Das Coronavirus schränkt auch das öffentliche Leben an einem beliebten Reiseziel der Deutschen immer weiter ein: In Europa ist Italien derzeit am stärksten von dem Virus betroffen.

Ein- und Ausreiseverbot für ganz Italien

Damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet, hat die Regierung einen Entschluss gefasst: Die Maßnahmen, die am 8. März für die Lombardei und 14 Provinzen eingeführt wurden, gelten seit Dienstag, 10. März, für das ganze Land. Das heißt: Ein- und Ausreise ist nur erlaubt, wenn es wirklich wichtige gesundheitliche, familiäre oder berufliche Gründe dafür gibt.

Als Reaktion auf die Entwicklungen hat Österreich den Zugverkehr nach Italien komplett eingestellt. Die Grenzkontrollen werden verstärkt, eine Durchreise ist nur erlaubt, wenn es zu keinem Stopp in Österreich kommt.

Robert-Koch-Institut erklärt ganz Italien zum Corona-Risikogebiet

Zunächst wurde nur Südtirol (entspricht Provinz Bozen) in der Region Trentino vom Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt. Seit dem 10. März gilt allerdings ganz Italien als Risikogebiet. 

In Italien bleiben vorerst alle Schulen und Universitäten, Kinos und Museen geschlossen, das gesamte Staatsgebiet gilt als Sperrzone, der Karneval in Venedig wurde vorzeitig abgebrochen. Derzeit finden keine Veranstaltungen statt und die Menschen werden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben. Normaler Alltag, aber auch Sightseeing und Nachtleben – das ist in Italien einem Ausnahmezustand gewichen.

Stornieren, Flüge und Zugverkehr: Alles zum Thema Coronavirus in Italien

Was Reisende über die betroffenen Regionen wissen müssen, wie es mit dem Ski-Urlaub aussieht und ob du deine gebuchte Reise nach Italien noch stornieren kannst, erfährst du im großen Überblick.

Gibt es eine Reisewarnung für Italien?

Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen nach China ab und warnt sogar vor Reisen in die Provinz Hubei –  gibt es inzwischen auch Reisewarnungen für das beliebte Reiseland Italien oder andere betroffene Regionen? 

Nach dem aktuellen Stand rät das Amt von Reisen nach Italien ab, die nicht zwingend erforderlich sind. Weiterhin rät die Behörde dazu, sich vor Reiseantritt bei der zuständigen italienischen Auslandsvertretung zu informieren. Außerdem weist die Behörde darauf hin, dass die Hinweise der lokalen Behörden stets befolgt werden müssen.

Sitzen Urlauber jetzt in Italien fest?

Nein. Das Auswärtige Amt versicherte noch am Sonntag, dass die Ausreise zum eigenen Wohnort weiterhin möglich sei. Die deutschen Behörden stünden dahingehend mit den italienischen Kollegen in Kontakt. Allerdings teilen immer mehr Airlines mit, dass sie ihre Flüge von und nach Italien canceln. Und auch die Ausreise mit dem Auto durch Österreich ist nur möglich, ohne dort einen Zwischenstopp einzulegen. Urlauber, die zurück nach Deutschland wollen, sollten unbedingt vorher tanken oder die Heimreise über die Schweiz antreten.

Können Urlauber ihre Italien-Reise stornieren?

Urlauber sind verunsichert, ob sie noch nach Italien reisen können. Pauschalreisende können ihren Urlaub aufgrund von „außergewöhnlichen Umständen“ kostenlos stornieren, schließlich sei kein geordneter Urlaub mit beispielsweise Museums- oder Restaurantsbesuchen möglich. Das sagte Reiserechtsanwalt Paul Degott dem reisereporter. Alle Infos zum Thema Reiserecht bezogen auf das Coronavirus haben wir in einem Überblick zusammengefasst.

Wie fahren die Züge von Italien über Österreich nach Deutschland?

Der Personenzugverkehr zwischen Italien und Österreich wurde komplett eingestellt. Das teilten die ÖBB auf Twitter mit. Außerdem können gebuchte Tickets mit einer Gültigkeit bis einschließlich 3. April kostenlos storniert werden:

Auch mehrere andere Zugunternehmen erstatten Reisenden, die aus Angst vor dem Coronavirus ihren Urlaub nicht antreten wollen, bereits gebuchte Tickets. Das meldet die italienische Tageszeitung „La Repubblica“. Darunter das Transportunternehmen Trenitalia und der Schnellzug-Anbieter.

Wie sieht es mit dem Flugverkehr von und nach Italien aus?

Derzeit bleiben trotz der Verordnungen alle Flughäfen in Italien in Betrieb. Darunter auch der Flughafen von Venedig, wie es auf der Website des Airports heißt. Sollte sich das ändern, werde es umgehend auf der Seite bekannt gegeben. Allerdings haben zahlreiche Airlines ihre Flugpläne extrem zusammen gekürzt. Unter anderem kündigte Lufthansa an, bis zu 50 Prozent der Kapazitäten zu stutzen. Das betreffe auch die Töchter Austrian, Swiss, Eurowings und Brussels.

Die erste Airline gab bekannt, dass sie vorerst alle Flüge nach Mailand und Verona absage: Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic fliege bis Ende April nicht mehr in die Regionen, wie das Portal „aerotelegraph“ berichtet. Betroffene Passagiere würden demnach individuell informiert.

Was wird jetzt aus meinem Ski-Urlaub in Südtirol?

Die Skigebiete und Hotels in Südtirol haben die Saison frühzeitig beendet und machen bis voraussichtlich 3. April dicht. Können Reisen dorthin nun kostenlos storniert werden? Tatsächlich können sich Pauschalurlauber nach der Einstufung des RKI und dem Hinweis des Auswärtigen Amtes, dass nicht erforderliche Reisen nach Südtirol verschoben werden sollten, auf „außergewöhnliche Umstände“ berufen und vom Vertrag zurücktreten, das sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Individualreisende, die zum Beispiel mit dem Auto anreisen, sind auf die Kulanz der Hotels, Mietwagenanbieter oder Fluglinien angewiesen. Bereits vor der Einstufung kam es offenbar zu Auswirkungen auf den Tourismus: Der Südtiroler Tourismuslandesrat Arnold Schuler berichtete laut dem lokalen Nachrichtenportal „stol.it“ von „Stornierungen im Minutentakt“.

Was, wenn ich vor Kurzem noch in Norditalien war?

Reisende, die vor Kurzem aus Norditalien zurückgekehrt sind, sollten genau auf ihren Körper achten. Bei Symptomen wie Husten und Fieber rät das Robert-Koch-Institut, einen Arzt anzurufen und vorerst andere Menschen zu meiden. 

Damit sie nicht Gefahr laufen, andere Patienten im Wartezimmer zu infizieren, sollten sie zu Hause bleiben und den Arzt bitten, zu ihnen zu kommen. Der führt dann entsprechende Tests durch, das Ergebnis sollte innerhalb von sechs Stunden vorliegen.

Allgemein empfiehlt das Institut, sich häufig die Hände zu waschen, am besten nicht in die Hand oder in die Richtung anderer Menschen zu husten oder zu niesen und Abstand zu Erkrankten zu halten.