Wegen des Coronavirus wollen viele Reisende ihren Urlaub stornieren. Eine grundsätzlich verständliche Reaktion auf die schwer vorhersehbare Entwicklung, denn zugegeben: Reisen mit mulmigem Bauchgefühl macht keinem Spaß.

Das mit dem Bauchgefühl ist aber so eine Sache. Es führt dich nicht selten hinters Licht, denn negative Medienberichte machen oft mehr Angst, als tatsächlich angebracht ist.

Damit du dir in Zukunft ein gutes Bild von der Sicherheitslage an deinem Reiseziel machen kannst, zeigen wir dir, mit welchen Quellen du Gefahren vorab richtig einschätzen kannst und wie du vor Ort am sichersten unterwegs bist. 

Wo du dich am besten über die Sicherheit informierst

Auswärtiges Amt: Sobald es dringliche Reisehinweise gibt, werden diese über das Auswärtige Amt kommuniziert. Es lohnt also immer, einen Blick auf die Website der Behörde zu werfen. Dort erfährst du nicht nur, wie die Sicherheit an deinem Reiseziel derzeit aus offizieller Sicht eingeschätzt wird, sondern auch, auf was du sonst noch achten solltest.

Unter anderem findest du dort also Infos zur Kriminalitätsrate, der politischen Lage und der gesundheitlichen Situation vor Ort. Allerdings sollte das nicht deine einzige Quelle bleiben, denn die Infos sind oft verallgemeinert und treffen nicht zwangsläufig auf jeden Ort im Zielland zu. 

Lokale Medienberichte: Viel näher dran als die Behörden sind oft die Medien. Es bietet sich also an, dich in lokalen Zeitungen über die groben Themen deines Reiselandes zu informieren. Dort erfährst du nicht nur, wie die Politiker agieren, sondern unter anderem auch, wie oft es zu Unfällen kommt oder wie sehr Touristen dort thematisiert werden und dementsprechend im Fokus stehen. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht, denn Zeitungen berichten meist über Negatives, schlicht, weil das mehr Menschen bewegt. 

Lerne von Reisenden und Einheimischen

Aktuelle Reiseberichte: Wer kann dir besser sagen, wie sicher es für Touristen an einem Ort ist, als jemand, der gerade erst dort war? Richtig, eigentlich fast niemand. Deshalb ist es nur logisch, sich im Netz seriöse Reiseblogger rauszusuchen, die dein Reiseziel vor Kurzem aufgesucht und darüber geschrieben haben.

Sie werden Eindrücke schildern und dir dadurch einen Einblick in die Situation vor Ort gewähren. Die meisten Blogger bieten auch eine Kontaktmöglichkeit an, unter der du auch Fragen stellen kannst. 

Gefahrenkarten: Wenn es etwas Bestimmtes ist, vor dem du Angst hast, dann helfen dir vielleicht die vielen Gefahrenkarten, die es mittlerweile gibt. Dazu gehören etwa die Travel Risk Map, die die gefährlichsten und sichersten Reiseziele zeigt, und der Global Terrorism Index. Die weltweite Mordstatistik der UN dürfte ebenfalls interessant sein – sie birgt auch die ein oder andere Überraschung. 

Sprich mit Einheimischen: Wenn du bereits vor Ort bist, dann ist es ein Leichtes, die Einheimischen einfach mal um ihre Einschätzung zu Sicherheit und Co. zu fragen. Aber auch vorher kannst du bereits Kontakt zu ihnen aufnehmen, etwa über spezielle Foren oder über Buchungsplattformen und Social Media. Wenn die Kommunikation schwerfällt, etwa, weil die Sprachbarriere zu groß ist, dann reicht es manchmal auch schon, die Einheimischen zu beobachten: Sind die entspannt oder wirken sie gestresst beziehungsweise verängstigt?

Wie du dich vor Ort vor Gefahren schützt

Vor allem Diebstahl und Raub sind typische Delikte, vor denen sich Reisende fürchten. Und besonders in Ländern, in denen die Menschen weniger verdienen als die Touristen, sind diese ein beliebtes Angriffsziel. Da solltest du es beispielsweise vermeiden, dein Portemonnaie oder Wertgegenstände wie teure Uhren und Schmuck sichtbar zu tragen. Auch das Abheben von Geld in dunklen und abgelegenen Ecken ist nicht unbedingt ratsam. 

Damit du im Fall der Fälle schnell reagieren kannst, solltest du außerdem darauf achten, nicht zu viele und zu schwere Sachen mit dir herumzuschleppen. Genauso sieht es mit Schals und zu großen Handtaschen aus, denn die bieten potenziellen Dieben eine gute Angriffsfläche. 

Per Anhalter durch dein Traumland? Besser nicht!

Solltest du länger allein unterwegs sein, sage mindestens einer dir bekannten Person Bescheid, wo du dich in etwa befindest und wann du wieder zurück sein möchtest. Und natürlich gilt, was auch schon deine Eltern predigten: Gehe nicht mit Fremden mit. Das schließt auch das Fahren per Anhalter mit ein.

Wenn du trotzdem das Gefühl hast, verfolgt zu werden, versuche, einen gelassenen Gang zu bewahren und dir deine Angst nicht anmerken zu lassen – und suche schnellstmöglich einen belebten Ort auf. Wenn du dort dann noch entgegen der allgemeinen Richtung läufst, machst du es Angreifern schwer, zuzuschlagen. 

Auch wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du dich aktiv vor Gefahren schützen, etwa, indem du die Türen und die Fenster stets geschlossen hältst und keine Anhalter mitnimmst. Außerdem ist es hilfreich, nur in gut beleuchteten Bereichen zu parken und die Umgebung vor dem Verlassen des Fahrzeuges zu checken. Wenn du nur ein paar dieser Kleinigkeiten beachtest, bist du sicher unterwegs – und das fast überall auf der Welt.