Du fühlst dich ein bisschen wie im Mittelalter, wenn du das Berliner Tor durchschreitest und auf kleine Fachwerkhäuser und Kopfsteinpflaster blickst. Templin ist eine Ruheoase unweit von Berlin, ideal für einen Wochenendtrip. Die Uckermark liegt ohnehin im Trend bei Künstlern und Großstadtaussteigern, das macht sich in der Region bemerkbar. Neue Läden und kleine Cafés eröffnen, in alten Scheunen wird ausgestellt. Und ein mobiles Kino bringt alle unter dem Sternenhimmel zusammen.

Das Café Pirna ist eines von vielen süßen Cafés in Templin.

Templin vereint den Reiz der Region auf engstem Raum – lokale Produkte, entspannte Leute, unberührte Natur. Letztere kannst du bei einer Wanderung durch die Umgebung erkunden. Denn dort lockt eine grüne Oase aus Seen und Wäldern – mit den besten Umweltwerten in Deutschland.

Und wenn du abends erschöpft und müde bist, kannst du dir in der Naturtherme etwas Gutes gönnen, wenn du willst sogar ein Schlammbad, Rasul in Fachsprech. Dieses süße Städtchen in der Uckermark wird dein Herz erobern!

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Ist Templin etwas für dich?

Es gibt hier kein Nachtleben und auch keine Barszene, nur im Sommer lädt eine nette Bar zum Cocktail am Templiner See. Aber dafür ist man schnell in der Natur, Einheimische führen durch den Wald, und es gibt einen Stadtstrand.

Das Kulturzentrum lockt regelmäßig zu Konzertabenden und mit mobilem Kino unter uckermärkischen Sternenhimmel. In kleinen Cafés an der Straße oder in Innenhöfen kannst du mit einem Latte macchiato innehalten und das langsame Treiben beobachten oder den Gesprächen lauschen. „Ich hatte keine Lust mehr auf Großstadt“, erzählt euch dann vielleicht ein junger Mann an der Theke, der gerade aus Köln in die brandenburgische Provinz gezogen ist.

Das Templiner Rathaus ist ein schmuckes Gebäude.

Und das fasst das Lebensgefühl in Templin ganz gut zusammen, ruhig, bodenständig und umweltbewusst. Es gibt einige Bioläden mit Produkten aus der Uckermark, Honig, Bier (aus Lychen), im Regal steht auch Grumsiner Gin aus Angermünde, das ist quasi um die Ecke. Und wenn du den Charme der Uckermark unvoreingenommen auf dich wirken lässt, dann kannst du sicher sein: Nach einer Weile in Templin fühlst du dich viel entspannter!

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Wenn du dich jetzt doch zu jung für das Ganze fühlst oder es dir zu langsam in der Kleinstadt geht, dann bist du immer noch schnell zurück in der Metropole. Aber vielleicht hast du ja sogar Lust, für immer hierzubleiben!

Templin: Anreise und Mobilität

Templin liegt anderthalb Stunden Zugfahrt von Berlin-Ostkreuz entfernt. Mit dem Auto bist du aus Nordberlin in etwas mehr als einer Stunde vor Ort. Du kannst dir auch im Ort direkt ein Fahrrad leihen oder die Stadt mit Plan zu Fuß erkunden. Und du kannst auf der Draisine in die Nachbarstadt Lychen strampeln, wenn du gut in Form bist.

Sehenswürdigkeiten und Museen

Du fühlst dich ein bisschen wie in „Game of Thrones“, wenn du das rote Backstein der fast komplett erhaltenen Stadtmauer durchschreitest und auf kleine Fachwerkhäuser und Kopfsteinpflaster blickst. Der Jüdische Friedhof verrät etwas über die Verfolgung in der Stadt, leider ist nicht viel mehr vom jüdischen Leben übrig.

Die mittelalterliche Stadtmauer erinnert an Szenen aus „Game of Thrones“.

Die Innenstadt von Templin ist eine Zeitreise ins Mittelalter, dafür sorgen die fast komplett erhaltene Stadtmauer, enge Gassen, die bunten Fachwerkhäuser in der Rühlstraße und die Wiekhäuser. Das sind Wölbungen in der Stadtmauer für Leitern und Bogenschützen.

Die Atmosphäre überdauerte die Jahrhunderte, obwohl die Stadt mehrmals abbrannte und angegriffen wurde. Eine apokalyptische DDR-Atmosphäre umgibt das ehemalige Stasi-Hotel Buchheide, das geplant, aber nie fertiggestellt wurde. Vergiss nicht den Hashtag #lostplace auf deinem Instagram-Account.

Die ältesten Fachwerkhäuser stehen in der Rühlstraße.

Wer Karl May gelesen hat oder auf Lucky Luke steht, der sollte einen Abstecher ins El Dorado machen. Eine staubige Straße führt dort durch eine Holzhaus-Siedlung am Röddelinsee, die zuerst irreal, aber dann doch richtig echt wirkt – vor allem im Hochsommer. In El Dorado wurden ein Musikvideo von Fettes Brot und mehrere Filme gedreht, so zum Beispiel die deutsche (aber eher nicht so witzige) Wild-West-Parodie „Spiel mir das Lied und du bist tot“.

Durch die Uckermark weht ein Hauch von Wildem West.

Hast du schon mal vom fliegenden Spaghettimonster gehört? Das wohnt in Templin, zumindest in der Nähe. Einmal die Woche findet in einem Nachbardorf ein Gottesdienst statt, ganz dem Nudelgott gewidmet. Ansonsten war die Gegend in der Vergangenheit eher christlich geprägt, davon zeugt die barocke Pracht der Sankt-Maria-Magdalena-Kirche. Vom 70 Meter hohen Turm bietet sich ein herrliches Templin-Panorama.

Tipps: Übernachten in Templin

Viersternehotel, Wasserboot, Baumhaus, Bauernhof, Campingplatz – in Templin gibt es alles. Du kannst sogar in einer Wild-West-Filmkulisse schlafen. Leider liegt vieles außerhalb, nur ein Hotel befindet sich laut booking.com innerhalb der Stadtmauern. Und einige Hotels dürften dein Reisebudget strapazieren.

Aber es gibt günstige Alternativen: Die Templiner Couchsurfing-Community ist mit 73 Hosts recht überschaubar, dafür gibt es in der Umgebung von Templin erschwingliche Airbnbs in der Natur, du kannst mit etwas Glück sogar auf einem Bauernhof einchecken. Und ja, du darfst auch streicheln.