Die Coronavirus-Epedemie führt zurzeit zu Tausenden Flugausfällen, die die Airlines vier bis fünf Milliarden Euro kosten werden, schätzt die zivile Luftfahrtorganisation „Icao“. Damit hat der Virusausbruch schon jetzt größere Folgen als Sars.

Aus Angst vor dem Virus vermeiden es viele Fluggesellschaften, nach China zu fliegen. Rund 70 Airlines weltweit haben alle Flüge von und zum chinesischen Festland gestrichen, weitere 50 haben ihren Flugplan gekürzt.

Stündlich steigt die Zahl der Fluggesellschaften, die ihre China-Verbindungen stornieren oder reduzieren. Wir geben eine erste Übersicht über die Reaktionen der Airlines auf das Coronavirus:

Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines streichen Flüge

Die Lufthansa und ihre Töchter Swiss und Austrian Airlines haben ihre China-Flugpause bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März verlängert. Betroffen sind Verbindungen von und nach Peking und Shanghai, die bisher nur bis zum 29. Februar gestrichen waren. Flüge nach Nanjing, Shenyang und Qingdao waren bereits zuvor bis Ende März ausgesetzt worden.

British Airways

Die britische Fluggesellschaft British Airways hat ihre Flüge von London nach Peking und Shanghai halbiert – das soll noch bis zum 31. März andauern.

KLM Royal Dutch Airlines

Die KLM Royal Dutch Airlines fliegt bis zum 29. März nicht nach Chengdu, Xiamen und Hangzhou. Die Strecken nach Peking und Shanghai sind bis zum 15. März gestrichen.

Air China

Air China hat einige Strecken von Peking nach Japan gestrichen, nach Tokio fliegt die chinesische Airline noch regelmäßig. Air China hat außerdem bekannt gegeben, ab kommender Woche nicht mehr nach Düsseldorf zu fliegen. Die Flüge in die NRW-Hauptstadt und zurück seien nicht ausgelastet genug.

Delta Airlines

Die US-Fluggesellschaft Delta Airlines, die zweitgrößte Airline der Welt, hat die Flüge zwischen den USA und China deutlich reduziert und einige Strecken bis zum 30. April gestrichen – darunter Flüge nach Shanghai und Peking.

American Airlines

American Airlines fliegt bis zum 23. April nicht mehr nach China. 

United Airlines

Die Fluggesellschaft mit Sitz in Chicago in den USA streicht bis zum 24. April alle Flüge nach China.

Air France

Air France streicht bis zum 15. März alle China-Strecken, darunter Flüge von Paris nach Peking, Shanghai und Wuhan. Der „normale“ Flugverkehr soll erst ab dem 29. März wieder laufen.

Virgin Atlantic

Virgin Atlantic streicht bis zum 28. März ihren China-Flug von London nach Shanghai.

Die ausländischen Fluggesellschaften verringerten ihre Kapazitäten damit um fast 80 Prozent, chinesische Airlines um etwa 40 Prozent.

Ethiopian Airlines fliegt weiter

Afrikas größte Fluglinie Ethiopian Airlines zieht aktuell keine Konsequenzen aus der Coronavirus-Epedemie. Die Fluggesellschaft verkündete am Donnerstag via Twitter, alle Flüge nach Peking, Shanghai, Guangzhou, Chengdu und Hongkong fänden planmäßig statt. China sei einer der wichtigsten und ältesten Märkte für Ethiopian.

„Wir arbeiten mit allen relevanten chinesischen und äthiopischen Behörden zusammen, um unsere Passagiere und Crews nach den Richtlinien der IATA, der Weltgesundheitsorganisation und der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC vor dem Coronavirus zu schützen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus (Covid-19) ist in China auf 1.400 gestiegen. Besonders betroffen ist die Provinz Hubei. Zudem seien jetzt 64.000 Fälle registriert worden, teilte die Gesundheitskommission am Freitag mit.