Das Geschäft mit Jagd-Safaris boomt – und sorgt gleichzeitig für viel Kritik. Touristen, die in Afrika Jagd auf seltene oder bedrohte Tierarten machen, sorgen immer wieder für negative Schlagzeilen. Beim sogenannten „Trophee Hunting“ (zu deutsch: Trophäenjagd) geht es einzig und allein darum, Tiere zu töten. Nach dem Abschuss der Tiere posieren die Jäger oft noch für ein Foto neben den erlegten Wildtieren.

Das Geschäft mit der Safari-Jagd boomt – und die Veranstalter wollen es jetzt noch weiter ausbauen: Ein neues Angebot richtet sich speziell an Familien. Wie der „Daily Star“ berichtet, locken einige Unternehmen mit Angeboten, bei denen Kinder unter zehn Jahren kostenlos an den Jagd-Safaris teilnehmen können. Andere Anbieter bieten Preisnachlässe für Familien an. Das „familienfreundliche Jagen“, so bewerben es die Veranstalter, sei bereits für Kinder ab vier Jahren möglich.

Aktuelle Deals

Tiere sollen anschließend in den Kinderzimmern hängen

Neben dem Abschuss ist bei den Angeboten auch das Präparieren der Tiere enthalten, so könnten diese später als Trophäen in den Kinderzimmern aufgehängt werden.

Außerdem wird die Jagd filmisch begleitet. In einem 45-minütigen Video ist zum Beispiel zu sehen, wie zwei junge Kinder verschiedene Wildtiere erlegen.

Ein anderer Anbieter bietet ein Kombi-Paket an, bei dem Teilnehmer Tiere der „großen fünf“ erlegen dürfen. Dazu zählen Elefant, Löwe, Nashorn und Kapbüffel. Im Internet gibt es verschiedene Jagd-Veranstalter, die mit Kindern neben toten Wildtieren für ihre Safaris werben:

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Comedian und Tierschützer kritisieren die Aktionen scharf

Die Buchung von Wildtiersafaris ist aber kein rein amerikanisches Phänomen. Erst kürzlich wurden auf einer Messe in Salzburg Jagd-Safaris angeboten.

Der Österreichische Tierschutzverein verurteilt die Angebote aufs Schärfste. „Dutzende Anbieter werben für den Abschuss von Elefanten, Löwen, Giraffen und Leoparden! Dabei handelt es sich um stark bedrohte Tierarten, die eigentlich unter besonderem Schutz stehen“, heißt es in einem Bericht des Vereins. Er will nun eine Petition starten, damit Jagd-Safaris zumindest in Österreich verboten werden. 

Angesprochen auf die Teilnahme von Kindern an Wildtiersafaris, sagte der Comedian und bekennende Tierschützer Ricky Gervais gegenüber dem „Daily Star“: „Ich sehe hier keinen Sport. Ich sehe Missbrauch. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Wirkung von Gewalt auf Tiere und der Auswirkung auf die Kinder zeigt.“ 

Gervais weiter: „Diese Kinder sind gerade alt genug, um zu laufen, und schon wird ihnen von ihren blutdurstigen Eltern das Gehirn gewaschen. Kinder tun alles, damit sie von ihren Eltern und Vorbildern Anerkennung erhalten, sogar zum Spaß wunderschöne Tiere töten.“