in Nepal führt zum Mount Everest

Wer den Mount Everst besteigen will, kommt um den Flughafen Tenzing-Hillary Airport in Nepal nicht herum. Vor einem Aufstieg müssen die Bergsteiger eine Landung auf der 527 Meter langen Bahn überstehen.

Und diese befindet sich direkt auf einem Hang mit einer Neigung von zwölf Prozent, wodurch eine Landung erschwert wird. Außerdem geht es am Ende der Bahn 600 Meter in die Tiefe.

Der Flughafen Lukla in Nepal: Eine kurze Start-und-Lande-Bahn, dahinter ein steiler Abgrund.

Fun-Fact am Rande: Der Flughafen wurde nach Tenzing Norgay und Edmund Hillary benannt. Sie bestiegen 1953 als erste Menschen den Mount Everest.

6. Landebahn in Frankreich hat Steigung von 18,66 Prozent

Der Ort Courchevel in Frankreich ist für so einiges bekannt: Er ist ein Wintersportgebiet mit atemberaubendem Ausblick auf die französischen Alpen, zwei James-Bond-Filme wurden dort gedreht und die Landebahn des Flugplatzes hat eine Steigung von 18,66 Prozent. Piloten müssen daher eine spezielle Landetechnik anwenden. 

Der Flughafen in Courchevel.

Um auf dem Flugplatz Altiport de Courchevel zu landen, brauchen sie eine spezielle Erlaubnis. Außerdem ist auch diese Landebahn nur 537 Meter lang.