Urlauber, die einen All-inclusive-Urlaub in Palma auf Mallorca buchen, erhoffen sich in der Regel viel gutes Essen und oft auch alkoholische Getränke bis zum Umfallen. Ab diesem Jahr soll bei jeder Mahlzeit aber nach drei Getränken Schluss sein.

Oder besser gesagt: Ab dem vierten Getränk muss der Gast für seinen Rausch wieder bezahlen. Und genau das verärgert die Hoteliers der beliebten Partyinsel. Denn die befürchten durch das neue Gesetz herbe Einbußen. 

Hoteliers wehren sich gegen All-inclusive-Verbote

45 Hotelbesitzer wollen es erst gar nicht so weit kommen lassen und gegen die Verordnung vorgehen. Einer von ihnen ist Hoteldirektor Christoph Gräwert. Er sieht in dem „Gesetz gegen den Exzess-Tourismus“ eine klare Wettbewerbsschädigung. Auch er wolle etwas gegen den Sauftourismus tun, aber eben gleichzeitig den Tourismus auf der Insel verbessern.

Die Verordnung der Regierung hält er dabei für den falschen Ansatz, wie er der „Süddeutschen Zeitung“ sagt: „Ich befürchte, dass es eher zu noch mehr Exzessen führen wird“, sagt er. 

Hoteldirektor: Trinkfreudige werden ihren Rausch woanders suchen

Das Gesetz gilt vorerst nur an beliebten Party-Hotspots in Magaluf und Playa de Palma. Wer in den betroffenen Zonen dagegen verstößt, dem drohen saftige Geldstrafen. Vorbereiten, so Gräwert, konnten sich die Hoteliers in den Gebieten nicht.

Und auch die Zonen-Regelung, die auf Krankenhaus- und Polizeiberichten basierend entstanden ist, hält er für willkürlich: „Als hätte sich Picasso zu seiner besten Phase des Kubismus auf der Landkarte ausgetobt.“ Das Hotel auf der anderen Straßenseite etwa habe keine Einschnitte durch die Verordnung. 

Und dieses Hotel sei es unter anderem auch, das ihm langfristig seine Gäste weglocken würde. Denn dort gibt es die Alkohol-Flatrate eben noch. Für ihn aber ist klar: „Wir werden dadurch unsere Preise senken müssen.“ Und wer trotzdem kommt, der werde sich seinen Rausch eben außerhalb des Hotels holen, da sei sich Gräwert sicher. 

Exzesse gehen auf den Straßen Mallorcas weiter

Und – laut dem Hoteldirektor – liegt genau da der Irrtum, auf dem das neue Gesetz aufbaut: Die Exzesse gingen weiter. Denn anders als im Hotel gebe es in Bars und auf der Straße keine kontrollierte Atmosphäre. Im Gegenteil: „Die Bars leben ja davon, sie animieren die Kunden dazu, mehr zu kaufen.“

Es sei ihnen auch egal, wie die Kunden sich benähmen, denn am Ende der Nacht seien sie wieder das Problem der Hoteliers. Gräwert sieht seine Branche nun als den Sündenbock an, der für all die Probleme außerhalb seines Wirkungsbereiches geradestehen soll.

Hoteliers wollen gegen Sanktionen klagen

Trotzdem: Das Gesetz ist verabschiedet und damit wirksam. Was also wollen die Hoteliers mit ihrem Widerstand erreichen? „Wir können hier nur gegen die Sanktionen, nicht gegen das Gesetz an sich klagen“, sagt Gräwert der „Süddeutschen Zeitung“. Der Prozess dauere allerdings Jahre, die es abzuwarten gelte. Gräwert: „Kurzfristig sind wir mit der Situation komplett überfordert.“