Zugegeben, unumstritten ist das Konzept der CO2-Kompensation nicht. Viele bemängeln, dass beim Fliegen trotzdem noch Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen werden und die Reisenden durch die Ausgleichszahlungen lediglich ihr Gewissen reinkaufen.

Solange klimaneutrales Fliegen aber noch ein Ziel in weiter Ferne bleibt, ist die CO2-Kompensation aber immerhin ein kleiner Beitrag dazu, die Auswirkungen von (nicht vermeidbaren) Flugreisen durch Spenden an Klimaschutzprojekte zu minimieren. Doch was genau unterstützt du mit dieser Spende? 

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Bäume pflanzen für den Klimaschutz

Zwei Apps zur Flugbuchung, „Hopper“ und „App in the Air“, versprechen nun, pro gebuchtem Flug Bäume zu pflanzen. „Hopper“ spricht von zwei bis vier Bäumen je Buchung, Bayram Annakov, Gründer und CEO von „App in the Air“, teilte mit, dass die Nutzer seiner App in den letzten Monaten des vergangenen Jahres mit ihren Buchungen mehr als 10.000 Bäume gepflanzt hätten.

„Auch umweltbewusste Menschen müssen manchmal reisen“, schreibt Diana Chaplin der Partnerorganisation „One Tree Planted“ in einem Statement zu der Koopereation mit „App in the Air“. Bayram Annakov sieht die Initiative als eine „nahtlose Möglichkeit für App-Nutzer, anzufangen, sich über die Auswirkungen ihrer Flüge Gedanken zu machen“. Das berichtet das Magazin „Travel + Leisure“.

Berliner Start-up kompensiert seit 2016 Flüge und Autofahrten durch Aufforstung

Mit der deutschen App „CO2mpensio“ kannst du neben deinen Flügen auch deine Autofahrten kompensieren. Gib dort einfach deine geflogenen Stunden oder gefahrenen Kilometer ein. Die App berechnet den dabei entstandenen CO2-Ausstoß und berechnet, wie viele Bäume dafür gepflanzt werden müssen und wie viel du dafür zahlen müsstest. Diese Summe kannst du spenden, das Geld fließt nach Angaben des Unternehmens zu 100 Prozent in die Aufforstung einer Brachfläche in Äthiopien. Die App gibt es übrigens schon seit Juni 2016!

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Eine weitere App, mit der Fluggäste den CO2-Ausstoß ihrer Reise kompensieren können, ist „FlyGreen“. Sie vergleicht Flugangebote von verschiedenen Seiten und sucht dir das beste raus. Buchst du über die App, geht ein Teil der Kosten direkt an das Klimaprojekt, das Solaranlagen in Indien fördert. Du zahlst dafür nichts extra.

CO2-Kompensation von Flügen fließt in erneuerbare Energien

Hierzulande ist vor allem die Nichtregierungsorganisation Atmosfair als Anbieter für freiwillige CO2-Kompensationen von Flügen und anderen Reisen bekannt. Die Organisation schneidet in einem Vergleich der Stiftung Warentest von 2018 am besten ab. Dabei wurden die Qualität der Kompensation, Transparenz und Leitung und Kontrolle jeweils mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet.

Um die Emissionen von beispielsweise Flugreisen auszugleichen, pflanzt Atmosfair allerdings keine Bäume. Stattdessen setzt die Organisation ähnlich wie „FlyGreen“ auf die Förderung von erneuerbaren Energien. „MyClimate“, mit dem unter anderem die Lufthansa zusammenarbeitet, steckt den Erlös aus den Kompensationen nicht nur in Umwelt-, sondern auch in Sozial- und Bildungsprojekte.

Übrigens kompensieren mittlerweile immer mehr Airlines alle Flüge freiwillig, ohne dass du als Kunde draufzahlen musst. Darunter Easyjet, Tui (in Skandinavien) sowie Air France (auf Inlandsflügen).

Die beste Lösung, um CO2 zu sparen, bleibt aber, auf Flüge so weit es geht zu verzichten. Ist das nicht möglich, solltest du zumindest die Zahl deiner Flugreisen reduzieren und nach Möglichkeit zum Beispiel auf Bus und Bahn umsteigen. Erst als letzte Option kommt die Kompensation ins Spiel. Denn durch die Kompensationskosten kannst du zumindest einen kleinen Beitrag dafür zahlen, an anderen Enden CO2 einzusparen.