Das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ stand mehr als zwei Wochen unter Quarantäne, auf dem Schiff hatten sich mehr als 621 Personen mit dem Coronavirus infiziert – zwei ältere Passagiere starben an der ausgelösten Infektion. Und kürzlich musste eine Karibik-Kreuzfahrt aufgrund von mehr als 300 Novovirus-Infizierten an Bord abgebrochen werden.

Doch sind Kreuzfahrtschiffe wirklich anfälliger für die Verbreitung von Krankheiten als andere Orte? Ein Experte für Infektionskrankheiten der „Australian National University“ hat gegenüber der britischen „BBC“ Auskunt darüber gegeben. 

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Ansteckungsgefahr ist im Bordrestaurant auf dem Kreuzfahrtschiff hoch

Professor Sanjaya Senanayake nennt einen einfachen Grund, für die vermehrten Krankheitsausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen: „Auf einem Schiff reisen Passagiere und Crew-Mitglieder aus verschiedenen Regionen der Welt. Jeder hat ein anderes Immunsystem und die Menschen sind anfälliger für Krankheiten, die ihres noch nicht kennt. Das sind gute Voraussetzungen für einen Infektionsausbruch.“

Das Coronavirus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also nicht erst durch Körperkontakt. Der indirekte Kontakt mit Infizierten über Körperflüssigkeiten reicht schon aus. Auf einem Kreuzfahrtschiff kann das sehr schnell gehen.

Eine Gefahrenquelle ist das Bordrestaurant. „Angenommen, es nießt jemand auf den Tisch und im Anschuss berührt diesen Tisch ein anderer Gast. Das kann schon für eine Infektion reichen“, so der Experte. Hier stehen Kreuzfahrtschiffe aber nicht alleine, das gleiche Risiko besteht auch in Hotels oder in Kantinen.

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Gemeinsam genutze Räume als Gefahrenherd

Auf den ersten Blick kommen die Gäste auf einem Kreuzfahrtschiff nicht viel miteinander in Berührung. Doch das täuscht: „Swimmingpool, Massagebereich oder der Theatersaal: All diese Bereiche werden von allen Passagieren genutzt. Daher können sich hier Viren schnell vermehren“, gibt Senanayake zu Bedenken.

Ein anderer Grund für die Vermehrung von Viren auf Schiffen ist die Crew. Aufgrund des Platzmangels an Bord arbeitet die Besatzung oft sehr eng beieinander, zum Teil werden die gleichen sanitären Anlagen benutzt. 

Kreuzfahrtschiffe treffen Vorkehrungen

Dennoch: Es gibt keinen Grund für Panik. Jede Reederei hat strenge Vorschriften, um Infektionsausbrüche zu verhinden beziehunsgweise einzudämmen. Sollten Passagiere sichtbare Symptome zeigen, werden sie vom Schiffsarzt genauer untersucht.

Und: Bei einem Ausbruch einer Krankheit wird häufig die Selbstbedienung am Buffet abgeschafft, stattdessen wird jeder Gast am Platz bedient. Der Einsatz und das Bereitstellen von Desinfektionsmittel ist ebenfalls gang ung gäbe.