Faszination und Schrecken liegen bei einem Vulkanausbruch eng beieinander: Denn zum einen sorgen Lava und Asche für faszinierende Fotomotive und zum anderen zerstören sie alles, was ihnen in den Weg kommt. Im schlimmsten Fall könnte der Ausbruch eines Vulkan sogar dazu führen, dass er teilweise in sich zusammenbricht und damit einen Tsunami auslösen.

Einen solchen Zusammenbruch befürchten derzeit Experten bei dem Tungurahua-Vulkan in Ecuador. Mithilfe von Satellitendaten konnten sie eine schnelle Verformung der Westflanke beobachten. Doch auch andere Vulkane können gefährlich werden; lies hier, welche.

1. Anak Krakatoa in Indonesien

Der Anak Krokatoa ist im Jahr 2018 ausgebrochen und löste einen tödlichen Tsunami aus. Nur 24 Minuten danach brachen Flutwellen über die beliebten Inseln Sumatra und Java herein – mitten in der Urlaubssaison. Dabei starben mehr als 200 Menschen.

Seitdem gibt es immer wieder Explosionen und Rauch steigt auf. Laut Experten soll der 110 Meter hohe Vulkan im Jahr 1883 aus dem viel größeren Vulkan Krakatoa entstanden sein. Deshalb heißt Anak Krokatoa übersetzt „Kind von Krakatoa“.

Als der Anak Krakatau Ende 2018 teilweise in sich zusammenbrach, löste dies einen Tsunami aus. Hunderte Menschen starben.

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2. Der Taal-Vulkan auf den Philippinen

Dass aber auch ruhende Vulkane gefährlich sein können, zeigte der Taal-Vulkan auf den Philippinen  Anfang des Jahres. 43 Jahre lang war es ruhig, bis plötzlich Asche aus dem 311 Meter hohen Berg schoss und er wenig später auch Lava spuckte.

Der Ausbruch löste ein Eruptionsgewitter aus, wodurch Blitze über dem Krater zuckten. Etwa 6.000 Menschen, darunter Dutzende Touristen, wurden in Sicherheit gebracht. In den vergangenen 450 Jahren soll der Vulkan 34-mal ausgebrochen sein.

Selbst am 17. Januar 2020 rauchte der Taal-Vulkan noch.

3. Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo

Der Mount Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo wird von den Forschern der Oregon State University als „der gefährlichste Vulkan der Welt“ bezeichnet. Immer wieder bricht der 3.470 Meter hohe Vulkan aus und setzt dabei giftige Gase frei, die tödlich sein können. Eine Kombination aus Lava und giftigem Gas tötete laut dem Sender „BBC“  im Jahr 2002 etwa 100 Menschen in der nahe gelegenen Stadt Goma.

Waghalsige Abenteurer können eine Wanderung auf den Berg unternehmen und den riesigen Lavasee im Inneren vom Kraterrand aus bewundern.

Der Mount Nyiragongo gilt als der gefährlichste Vulkan der Welt.

4. Der Mount Merapi in Indonesien

Auch bei dem 2.930 Meter hohen Mount Merapi auf der Insel Java kommt es oft zu Eruptionen – deshalb gilt er als einer der aktivsten Vulkane in Indonesien. Eine Regelmäßigkeit der Ausbrüche ist einer Studie zufolge bis ins Jahr 1548 zurückzuführen.

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Laut dem Sender „Sky“ spuckte der Vulkan zuletzt am 13. Februar Lava und Rauch, allerdings für nur knapp zwei Minuten. Ein Video zeigt den Ausbruch. Die Anwohner wurden rechtzeitig gewarnt. Es wurde eine Sperrzone von drei Kilometern rund um den Krater errichtet.

Der Mount Merapi in Indonesien bricht seit 1548 immer wieder aus.

5. Yasur auf der Insel Tanna

Klein, aber sehr aktiv ist der Yasur auf der südpazifischen Insel Tanna. Seit mindestens 800 Jahren ist der 361 Meter hohe Vulkan daueraktiv und wird deshalb als das „Leuchtfeuer des Pazifiks“ bezeichnet, heißt es auf der Website „Vulkane.net“. Täglich werden rund 500 Explosionen registriert. Dabei fliegen gelegentlich Lavabrocken bis auf den Kraterrand.

