Die Bilder sehen verlockend aus, der Preis ist bezahlbar und die Unterkunft befindet sich direkt im Zentrum. Klingt perfekt. Also klickst du auf Buchen. Angekommen am Reiseziel dann der Schock: Wo eigentlich die Airbnb-Wohnung sein soll, ist nur gähnende Leere zu sehen.

Und der Vermieter ist nicht mehr erreichbar – dein Geld ist erst mal weg. Horrorvorstellung? Finden wir auch. Und doch ist es kein Märchen, sondern für einige Airbnb-Gäste bittere Realität.

Denn nach wie vor tauchen Berichte von Reisenden auf, die über die Buchungsplattform auf Betrüger reingefallen sind. Und die lassen sich immer wieder was Neues einfallen. Das Unternehmen gibt sich damit nicht zufrieden: „Wir tolerieren keine gefälschten und irreführenden Inhalte auf der Airbnb-Plattform und ergreifen entsprechende Maßnahmen, wenn wir auf Probleme aufmerksam gemacht werden“, sagt eine Airbnb-Sprecherin dem reisereporter.

Betrug aufdecken, bevor es zu spät ist

Bevor dieser Schritt aber möglich ist, musst du den Betrug ja erst mal als solchen erkennen. Und damit dir das nicht erst gelingt, wenn du vor einer unsichtbaren Airbnb-Traumbude stehst, haben wir dir die gängigsten Betrugsmaschen aufgelistet – und Methoden, um sie aufzudecken, bevor es zu spät ist. 

1. Die Airbnb-Wohnung, die es so gar nicht gibt

Das ist die Masche: Beginnen wir mit der verbreitetsten Methode, dem Lockvogelangebot. Das bedeutet, dass du vor Ort feststellst, dass dein gebuchtes Apartment entweder gar nicht existiert – oder eben ganz anders aussieht, als die Bilder auf Airbnb vermuten lassen. Laut einer Umfrage des Online-Magazins „Vice“ gebe es etliche Varianten dieser Methode. So sei es auch schon vorgekommen, dass die Vermieter die Unterkunft kurzfristig wegen eines angeblichen Klempner-Einsatzes oder der Verwüstung durch andere Gäste storniert hätten. Das Ergebnis aber ist bei allen Fällen das Gleiche: Der Gast steht ohne Dach über dem Kopf da. 

So erkennst du die Masche: Zuerst solltest du die Bewertungen und das Preis-Leistungs-Verhältnis checken. Sollte die Unterkunft überdurchschnittlich gut aussehen, aber unterdurchschnittlich viel kosten, dann ist das bereits der erste Punkt, der dich stutzig machen sollte. Wenn es dann auch noch keine Bewertungen dafür gibt, dann ist erst recht Vorsicht angesagt. Und auch wenn es Bewertungen gibt, solltest du diese ganz genau betrachten, denn auch die könnten theoretisch gekauft sein.

Übrigens: Damit keine falschen Inserate mehr auftauchen, hat Airbnb angekündigt, bis Ende 2020 alle Anbieter zu verifizieren. Aber bereits jetzt gibt es verifizierte Hosts und Superhosts, die sich durch gute Bewertungen und eine hohe Zuverlässigkeit auszeichnen.

2. Bezahl ruhig außerhalb der App, oder lieber doch nicht?

Das ist die Masche: Man mag es kaum glauben, aber viele Gäste fallen offenbar auf die Geldfalle herein. Dabei geht es darum, dass die Gastgeber den Buchungsbetrag im Vorfeld haben möchten – und das geht nur außerhalb der App. Als Grund geben sie meistens an, dass beide Beteiligten dabei die Gebühren für die Plattform sparen. Dass dadurch aber auch der Kundenschutz des Buchungsportals wegfällt, wissen viele nicht. Und wer dem Anbieter mit der Zahlung auch gleich einen Vertrauensbonus mitschickt, der steht am Ende allein da. 

So erkennst du die Masche: Na ja, eigentlich ist die Masche ja mehr als offensichtlich, oder? Du solltest schlichtweg darauf achten, keiner Zahlung außerhalb der Plattform zuzustimmen. Denn oft handelt es sich dabei um einen Betrug.

Und abgesehen davon ist die Aktion auch von der Plattform untersagt, wie du nicht zuletzt auf der Homepage nachlesen kannst. Dort wirst du auch eine weitere wichtige Information finden: Bei etlichen Verstößen oder einem Betrugsverdacht solltest du dich umgehend an den Kundenservice wenden.

3. Schäden, die es nicht gibt, und geheime Übernachtungen

Das ist die Masche: Eine schlechte Nachricht vorab: Betrug kann dich auch erwischen, wenn du bereits im Urlaub bist. Dann wird etwa im Nachhinein ein Schaden in Rechnung gestellt, den du nicht verursacht hast. Und du hast nichts in der Hand, um das Gegenteil zu beweisen.

Oder du musst plötzlich doch aus der Wohnung ausziehen, weil dem Vermieter einfällt, dass er eigentlich gar nicht untervermieten darf oder dass der Klempner kommen muss. Und, auch genau so passiert: Deine „gesamte Unterkunft“ entpuppt sich als Privatzimmer in einem Areal und du sitzt plötzlich mit fremden Leuten am Frühstückstisch. 

So erkennst du die Masche: Auch hier dürfte es nicht allzu schwerfallen, zu erkennen, dass da irgendwas schiefläuft. Die Frage ist aber: Was kannst du tun, um dich vor entsprechenden Maschen zu schützen? Und die Antwort ist leider gar nicht so einfach. Denn all das wirst du erst merken, wenn du bereits vor Ort bist.

Solltest du aber ungewollt mit anderen zusammen wohnen oder sollte dein Vermieter dich plötzlich vor die Tür setzen, so hilft immer ein Anruf beim Airbnb-Kundendienst. Dort bekommst du nach kurzer Prüfung der Sachlage oft eine andere Unterkunft gestellt – oder die Gebühr für ein Hotelzimmer erstattet. 

4. Der Betrug, der eigentlich nichts mit Airbnb zu tun hat

Das ist die Masche: Auf der eigenen Website warnt Airbnb noch vor anderen Betrugsarten und gibt Ratschläge, wie damit umzugehen ist. Eine der verbreitetsten Maschen ist laut Unternehmenssprecherin die Buchung über eine externe Plattform. Dabei bietet der Gast an, die Buchung über eine externe Plattform zu bezahlen – oft mit einem angeblichen Rabatt.

So erkennst du die Masche: Hier gilt: Der Gastgeber wird zum Betrogenen. Deshalb weist Airbnb nachdrücklich darauf hin, dass jegliche Zahlung außerhalb der App zur Stornierung des Angebots und zur Sperrung der beteiligten Accounts führen kann.

Eine Garantie, dass dir so etwas nicht passiert, gibt es zwar nicht. Denn Fakt ist: „Die Airbnb-Community basiert auf Vertrauen“, sagt die Sprecherin der Plattform. Und eine gute Nachricht hat sie auch parat: „Jede Nacht übernachten mehr als zwei Millionen Gäste in einer Unterkunft auf Airbnb, negative Erfahrungen sind extrem selten.“