Bereits 314 Flugzeug-Passagiere in China, 1.000 Menschen in einem Hotel auf Teneriffa, über 3.500 Personen auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ und viele andere Reisende mussten wochenlang in Quarantäne ausharren.

Der Grund: das Coronavirus. Das Kreuzfahrtschiff „MS Westerdam“ irrte sogar fast zwei Wochen lang auf See herum, weil kein Ort sie andocken lies, dabei gab es gar keine Infizierten an Bord. Verständlich, dass da bei vielen Urlaubern die Nerven blank liegen.

„MSC Meraviglia“-Passagiere lassen Frust an Kreuzfahrt-Crew aus

Auch die „MSC Meraviglia“ durfte nicht in Jamaika und auf Grand Cayman anlegen – allerdings war gar kein Coronafall an Bord. Auf dem Kreuzfahrtschiff standen zunächst zwei Personen unter Quarantäne, weil sie sich mit Grippe infiziert hatten. Da die Symptome denen des Coronavirus ähneln, waren auch die 4.580 Passagiere auf dem Schiff gefangen. Erst nach drei Tagen durfte das Schiff in Mexiko anlegen.

In diesem Zeitraum führte anscheinend der Frust über diese „Zwangsquarantäne“ zu einer Prügelei. „Zwei männliche Gäste, offenbar stark alkoholisiert, haben sich einseitig gegenüber Musikern und dann weiteren Besatzungsmitgliedern aggressiv und gewalttätig verhalten. Die Bord-Security versuchte, die beiden Gäste zurückzuhalten. Als Vorsichtsmaßnahme wurden sie in das medizinische Zentrum des Schiffes gebracht“, so Dominik Gebhard, Head of PR (DACH) bei MSC Cruises, zum reisereporter.

Ein Video zeigt, wie Urlauber applaudieren, während die Security dem Aufstand im Speisesaal ein Ende setzt. Dabei soll auch Pfefferspray zum Einsatz gekommen sein. Laut der Urheberin des Videos seien die Reisenden dermaßen über die Situation frustriert gewesen, dass einige Passagiere Musiker und Besatzungsmitglieder angegriffen haben sollen, berichtet die „Mail Online“.

Reederei MSC Cruises kritisiert Jamaika und Grand Cayman

Laut der Reederei erhielt das Kreuzfahrtschiff am Freitag ein sauberes Gesundheitszeugnis von den mexikanischen Gesundheitsbehörden. In einer Mitteilung kritisierte sie die Entscheidungen von Jamaika und Grand Cayman. Darin heißt es, die Maßnahmen seien nicht aus medizinischer Sicht eingeleitet worden, sondern aus Angst. 

„Man hatte unser Schiff absolut unbegründet nicht anlegen lassen. Dies geschah rein aus Angst und ohne Prüfung der medizinischen Unterlagen, die gezeigt hätten, dass es sich nur um zwei Grippefälle handelte.“

Aufgrund der Umstände sicherte MSC Cruises den Gästen an Bord eine 100-prozentige Rückerstattung ihres Kreuzfahrttarifs zu. Die Auseinandersetzung sei aber ein absoluter Einzelfall gewesen, so Gebhard: „Ich kann versichern, dass die deutliche Mehrheit der Gäste auf der MSC Meraviglia während der Kreuzfahrt in unglaublich verständnisvoll und empathisch reagiert hat, gerade gegenüber unserer Crew.“