1. Schmiedeberg: Der Anfang Reriks

Schon im Mittelalter, im Jahr 1230, gab es diesen Ort, der zuerst eine Siedlung der Slaven war und gar nicht Rerik hieß, sondern „Alt Gaarz“ – was soviel heißt wie „alte Burg“. Was diesen Ort schon vor so langer Zeit attraktiv machte, kann man heute schnell nachvollziehen, wenn man sich auf den historischen Schmiedeberg stellt; das ist die prominente Anhöhe, an der die alte Schmiede des Ortes stand.

Von hier oben hat man einen Blick auf die Halbinsel Wustrow, die sich nach der Landenge erstreckt, an der Rerik errichtet wurde. Diese Lage war gut zu besiedeln. Durch die Lage an Meer und Haff war der Fischfang leicht möglich.

Außerdem war der Ort durch die Umschließung von Wasser einfach gegen Angreifer zu verteidigen und so wurde hier eine Burg errichtet – der Anfang Reriks.

Am Schmiedeberg | Adresse: 18230 Rerik

Tolle Aussicht: Dafür lohnt sich der Anstieg auf den Reriker Schmiedeberg.

2. St. Johannes-Kirche: Kirche mit Bischofsmütze

1250, also nur kurze Zeit nach der ersten urkundlichen Erwähnung, wurde die frühgotische Backsteinkirche des Ortes errichtet. Sie steht heute noch an zentraler Stelle in Rerik und trägt den Namen St. Johannes-Kirche.

Ihre Geschichte ist wechselhafter als ihr Erscheinungsbild. Heute kann man den Kirchturm, der auf die Zeit nach 1400 datiert wird, weithin sehen. Er wurde auch seit je als Seezeichen genutzt. Fischer fanden schnell ihre Orientierung dank dieses quadratischen Turmes, der wegen seiner Form auch Bischofsmütze genannt wird.

Das Gotteshaus ist ein guterhaltener Backsteinbau der Frühgotik. Besonderen Eindruck machen die farbenprächtigen Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert und die Empore der Loge beim Altar. Der Altar, die Kanzel und der Taufengel stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Fachkundige Besucher, die sich für den Orgelbau interessieren, können sich in dieser Kirche ein gut erhaltenes und historisch-restauriertes Instrument aus dem 18. Jahrhundert ansehen.

In östlicher Richtung auf dem Friedhof, der die Kirche umgibt, befindet sich ein achteckiger Bau. Es ist das Mausoleum das Familie Stever, die über mehrere Generationen die Gutsherrschaft über die Halbinsel Wustrow innehatten, an deren schmaler Landzunge Rerik liegt.

St. Johannes-Kirche Rerik | Adresse: Dünenstraße 7, 18230 Rerik | Öffnungszeiten: Oktober bis April: Kirchenöffnung nach Vereinbarung. Mai bis September: Montag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr, Sonntag nach dem Gottesdienst

Die St. Johannes-Kirche ist unter anderem für ihr Dach, auch Bischofsmütze genannt, bekannt.

3. Heimatmuseum: Kleine Geschichtsstunde

Wer eine gut sortierte Zusammenschau der Geschichte Reriks mit anschaulichem Bildmaterial sucht, der wird im Heimatmuseum Rerik fündig. Die ur- und frühgeschichtliche Abteilung des Museums bietet einen Einblick in jenen Zeitraum, da es noch keine Schriftzeugnisse des Ortes gab, also vor und während der Bewohnung des Ortes durch die Slaven.

Von der ersten Schriftquelle aus dem Jahr 1230 und der mittelalterlichen Errichtung der Kirche über die Schwedenherrschaft nach dem 30-jährigen Krieg, die ersten Badegäste des Ortes im 19. Jahrhundert bis hin zur Vereinnahmung des Ortes als Militärstützpunktes der Nationalsozialisten, später der Sovjets und zuletzt der Aufwertung zu einem Bäderort mit vielfältigem touristischen Angebot – hier steht dem Zeitreisenden alles gründlich aufbereitet vor Augen.

Insbesondere die Auswahl an historischen Fotografien zur Bademode und -kultur an diesem Ort kann man unmöglich ansehen, ohne zu schmunzeln.

In den Räumlichkeiten des Heimatmuseums befinden sich auch Galerien, in denen Künstler aus der Umgebung ihre Werke ausstellen. 

Heimatmuseum und Galerie | Adresse: Dünenstraße 4, 18230 Rerik | Kontakt: Telefon 0175/4363403 oder via t.koehler@rerik.de | Eintritt: Erwachsene 2 Euro, Kinder 0,50 Euro | Öffnungszeiten: da die Öffnungszeiten von Saison zu Saison variieren, schau vor deinem Besuch am besten online nach (siehe Link oben)