10.000 Aussteller aus 180 Ländern, 160.000 Besucher: Die Internationale Tourismus-Börde (ITB) in Berlin ist die größte Reisemesse der Welt. Doch in diesem Jahr wird sie nicht stattfinden – diese Entscheidung gab die Messeleitung am Freitagabend bekannt. Grund dafür ist die Ausbreitung des Coronavirus.

Als Begründung teilten die Verantwortlichen mit, dass das zuständige Gesundheitsamt von Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin die Auflagen zur Durchführung der Veranstaltung stark erhöht habe. Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben. „Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar“, so die Messeleitung.

„Wir nehmen unsere Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit unserer Gäste, Aussteller und Mitarbeiter sehr ernst“, sagte Dr. Christian Göke, CEO der Messe Berlin GmbH. „So blicken wir schweren Herzens auf die jetzt notwendig gewordene Absage der ITB Berlin 2020.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende der Messe Berlin Wolf-Dieter Wolf sagte: „In ihrer mittlerweile 54-jährigen Geschichte haben die ITB Berlin und die Messe Berlin noch keine vergleichbare Situation erlebt.“

Was bedeutet die Absage der ITB Berlin?

Zuvor hatte die „Bild“ berichtet, dass das Bundesgesundheitsministerium Kriterien festgelegt habe, nach denen Veranstalter die Sicherheit ihrer Events ab sofort wegen der Ausbreitung des Coronavirus bewerten müssen – vielen drohe damit wohl das Aus. Konkret heiße es demnach vom Gesundheitsministerium: „Auf Messen, Kongressen oder größeren Veranstaltungen ist die Möglichkeit der Rückverfolgbarkeit von Kontaktpersonen extrem schwierig.“ 

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Vor allem von den Fachbesuchern war die Entscheidung mit Spannung erwartet wordenm– denn etliche kommen aus dem Ausland und wären bereits am Wochenende vor der ITB nach Berlin gereist. Die Messe hätte von Mittwoch bis Sonntag, 4. bis 8. März, stattfinden. 

Es häuften sich aber Stornierungen von Ausstellern, Abendveranstaltungen wurden bereits abgesagt. Auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich am Donnerstag für eine Absage ausgesprochen: „Ich persönlich bin der Meinung, dass man sie nicht durchführen sollte“, hatte er der „Wirtschaftswoche“ gesagt. 

Die ITB-Messeleitung und die Behörden saßen am Freitag über zusammen und hatten beraten, ob die Messe stattfinden kann oder nicht. In der Konsequenz müsste die ITB den Ausstellern die Kosten erstatten – das wäre ein Millionenschaden.