Touristen vermüllen die Strände am Mittelmeer. Ein Satz, der erst mal hart klingt, aber jetzt belegt werden konnte, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Demnach zeigen die Ergebnisse der groß angelegten Studie des Projektes „Blueislands“, dass die Hälfte des Mülls, der an den Stränden liegt, von Touristen stammt. 

Das EU-Projekt hat mehrere Jahre lang auf insgesamt acht Mittelmeerinseln mehrere Strände untersucht und massenhaft Müll eingesammelt. Auf Mallorca wurden ein touristisch genutzter Strand, ein unberührter und ein Strand untersucht, der eher von Einheimischen besucht wird. Neben Mallorca wurden noch die Inseln Sizilien, Rab, Kreta, Malta, Mykonos, Rodas und Zypern auf ihr Müllaufkommen hin untersucht. 

80 Prozent des Mittelmeer-Mülls besteht aus Plastik

Der französische Geowissenschaftler Michael Grelaud nannte im Gespärch mit der lokalen Zeitung „Diario de Mallorca“ konkrete Zahlen, die sich aus den Untersuchungen ergeben: Bei 150 Müllsammlungen seien 160.000 verschiedene Objekte aufgenommen worden. Rund 80 Prozent davon bestehen aus Plastik, die höchste Konzentration an Mikroplastik sei im Sommer festgestellt worden.

Für die Insel, die zu den beliebtesten Reisezielen im Mittelmeer gehört, ein Ergebnis, das zum Nachdenken anregt. Die Umweltbeauftragte der Insel, Aurora Ribot, weist daher auch auf die große Verantwortung von Mallorca hin und stellt einen Fakt noch mal besonders heraus: „Der Tourismus ist direkt für 50 Prozent des Plastiks an unseren Stränden verantwortlich.“