Wunderschöne Strände, blaues Meer und großzügige All-inclusiv-Angebote machen Ägypten zu einem beliebten Urlaubsort. In dieser Umgebung machen sich die meisten Touristen keine Gedanken über falsches Benehmen. Was aber in der Heimat als ganz normale Gepflogenheit gilt, könnte in dem arabischen Land ungut ankommen und sogar zu einer Verhaftung führen. Es drohen eine Geld- und im schlimmsten Fall eine Gefängnisstrafe.

Brite wegen sexueller Belästigung in Ägypten verhaftet

Das musste erst vor Kurzem ein britischer Vater erfahren. Tony C. aus Sutton soll lediglich einem Sicherheitsbeamten am Flughafen auf den Rücken geklopft haben, nachdem ihn dieser beim Security-Check abgestastet hatte. Daraufhin wurde er von der ägyptischen Polizei wegen „sexueller Belästigung“ verhaftet, das berichtet die britische Tageszeitung „Daily Mail“. 

Er war mehrere Tage im Gefängnis – sei nun nach einer Zahlung von umgerechnet etwa 1.200 Euro Kaution aber wieder frei und zurück in Großbritannien. Das berichtet die Familie auf einer Facebook-Seite

Ein Kuss kann in Ägypten zu einer Geldstrafe führen

Es gibt in Ägypten mehrere Verhaltensweisen, die nicht gern gesehen sind oder gar unter Strafe stehen. Öffentliche Liebesbekundungen etwa sind in dem Land nicht gern gesehen, das Küssen des Partners oder eine zärtliche Umarmung könnten zu einer Geldstrafe führen.

Auch ein Wangenküsschen gegenüber dem anderen Geschlecht gilt als verpönt. Nach Auffassung der Ägypter stehen Frauen zur Begrüßung lediglich ein kurzes Nicken oder ein leichtes Lächeln zu, das schreibt die Ratgeberseite „Bussgeld-Info“.

Auch wenn homosexuelle Handlungen nicht explizit unter Strafe stehen, könne Homosexualität geahndet werden, wenn sie offen gezeigt wird, das schreibt das Auswärtige Amt.

Alkohol ist in der Öffentlichkeit in Ägypten verboten

Außerdem sollten Urlauber keinen Alkohol auf der Straße trinken – das ist in Ägypten verboten. Ein generelles Alkoholverbot gibt es aber nicht. Bei einem Verstoß müssen Reisende mit einer Geld- oder einer Gefängnisstrafe rechnen.

Urlauber sollten keine enge oder aufreizende Kleidung tragen

Auch die Kleidung spielt in dem muslimischen Land eine große Rolle. Männliche und weibliche Touristen sollten weite, lange Hosen tragen, aber auf durchsichtige oder aufreizende Klamotten verzichten. Dementsprechend sind für Männer Muskelshirts und für Frauen Tops mit tiefen Dekolletés ein No-Go.

Oben-ohne-Sonnen oder FKK-Baden sind in Ägypten verboten

Noch strenger sind die Benimmregeln für den Strand. Auch wenn die Hotels westlich orientiert wirken, sind das Sonnen oben ohne am Strand und erst recht das FKK-Baden tabu. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. 

Vorsicht beim Fotografieren oder Filmen in Ägypten

Besondere Vorsicht gilt beim Fotografieren und bei kritischen Äußerungen in den sozialen Medien. Das Knipsen von schönen Urlaubserinnerungen ist zwar ganz normal erlaubt, wenn allerdings Einheimische abgelichtet werden, ist vorher deren Einverständnis erforderlich.

Fahrzeuge und Personal des Militärs sowie der Polizei dürfen ohne Genehmigung überhaupt nicht fotografiert oder gefilmt werden. Bei einem Verstoß droht die Beschlagnahmung der Kamera und eine Festnahme. Drohnen dürfen nicht ohne besondere Genehmigung der ägyptischen Behörden mit ins Land genommen werden.

Touristen sollten sich kritische Kommentare verkneifen

Gleiches gilt für politische Kommentare und kritische Aussagen über Ägypten auf Facebook, Instagram und Co. „Seien Sie sich Ihres Verhaltens und Ihrer Äußerungen in der Öffentlichkeit und in sozialen Medien bewusst“, schreibt das Auswärtige Amt. Solche Äußerungen könnten als Beleidigung und Diffamierung Ägyptens oder als „Verbreiten falscher Gerüchte“ ausgelegt werden. 

Hinweise der Hotels und der Reiseveranstalter sollten beachtet werden.