Häuser für einen Euro– das klingt nach einem verlockenden Angebot. Was viele aber nicht bedenken: Bei einem solchen Symbolpreis müssen die Käufer danach noch ordentlich für die Renovierung blechen. Die Kleinstadt Teora, in der Region Kampanien gelegen, hat sich daher ein anderes Konzept ausgedacht.

Wer neu in die Gemeinde mit knapp 1.500 Einwohnern zieht, bekommt einen Zuschuss von 150 Euro für die Miete oder 5.000 Euro für einen Hauskauf. Was erst einmal nur nach einer kleinen Unterstützung klingt, wird bei den marktüblichen Preisen in Teora zu einer ausreichenden Förderung seitens der Stadt.

Häuser in Teora sind in gutem Zustand

Eine durchschnittliche Mietwohnung kostet aktuell nur um die 200 Euro. Bei dem Angebot wären also nur noch 50 Euro pro Monat zu zahlen. Der Preis für ein 100-Quadratmeter-Haus liegt bei circa 30.000 Euro.

Teora kämpft seit 1980 mit einer schrumpfenden Bevölkerung. Damals erschütterte ein Erdbeben die italienische Gemeinde. „Jedes Jahr werden zwei Babys in Teora geboren, aber es sterben auch 20 ältere Menschen“, sagte der Bürgermeister der Stadt, Stefano Farina, dem US-Sender „CNN“.

Der Vorteil gegenüber den Ein-Euro-Häusern: Nahezu alle Häuser sind erst nach dem Beben gebaut worden. Falls sie das Unglück überstanden haben, wurden sie zumindest grundlegend renoviert. Bei den Häusers für einen Euro in Bisaccia oder Tarent handelt es sich oft um heruntergekommene Gebäude.

Zielgruppe: Familien mit Kindern

Einen Haken hat die Sache allerdings: Das Angebot steht nur Familien mit mindestens einem Kind zu. Außerdem müssen sich die neuen Bewohner verpflichten, wenigstens drei Jahre zu bleiben.

Die neuen Familien sollen den Schulen und Kindergärten neues Leben einhauchen. Nach Angaben des Bürgermeisters sind bis jetzt zwei italienische und eine Familie aus Brasilien neu nach Teora gezogen.

Hier kannst du dir einen Eindruck von dem kleinen Städtchen verschaffen:

Hauptstadt für einen Tag und Schweine-Burger

Wenn du dich für einen Umzug nach Teora entscheidest, kannst du die wechselvolle Geschichte des Ortes erkunden.

Aus der Zeit der Antike sind noch ein Amphitheater und eine Kirche erhalten. In der dunkelsten Epoche des italienischen Staates erlangte Teora kurze Berühmtheit: Der faschistische Diktator Benito Mussolini erklärte die Stadt 1936 für 24 Stunden zur Hauptstadt. An dieses Ereignis wird jährlich am 9. August erinnert.

Im Hier und Jetzt ist die Region vor allem für ihre vielfältige Vegetation bekannt und trägt daher auch den Spitznamen „grüne Lunge“. 

Die kulinarische Spezialität des Örtchens ist Tomacella, eine Brugervariante, die aus Eingeweiden des Schweins hergestellt wird. Natürlich darf im Land von Pizza und Pasta aber auch eine Nudelvariation auf der Karte nicht fehlen. In Teora gibt es Cavatelli, eine Pastaart, die optisch an eine Muschel erinnert.