Die Rückenlehne des Sitzes einfach verstellen, die Armlehne für sich beanspruchen, aufs Klo gehen, wenn gerade der Servicewagen unterwegs ist – hast du dir darüber noch nie Gedanken gemacht? Dann deutet einiges darauf hin, dass du deinen Mitreisenden bislang unbewusst auf die Füße getreten bist.

Denn tatsächlich gibt es einige ungeschriebene Gesetze, die das Miteinander an Bord regeln. Hier erfährst du, welche No-Gos du im Flugzeug künftig vermeiden solltest: 

1. Einfach die Armlehne im Flieger beanspruchen

„Beanspruchen Sie nicht automatisch beide Armlehnen, arrangieren Sie sich lieber höflich mit Ihren Mitfliegern“, rät der Knigge. Wie so oft im menschlichen Miteinander gilt auch hier: Reden hilft!

Relativ verbreitet ist die Ansicht, dass derjenige auf dem mittleren Sitz Anspruch auf beide Armlehnen hat – als Entschädigung dafür, dass die Person am Fenster sich an selbiges anlehnen kann und die Person am Gang ihre Beine dorthin ausstrecken kann.

Trotzdem ist es ratsam, vorher abzuklären, ob das für alle okay ist, bevor du passiv-aggressiv dein Revier absteckst. Ähnliches gilt übrigens für das Hoch- oder Runterschieben der Blende vor dem Flugzeugfenster. Bevor du die Blende einfach nach deinem Gutdünken verschiebst, frag deine Sitznachbarn, ob die Sonne sie blendet oder ob sie gern Licht hereinlassen wollen.

2. Flugzeug-Sitzlehne zurückklappen, ohne zu fragen

Diese Thematik hat kürzlich online zu einer hiztigen Diskussion geführt: Ist es okay, einfach seine Rückenlehne nach hinten zu stellen? Die US-Airline Delta findet, dass Passagiere zwar ein Recht darauf haben, sich während des Fluges zurückzulehnen. Allerdings sollten sie die anderen Passagiere vorher unbedingt fragen, ob das für die in Ordnung ist.

Um künftige Streits zu verhindern, plant das Unternehmen derzeit außerdem Sitze, die sich nur noch bis zur Hälfte des bisherigen Neigungswinkels einstellen lassen. Denn darauf, wie anstrengend ungefragtes Zurücklehnen sein kann, hat Delta Air Lines schon 2008 in einem Youtube-Video hingewiesen: 

In der Reihe „Planeguages“ machte die Airline auf Verhalten aufmerksam, das im Flugzeug so gar nicht geht. Neben dem Domino-Effekt des Zurücklehnens zählt dazu auch der zuvor erwähnte Kampf um die Armlehne.

3. Kopfhörer tragen, während du mit Flugbegleitern sprichst

Musik und Filme sind zwei Wege, lange Flugzeiten zu versüßen. Sobald dich Mitglieder der Crew ansprechen, solltest du deine Kopfhörer aber abnehmen – alles andere wäre respektlos. Das gilt zum Beispiel auch, wenn du deine Getränke oder Speisen orderst. 

Stell dir nur mal vor, du würdest im Restaurant mit Kopfhörern auf den Ohren bestellen, ohne dass du die Kellner richtig verstehst. Das käme dir wahrscheinlich auch nicht in den Sinn. Den Menschen, die sich um dein leibliches Wohl kümmern, deine Aufmerksamkeit zu schenken, ist einfach höflich. 

4. Zu den Service-Zeiten aufs Flugzeugklo gehen

Bei der Verteilung von Menüs und Drinks droht auch ein anderes Problem: Du musst eigentlich ganz dringend auf Toilette, aber jetzt versperrt der Service-Trolley den Weg. Horch noch mal in dich (und in deine Blase): Kannst du noch ein paar Minuten warten? Dann tu dir, den Flugbegleitern und den Menschen mit Gangplatz einen Gefallen und warte, bis die Gangway wieder frei ist. 

Das Gequetsche ist nämlich für alle anstrengend. Und wenn du dabei noch eine genervte Miene ziehst, bringst du die Flugbegleiter garantiert auf die Palme! Vor oder nach den Service-Zeiten hast du genug Möglichkeiten, entspannt auf Toilette zu gehen. 

5. Deinen Sitzplatz im Flugzeug zumüllen

Es ist eigentlich ein gutes Zeichen, wenn du dich im Flugzeug so wohl wie zu Hause fühlst. Dann solltest du dich – in einigen Fällen – auch so verhalten, wie du es dort tun würdest. Da lässt du deinen Müll vermutlich nicht einfach auf dem Boden oder auf dem Sofa liegen.

