Viele reisen extra nach Verona, nur um das berühmte Romeo-und-Julia-Haus zu besichtigen. Was die meisten Besucher nicht wissen: Der berühmte Balkon ist ein Fake! 

William Shakespeares bekanntestes Werk ist Fiktion, daher suchten Touristen lange Zeit vergeblich nach dem Wohnhaus des berühmtesten Liebespaars der Literatur.

Das soll angeblich der berühmte Balkon aus Julias Elternhaus sein. Der Balkon wurde aber extra für Touristen an das Gebäude angebracht.

Daher kamen in den 1930er-Jahren findige Einwohner auf eine Idee. Um dem Wunsch der Shakespeare-Fans nachzukommen, erschufen sie künstlich ein Romeo-und-Julia-Haus inklusive Balkon. Pikantes Detail: Der Balkon ist ein früherer Sarkopharg.

Seither pilgern Millionen Anhänger des britischen Literaten Jahr für Jahr in die „Casa di Giulietta“, dass angebliche Wohnhaus von Julia.

Hongkong baut sich einen großen Buddha

Mit dem künstlich geschaffenen Romeo-und-Julia-Balkon ist Verona aber längst nicht die einzige Stadt, die sich eine Touristen-Attraktion erschaffen hat.

In Asien gibt es viele beeindruckende Buddha-Statuen, die teilweise schon seit Jahrhunderten den Gründer des Buddhismus ehren. Der „Tian-Tan-Buddha“ in Hongkong wurde aber aus touristischen Zwecken erbaut.

Dieser riesige bronzene Buddha ist erst etwas mehr als 20 Jahre alt. Und er wurde nur für Touristen gebaut.

Die 34 Meter hohe Bronzestatue eines sitzenden Buddhas lockt erst seit 1993 Touristen aus aller Welt an. Der Grund für die Errichtung war strategischer Natur: In den 1990er-Jahren zog der Flughafen in der chinesischen Sonderverwaltungszone vom Stadtzentrum auf die abgelegene Insel Lantau um, wie „CNN“ berichtet.

Die Umgebung des neuen Airports war eher trist. Besonders Reisenden, die Hongkong nur für einen Stopover besuchen, sollte etwas geboten werden. Immerhin: Durch den Bau der Buddha-Statue bekam auch das dazugehörige Kloster mehr Aufmerksamkeit. Dieses ist schon mehr als 100 Jahre alt.

Künstlicher Geysir in Island

Island ist bekannt für seine heißen Quellen, auch Geysire genannt. Über die ganze Insel verteilt gibt es Dutzende von ihnen.

Doch genau so, wie sich die Hongkonger den Buddha-Hype zunutze machten, wollten die Isländer von der Faszination heißer Quellen profitieren. Daher bauten sie ganz in der Nähe des Flughafens in Reykjavík eine künstliche heiße Quelle.

In Island gibt es viele natürliche heiße Quellen. Die Blaue Lagune in Reykjavík gehört nicht dazu. Sie wurde vom Menschen künstlich erschaffen.

Nur fünf Kilometer entfernt vom Keflavík International Airport strömen Besucher in Scharen in die „Blaue Lagune“. Die menschlich erschaffene Lagune beherbergt neben einem großen Schwimmbecken noch einen weitläufigen Spa-Bereich und ein Luxus-Hotel.

James Bond brachte den Tag der Toten nach Mexiko-Stadt

Der „Día de los Muertos“ ist in Mexiko ein Nationalfeiertag, an dem der Verstorbenen gedacht wird. Dem traditionellen Glauben nach kommen die Toten für einen Tag zurück auf die Erde. Dafür werden normalerweise die Friedhöfe geschmückt und traditionelle Speisen verzehrt.

Eine große Straßen-Parade zum Tag der Toten ist in Mexiko-Stadt normalerweise nicht üblich. James Bond und die große Nachfrage von Touristen haben sie aber ermöglicht.

Im 007-Streifen „Spectre“ sah das Ganze spekatukulärer aus. In der Eröffnungssequenz verfolgte Daniel Craig in einem Wirrwar aus Totenkopfmasken und Skeletten einen maskierten Bösewicht durch Mexiko-Stadt.

Hier siehst du die Orginal-Bond-Szene:

Da diese Szene weltweit für Furore sorgte, entschied sich die Stadt, im Jahr 2016 erstmals eine Parade auszurichten – rund 250.000 Menschen nahmen teil.