In Zeiten, in denen sich sogar Influencer und Hollywood-Stars gegen Body-Shaming wehren, hat die malaysische Airline einer Stewardess gekündigt – wegen 700 Gramm „Übergewicht“. Die Kündigung hatte die über 50 Jahre alte Stewardess bereits 2017 erhalten. Jetzt hat ein Gericht in Kuala Lumpur die Airline darin bestätigt, dass die Entlassung rechtmäßig war.

In der Vergangenheit waren mehrere Fluggesellschaften in die Kritik geraten, weil sie ihre Flugbegleiter zum Abnehmen gezwungen haben. Dazu zählten zum Beispiel Air India oder Pakistan International Airlines.

Gericht sieht keine Schuld bei Malaysia Airlines

Malaysia Airlines wendet besonders strenge Vorschriften an. Bei einer Größe von 1,57 Metern wog die Dame knapp 61,7 Kilogramm. Bei der Körpergröße war sie genau 0,7 Kilogramm über dem Limit der Airline. Nach dem Body-Mass-Index (BMI) hat sie Normalgewicht.

Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass die Fluggellschaft der Frau genügend Zeit gegeben habe, auf das geforderte Gewicht zu kommen. Die Ex-Stewardess hätte 18 Monate Zeit gehabt, den Vorschriften der Airline zu entsprechen. Bei den „Überprüfungen“ sei sie regelmäßig durchgefallen, heißt es in einem Bericht des lokalen Newsportals „Free Malaysia Today“.

Das Gericht entschied nicht darüber, ob diese Regelung rechtmäßig ist. Das Urteil besagt lediglich, dass die ehemalige Angestellte von Malaysia Airlines den Anweisungen ihres damaligen Arbeitgebers nicht nachgekommen sei.

Malaysia Airlines sah Image gefährdet

Die Airline begründet ihre strikten Vorschriften damit, dass sie eine Premium-Airline sei und „übergewichtige“ Flugbegleiter ihrem Image schaden. Außerdem seien die Flugbegleiter in Notsituationen auch für die Sicherheit der Passagiere verantwortlich. Dafür müsste die Crew in einem körperlich guten Zustand sein.

Die Anwälte der Entlassenen brachten als Argument unter anderem an, dass andere Airlines wie Lufthansa, British Airways oder Quantas keine Gewichtsüberprüfungen der Flugbegleiter vornehmen würden.