Im Jahr 2018 kamen bei einer solchen Eruption zwei asiatische Touristen ums Leben. Um solche Tragödien zu verhindern, hat die lokale Regierung Beschränkungen eingeführt. Wanderer können den Krater nur noch bei den Aktivitäten der Stufe null und eins besuchen. Ab der dritten Stufe bleibt auch der Zugang zur Gipfelzone dicht, denn dann können Lavabomben Hunderte Meter weit fliegen. Bei Stufe vier wird gegebenenfalls die gesamte Insel evakuiert.

Reisende können die Aktivität vorab auf der Website der Meteorologie- und Geogefahrenabteilung in Vanuatu einsehen.

Yasur ist seit 800 Jahren einer der aktivsten Vulkane weltweit.

6. Der Erta Ale in Äthiopien

Der Erta Ale im Nordosten Äthiopiens spuckt zwar immer wieder etwas Lava, aber ein größerer Ausbruch liegt bereits einige Jahre zurück. Das letzte mal soll der 613 Meter hohe Vulkan im Jahr 2009 ausgebrochen sein.

Wegen seiner häufigen Eruptionen und des unheimlichen Glühens seines Lavasees bezeichnet ihn die Bevölkerung auch als „Tor zur Hölle“. Laut Wissenschaftlern der Oregon State University besteht eine erhöhte Aktivität seit 1967.

Der Aufstieg zum Vulkan ist relativ kurz, deshalb ist der Vulkan ein beliebtes Reiseziel.

Touristen können am Erta Ale direkt auf den Lavasee blicken.

7. Der Kilauea auf Hawaii

Laut der hawaiianischen Mythologie ist der Kilauea auf Hawaii die Heimat der Feuergöttin Pele. Ab 1983 spuckte der 1.247 Meter hohe Vulkan kontinuierlich Lava aus, bevor er sich 2018, nach monatelangen Ausbrüchen, beruhigte.

Das gefährliche Naturspektakel nutzten damals viele Menschen für Selfies und blendeten dabei jegliche Gefahr aus. Bei einem Versuch, dem Vulkan so nah wie möglich zu kommen, traf eine Lava-Bombe ein Touristenboot. Es gab 23 Verletzte.

Beliebtes Motiv: Ein Foto am Vulkan Kilauea. (Symbolfoto)

8. Tungurahua in Ecuador

Erst vor Kurzem warnten Wissenschaftler davor, dass der Vulkan Tungurahua in Ecuador Anzeichen eines strukturellen Zusammenbruchs aufweist. Das könnte größere Folgen haben als ein gewöhnlicher Ausbruch. Denn: Es könnte die Erde zum Beben bringen und damit weitere Naturkatastrophen auslösen.

Ein Ausbruch liegt zwar schon rund 20 Jahre zurück, dennoch zeigt der Vulkan gelegentlich Anzeichen dafür, indem er kilometerhohe Aschewolken und Feuer in die Luft spuckt.

Tungurahua spuckt 2016 Asche und Feuer.

9. Mount Ruapehu in Neuseeland

Mit einer Höhe von 2.797 Metern ist der Mount Ruapehu der höchste Vulkan Neuseelands. Er diente dem Film „Herr der Ringe“ als Drehort. Laut Experten gab es in den letzten 150 Jahren 23 Eruptionen. Bei der letzten im Jahr 2007 wurde ein Bergwanderer von einer Lava-Bombe verletzt.

Derzeit besteht für den Vulkan die Warnstufe eins von fünf, dabei ist null die geringste Stufe. Wissenschaftler warnen dennoch vor einem Ausbruch, da sich die Aktivitäten schnell verändern können. Als Beispiel nennen sie den Vulkan auf White Island, der plötzlich erwachte; bei seinem Ausbruch starben 20 Menschen.

Zwar gibt es derzeit kaum Anzeichen eines Ausbruchs des Mount Ruapehu in Neuseeland, aber das kann sich laut Experten schnell ändern.

10. Fuji in Japan

Mit einer Höhe von rund 3776 Metern Höhe über dem Meeresspiegel ist der Fuji der höchste Berg Japans. Der letzte Ausbruch liegt allerdings schon mehrere Hundert Jahre zurück – er datiert auf das Jahr 1707. Allerdings berichtet „The Japan Times“, dass die japanische Regierung einen Ausbruch befürchtet. 

Zwar gibt es derzeit kaum Anzeichen eines Ausbruchs des Mount Ruapehu in Neuseeland, aber das kann sich laut Experten schnell ändern.

Das würde Schäden in Milliardenhöhe verursachen und zu vielen Todesfällen führen, schließlich liegt Tokio nur etwa 100 Kilometer von dem Vulkan entfernt.