Flugreisen, die sich nicht negativ auf das Klima auswirken: Für umweltbewusste Reise-Fans ist das ein großer Traum. Kann der schon bald wahr werden? Wenn es nach Delta Air Lines geht, ja! Ab dem 1. März will die US-Fluggesellschaft komplett „CO2-neutral“ werden. Dafür investiert sie innerhalb von zehn Jahren insgesamt eine Milliarde US-Dollar, um CO2 einsparende Techniken zu entwickeln. Dies gab das Unternehmen am Freitag bekannt.

Als Teil des Maßnahmenpaket soll unter anderem die Flotte erneuert werden. Die neuen Flugzeuge sollen effizienter arbeiten und damit weniger Treibstoff verbrauchen. Die Airline will zudem an alternativen Kraftstoffen forschen, die dann auch in den Flugzeugen zum Einsatz kommen sollen.

Umweltschutz in allen Bereichen des Unternehmens

Ein weiterer Schwerpunkt stellt der Abbau von bereits verbauchtem Kohlenstoffdioxid dar. Delta verspricht, in die Forstwirtschaft und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten zu investieren. Trotzdem will sich das Unternehmen nicht ausschließlich auf sogenannte Kompensationsprojekte verlassen.

„CO2-Kompensationen sind nicht die Lösung, wir müssen in Projekte investieren, die einen Unterschied machen“, sagt Geschäftsführer Ed Bastian gegenüber „CNBC“. Rund zwei Prozent des weltweiten Kohlenstoffdioxidausstoßes geht auf das Konto von Fluggesellschaften.

98 Prozent der Gesamtemissionen der Airline wird durch Flugzeuge verursacht. Doch auch am Boden will das Unternehmen selber und mit seinen Partnern und Zulieferern an klimaneutralen Lösungen arbeiten. Ed Bastian sieht keinen Widerspruch darin, sich für die Umwelt einzusetzen und gleichzeitig eine Airline zu führen: „Da wir Kunden rund um die Welt verbinden, ist es unsere Verantwortung, unser Versprechen einzulösen, Menschen zusammenzubringen und gleichzeitig den größtmöglichen Einsatz für unsere Umwelt zu gewährleisten“.

Airlines kompensieren CO2-Ausstoß

Auch andere Airlines geloben Investitionen: Seit Januar kompensiert Air France automatisch den CO2-Ausstoß aller Inlandsflüge. Auch Easyjet leistet seit Dezember Ausgleichszahlungen für jeden Fluggast, um durch die Investition in nachhaltige Projekte ihre Emmissionen auszugleichen. 

Bei Kritikern stößt diese Form der Kompensation allerdings auf Kritik. Schließlich würden beim Fliegen trotzdem Treibhausgase ausgestoßen, im Nachhinein könnten die schädlichen Folgen der Emissionen nicht aufgehoben werden. Ein großes Problem bleibt der Antrieb: Derzeit sehen Airlines keine Alternativen zu Kerosin als Treibstoff.

Das erkennt auch Delta-Chef Ed Bastian: „Wir investieren in Technologien um die Auswirkungen von Kerosin zu verringern, aber ich sehe derzeit keine Zukunft, in der wir Kerosin komplett eliminieren können.“