In einem Flugzeug sitzen Hunderte Menschen stundenlang auf engstem Raum nebeneinander – da könnte sich ein Virus schnell ausbreiten. Oder?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann die Übertragung eines Virus – das gilt sowohl für Corona als auch für Grippe- oder Erkältungsviren – vor allem dann erfolgen, wenn Passagiere im gleichen Bereich des Flugzeugs sitzen.

So wird ein Virus im Flugzeug übertragen

In der Regel geschehe das durch Niesen oder Husten der infizierten Person oder durch Berührung. Das kann ein direkter Kontakt oder Kontakt von Gegenständen wie der Klinke des Flugzeugklos, dem Klapptisch oder den Gepäckfächern geschehen.

Aber Grund zur Panik gibt es nicht: „Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko einer Übertragung von übertragbaren Krankheiten an Bord eines Flugzeugs sehr gering ist“, so die WHO. Tatsächlich gibt es mehrere Faktoren in einer Maschine, die die Verbreitungsgefahr verringern.

Trockene Luft in Flugzeugen macht es dem Coronavirus schwer

Ein Grund ist die Lüftung über deinem Platz – diese solltest du immer einschalten. Flugzeuge verfügen über einen sogenannten „High Efficiency Particulate Air“-Filter (HEPA), der die Flugzeugluft beim (Wieder-)Eintritt in die Kabine säubert.

40 Prozent der Luft in einem Flugzeug zirkuliert, 60 Prozent wird als Frischluft von außen angesaugt. Durch den Filter werden mehr als 99 Prozent der Mikroben und Staubpartikel aus der Luft gefiltert. Und so kommst du mit bestimmten Mikroorganismen, über die du dich mit Krankheiten infizieren könntest, gar nicht erst in Berührung.

Der Luftfilter hilft auch beim Coronavirus, das über Tröpfchen etwa beim Husten oder beim Niesen übertragen werden kann, erklärt die Fluggesellschaft Malaysian Airlines in einem Facebook-Post. Denn der Luftstrom im Flugzeug werde so gesteuert, dass er möglichst viele Tröpfchen auf den Boden drückt.

Bei der Lufthansa Group entspricht der Reinigungsgrad Konzernangaben zufolge dem eines Filters in klinischen Operationssälen.

Weiterer Vorteil: Die Luft in Flugzeugen ist extrem trocken, das ist dem Coronavirus nicht zuträglich und senkt die Wahrscheinlichkeit, sich an Bord zu infizieren.

Ansteckungsgefahr auf Fensterplatz am geringsten

Auch die Sitzplatzwahl kann die Ansteckungsgefahr verringern. Denn wer auf einem Fensterplatz sitzt und während des Fluges nicht aufsteht, hat die besten Chancen, nicht krank zu werden. Das zeigt eine Studie der Emory-Universität im US-Bundesstaat Atlanta aus dem Jahr 2018.

Der Grund: Am Fenster sitzen Passagiere isolierter – mit weniger fremden Menschen in direkter Nähe. Bei der Untersuchung zeigte sich zudem, dass das Risiko auf den Fensterplätzen im vorderen Bereich noch weiter reduziert wird.

Ein Platz am Gang wäre demnach eher unklug: Dabei würdest du mit durchschnittlich 64 Personen auf nur einem Flug in Kontakt kommen. Die Gefahr, sich bei einem infizierten Reisenden, der zum Beispiel aufs Klo geht, anzustecken, ist daher höher. Auf dem mittleren Sitz sind es demnach durchschnittlich 58 Kontakt-Personen, Fensterplatz-Sitzer haben mit zwölf Personen einen deutlichen statistischen Vorteil.

Weiterer Tipp, der sich aus der Studie ergibt: Möglichst spät in den Flieger steigen und auf Toilettengänge verzichten.