Seit 13 Tagen sitzen sie fest, weil ihr Kreuzfahrtschiff vor der Küste Japans unter Quarantäne gestellt wurde. Nun stieg die Zahl der mit dem Coronoavirus infizierten Menschen an Bord der „Diamond Princess“ erneut: 356 Passagiere sind inzwischen positiv auf das tödliche Virus getestet worden, darunter auch zwei von zehn Deutschen. Laut japanischem Gesundheitsministerium zeigten 75 der Infizierten aber (noch) keine Symptome. 

Die Tests sind indes noch nicht abgeschlossen: Rund 2.300 Menschen befinden sich auf dem Schiff, getestet wurden bisher 1.219 Passagiere. Am Mittwoch sollen die Ergebnisse von allen Tests vorliegen, berichtet „Zeit Online“. Am Freitag erhielten die Passagiere rund 2.000 Handys mit einer speziellen App, über die sich Medikamente bestellen lassen, meldet „Business Insider“.

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USA ändern Regeln für Rückholung – Passagiere genervt

Das Schiff wurde am 3. Feburar unter Quarantäne gestellt, nachdem ein infizierter Mann in Hongkong von Bord ging. Seither sitzen die Urlauber weitestgehend in ihren Kabinen fest, dürfen nur alle paar Tage kurz an Deck

Am Sonntag sollte eigentlich die Rückhol-Aktion der USA beginnen. Doch am Samstag änderte die ihre Pläne, was viele Eingesperrte verärgerte: Wer mit den beiden Maschinen in die USA fliegen wolle, müsse daheim noch einmal 14 Tage in Quarantäne verbringen – denn im Flieger würden jene, die negativ getestet wurden, neben jenen sitzen, die noch nicht getestet wurden, also infiziert sein könnten!

Wer nicht mit den beiden angebotenen Fliegern zurück nach Amerika wolle, dürfe erst nach zwei Wochen in Japan selbst einreisen – um sicherzugehen, dass die Person das Virus nicht in sich trägt. Viele Amerikaner sind verärgert, denn langsam beginnt nicht nur das Eingesperrtsein am Nervenkostüm zu nagen, auch der finanzielle Schaden wird immer größer. „CNN“ zitiert eine selbstständige Frau, die angibt, durch erneute zwei Wochen Quarantäne bis zu 50.000 US-Dollar zu verlieren. 

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Erste Passagiere verlassen „Diamond Princess“ – Quarantäne geht an Land weiter

Auch Hongkong und Kanada wollen Landsleute nach Hause bringen, Kanada wird allerdings nur jene, die negativ getestet wurden, nach Nordamerika zurückbringen. Sie sollen auf normale Linienflüge gebucht werden. 

Bereits am Freitag hatten die ersten elf Passagiere das Schiff verlassen. Sie wurden negativ getestet. Dennoch müssen sie zunächst in Quarantäne bleiben – denn theoretisch könnten sie sich auch unmittelbar vor dem Test infiziert haben, das Virus wäre dann noch nicht nachweisbar gewesen. Statt auf dem Schiff sitzen sie nun also in einer bereitgestellten Wohnung herum. 

Die Crew muss noch einmal weitere 14 Tage in Qurantäne bleiben

Die Crew des Kreuzfahrtdampfers trifft es allerdings noch härter als alle Passagiere: Die Reederei hat dem Team am Wochenende mitgeteilt, dass alle Mitarbeiter noch einmal gesondert eine 14-tägige Qurantäne antreten müssen – sobald der letzte Passagier das Schiff verlassen habe. 

Die „MS Westerdam“ hingegen, die tagelang auf asiatischen Gewässern trieb, weil Länder sich weigerten, das Schiff andocken zu lassen, ist inzwischen geräumt. Nur bei einem 83 Jahre alten Passagier wurde das Virus nachgewiesen, als er das Schiff in Malaysia verließ. Die 57 Deutschen sind inzwischen in ihre Heimat gebracht worden.