Im Flugzeug kannst du leere Becher oder Snackverpackungen zwar kurz in der Tasche am Vordersitz verstauen. Anschließend solltest du sie aber schnell in die Müllbeutel schmeißen, mit denen Flugbegleiter regelmäßig durch den Gang gehen. Und sollte nach der Landung noch Müll an deinem Platz sein, nimm ihn doch einfach mit und entsorge ihn spätestens am Flughafen im Mülleimer. 

6. Schuhe im Flugzeug ausziehen

In anderen Fällen wiederum solltest du dich nicht allzu häuslich einrichten. Das gilt besonders fürs Schuhe- oder Sockenausziehen. Immerhin ist ein Flugzeug ein geschlossener Raum und deine Mitreisenden können nicht mal eben durchlüften, um deinen Käsefuß-Geruch loszuwerden.

Und wenn du schon den Flug nur in Socken verbringen willst, leg sie wenigstens nicht auf den Arm- oder Kopflehnen der Sitzreihe vor dir ab. Kein Scherz, auch das ist schon passiert.

7. Grelle Displaybeleuchtung von Laptop und Co.

Besonders auf Langstreckenflügen kommt früher oder später der Punkt, an dem die Passagiere auch mal ein Nickerchen einlegen wollen. Da nervt es natürlich, wenn die voll aufgedrehte Display-Beleuchtung von Laptop oder Tablet des Sitznachbarn alle Schlafversuche zunichtemachen.

In einer Umfrage gaben deshalb stolze 92 Prozent der Befragten an: Wenn die Lichter in der Kabine gedimmt werden, sollte das auch bei der Helligkeit des Displays geschehen.

8. Deine Kinder im Flugzeug durchdrehen lassen

Ein weiterer Punkt, den sowohl Delta als auch der Knigge erwähnen: die „Kindastrophe“. Klar, mit Kindern zu verreisen kann ganz schön herausfordernd sein und verlangt den Eltern einiges an Planung ab. Dazu gehört: ausreichend Beschäftigung für den Flug einpacken. Der Knigge rät: „Spiele, Hörbücher oder Malutensilien können dabei äußerst praktische Helfer sein.“

Denn wenn bei Kindern Langeweile aufkommt, die Eltern diese aber gekonnt ignorieren, werden die Kleinen ihre Energie bestimmt an anderer Stelle auslassen. Und lautes Krakeelen, Rumrennen, Rumklettern am Sitz oder Boxen gegen die Rückenlehne trägt bestimmt nicht zu einer harmonischen Atmosphäre unter den Passagieren bei. 

9. Lautes Quatschen mit deinen Sitznachbarn

In eine ähnliche Kategorie fällt die Gesprächslautstärke. Zwar gehört zum Einmaleins der guten Manieren zu Luft, seine Sitznachbarn zu begrüßen. Wer danach noch weiterquatscht, sollte dies aber nicht zu laut tun. Vor allem, wenn Mitreisende das Gesprächsthema sind. Beim Lästern belauscht zu werden könnte ziemlich unangenehm enden. 

Du willst einfach deine Ruhe? Für das Gespräch zu danken und dann Kopfhörer aufzusetzen gilt als höfliche Möglichkeit, ungewollten Redefluss zu stoppen. (Die Kopfhörer aber wieder abnehmen, wenn Crew-Mitglieder mit dir reden – siehe Punkt eins.) Andere Option: Eine Toilettenpause einlegen und hoffen, dass der Gesprächspartner in der Zeit das Interesse verliert. 

10. Pupsen im Flugzeug

Apropos Toilettenpause: Es ist tatsächlich ein weitverbreitetes Phänomen, dass wir im Flugzeug mehr pupsen müssen als am Boden. Der „Boeing Belly“ ensteht, weil sich die Darmgase ab einer bestimmten Höhe ausdehnen – und dann irgendwie nach draußen müssen. Wenn sich die Flug-Flatulenz anbahnt, tu deinen Mitreisenden aber einen Gefallen: Geh aufs Klo, um dir Erleichterung zu verschaffen. 

Gegen das Bauchgrummeln hilft übrigens auch Bewegung und das Vermeiden bestimmter Lebensmittel, die besonders blähend wirken, wie etwa Zwiebeln, Knoblauch oder Hülsenfrüchte. Zwiebeln und Knoblauch solltest du auch aus einem anderen Grund vor und während eines Fluges vermeiden: So ersparst du deinen Sitznachbarn, penetranten Mundgeruch ertragen zu müssen.