Allein 2019 wurden im Himalaya von der nepalesischen Armee 10.000 Kilogramm Müll gesammelt. Doch vor allem in den tiefer gelegenen Regionen. Die höheren, gipfelnahen Gebiete sind nur schwer zugänglich. Deshalb kritisieren einige der führenden Sherpas nun auch das Unterfangen der Regierung, die Armee dort einsetzen zu wollen. 

35.000 Kilogramm Müll und Dutzende Leichen sollen nach dem Plan der Behörden nämlich gesammelt werden, von der Armee. 860 Millionen nepalesische Rupien kostet das, umgerechnet sieben Millionen Euro. Doch führende Sherpas halten die Armee nicht dafür geeignet, in höhere Gebiete vorzudringen. Sie fordern einen neuen Plan, berichtet „BBC“. 

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Sherpas wollen den Müll selbst aufsammeln – bei angemessener Bezahlung

„Sie schaffen es, den Müll aus den niedrigen Höhen zu sammeln, aber sie haben nicht die Fähigkeiten, die höchsten Punkte zu erreichen“, sagt Kami Rita Sherpa gegenüber der „BBC“ – und er muss es wissen, denn er war immerhin schon 24-mal auf dem höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest. Er fordert, dass die Regierung den Plan ändert und statt der Armee lokale Sherpas einsetzt und diese auch entsprechend bezahlt – denn nur diese könnten den Job erledigen. 

Nebst Müll geht es auch um die Bergung von Leichen. Denn immer wieder verunglücken Touristen bei dem Versuch, die Gipfel im Himalaya zu erreichen. Wie schwierig das gesamte Unterfangen der Regierung ist, wird schon daran deutlich, dass viele Leichen und viel Müll schon seit Jahrzehnten dort im Eis liegen. Und solch eine gefrorene Leiche wiegt schon einmal bis zu 150 Kilogramm. Deshalb sagt auch der einstige Präsident der Nepal Mountaineering Association, Ang Tshering Sherpa, dass es enorm schwierig sei, diese Leichen oder auch schwere Zylinder zurückzubringen. „Sherpas riskieren dafür ihr Leben“, sagte er.  

Touristen lassen Dosen, Sauerstoffflaschen und Ausrüstung zurück

Auch mit Purba Tashi Sherpa sprach die „BBC“, und auch er unterstützt seine Kollegen: „Wir sind die richtigen Leute, um die Gipfel zu säubern, die Regierung sollte das im Auge behalten“, sagt der Mann, der schon 21-mal auf dem Mount Everest war.  

Sauerstoff- und Kochgasflaschen, Kletterausrüstungen, Flaschen und Lebensmitteldosen bleiben jedes Jahr in Massen zurück, wenn Bergsteiger aufbrechen, um die Gipfel Everest, Lhotse, Pumori, Amadablam, Makalu und Dhaulagari zu erreichen. Inzwischen wurde Einwegplastik seitens der Regierung verboten, auch müssen Bergsteiger, die in Nepal starten, eine Kaution von 400 Dollar vorlegen, die sie zurückerhalten, wenn sie mitsamt ihrem Müll wieder unten ankommen. 

Die Armee indes versteht die Aufregung nicht: Man lerne aus den Fehlern, sagte deren Sprecher Bigyan Dex Pandey. Er sei zuversichtlich, dass sein Team bis zum 5. Juni, wenn die Aufräumarbeiten offiziell beendet sein sollen, auch die höheren Gefilde erreicht hat.