328 von rund 380 US-Amerikanern an Bord der „Diamond Princess“ sind auf dem Weg zurück in ihre Heimat. Am frühen Montagmorgen (Ortszeit) hoben zwei Flugzeuge am Haneda Airport Richtung Kalifornien ab.

Der Wartemarathon ist damit aber noch nicht beendet: Nach der Landung auf der Travis-Luftwaffenbasis müssen die Passagiere erneut eine zweiwöchige Quarantäne über sich ergehen lassen. Einige bleiben dafür auf dem Militärstützpunkt, andere fahren zu einer anderen Basis in Texas.

„Diamond Princess“-Passagiere nach Rückkehr erneut in Quarantäne

Trotzdem dürften sich viele freuen, dass es endlich zurück gen Heimat geht. Wie „USA Today“ berichtet, können die an Bord der „Diamond Princess“ verbliebenen Amerikaner erst wieder Anfang März in die USA fliegen. Insgesamt sollen mindestens 40 Amerikaner von dem Kreuzfahrtschiff mit dem Coronavirus infiziert sein, diese werden in Krankenhäusern in Japan behandelt. Zuletzt kletterte die Zahl der infizierten Crew-Mitglieder und Passagiere auf über 350.

Einige US-Amerikaner hatten sich trotzdem dagegen entschieden, am Montag zurückzufliegen. So sagte ein Paar gegenüber „USA Today“, es glaube nicht, dass die Behörden die Evakuierung „sicher“ handhaben würden. Offenbar wurde auch kurz vor dem Boarding bekannt, dass 14 der Passagiere, die ausreisen wollten, positiv auf das Virus getestet worden waren. 

„Diamond Princess“-Passagiere positiv auf Coronavirus getestet

Wie der japanische Nachrichtensender „NHK“ berichtet, seien diese einige Tage zuvor an Bord der „Diamond Princess“ getestet worden. Die Ergebnisse kamen erst, als sie mit mehr als 300 Mitreisenden in die Flugzeuge steigen wollten. Die Infizierten dürfen trotzdem mitfliegen, sollen aber in einem abgetrennten Bereich untergebracht sein, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden.

Bislang wurden mehr als 1.200 der Passagiere getestet, 355 davon positiv. Darunter seien auch zwei der zehn Deutschen an Bord, berichtet unter anderem „Reise vor 9“. Neben den USA planen auch Kanada und Japan die Rückholung ihrer Staatsbürger. 

Die Reederei Princess Cruises gab am Sonntag bekannt, dass alle Kreuzfahrten mit der „Diamond Princess“ bis zum 20. April ausfallen. Grund dafür sei die verlängerte Quarantäne und die Zeit, die es voraussichtlich brauche, das Schiff für neue Kreuzfahrten vorzubereiten.

Seit 14 Tagen liegt die „Diamond Princess“ nun schon im Hafen von Yokohama unter Quarantäne. Diese war verhängt worden, nachdem ein Passagier einer vorangegangenen Kreuzfahrt mit dem Schiff positiv auf das Virus getestet worden war. Rund 3.500 Passagiere und Crew-Mitglieder steckten deshalb an Bord des Schiffes fest. 

Was passiert mit den Passagieren und den Mitarbeitern, die noch auf dem Schiff sind?

Diejenigen, die sich noch auf dem Kreuzfahrtschiff befinden, sollen alle getestet werden und dürfen bei negativem Testergebnis ab Mittwoch das Schiff verlassen, berichtet „NHK“. Ein Ausnahme: Wer sich ein Zimmer mit einer positiv getesteten Person geteilt hat, muss trotz negativem Ergebnis nach dem Auszug der infizierten Person noch weitere zwei Wochen in Quarantäne bleiben. 

Unter den Auswirkungen des Coronavirus litten auch die Passagiere der „MS Westerdam“. Das Schiff der Holland America Line durfte in fünf Ländern nicht anlegen, weil es aus Hongkong kam. Nach tagelanger Irrfahrt gingen die Passagiere schließlich in Kambodscha von Bord. Zuvor hatten Taiwan, Guam, die Philippinen, Thailand und Japan die Einreise verweigert. 

„MS Westerdam“: Passagierin in Malaysia positiv auf Coronavirus getestet

Ursprünglich hieß es, dass an Bord des Kreuzfahrtschiffes niemand mit dem Coronavirus infiziert sei. Nun wurde allerdings eine 83-jährige Amerikanerin, die mit an Bord war, positiv auf das neuartige Virus getestet. Sie musste sich bei der Einreise in Malaysia erneut dem Test unterziehen. 

Nun wird deshalb Kritik an dem Ablauf der Ausschiffung in Kambodscha laut. Der Leiter der malaysischen Gesundheitsbehörde, Noor Hisham Abdullah, sagte gegenüber dem „Guardian“, nur 20 Passagiere hätten ihre Tests abgeschlossen, bevor sie das Schiff verlassen hätten. „Die Tatsache, dass ein Fall positiv ist, bedeutet, dass alle anderen Passagiere dem Virus ausgesetzt waren.“

Die Amerikanerin ist mit 144 anderen Passagieren nach Malaysia geflogen. Sie und ihr Mann waren die Einzigen, die Symptome gezeigt hatten, der Test ihres Mannes fiel aber negativ aus. Die meisten anderen sollen bereits weitergereist sein, 236 Passagiere und 747 Crew-Mitglieder seien noch an Bord der „MS Westerdam“, so der „Guardian“. Malaysia will nun keinen von ihnen mehr einreisen lassen.

Am 10. Februar hatte die Reederei mitgeteilt, dass bei allen Menschen an Bord Fieber gemessen wurde, aber keiner eine erhöhte Temperatur habe. Außerdem mussten die Passagiere einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass keiner in den 14 Tagen zuvor auf das chinesische Festland gereist ist.

Coronavirus: Lange Inkubationszeit erschwert aussagekräftige Testergebnisse

Der Fall zeigt auch die Schwierigkeiten dabei zu bestimmen, wann ein Coronavirus-Test aussagekräftig ist: „Man kann jemanden an einem Tag testen und es kommt ein negatives Ergebnis heraus, aber am 14. Tag kann derjenige die Krankheit entwickelt haben“, erklärt Rebecca Katz, die das Centre for Global Health Science and Security an der Universität in George Town, Malaysia, leitet.

Ihr zufolge habe Kambodscha basierend auf den zu der Zeit verfügbaren Informationen die richtige Entscheidung getroffen. Schließlich gab es zu dem Zeitpunkt keine bestätigten Fälle. Allerdings seien die Tests nicht perfekt gewesen. Es sei schwer zu schätzen, wie viele weitere Passagiere der „MS Westerdam“ sich angesteckt haben könnten.