Quarantäne-Schiff „Diamond Princess“: Erste Passagiere dürfen von Bord

„Diamond Princess“: Erste Passagiere dürfen von Bord

Seit dem 4. Februar befinden sich Passagiere und Mitarbeiter auf dem Kreuzfahrtschiff in Quarantäne, die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle steigt weiter. Der reisereporter bringt dich auf den neuesten Stand.

Ein Krankenwagen verlässt den Pier in Yokohama, wo das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ noch immer unter Quarantäne ist.
In den kommenden Tagen sollen Passagiere die „Diamond Princess“ freiwillig verlassen dürfen – müssen dann aber an Land zunächst in einer Quarantäne-Unterkunft bleiben.

Foto: imago images/Kyodo News

Am Donnerstag wurden 44 neue Fälle an Bord bestätigt, damit steigt die Zahl der infizierten Passagiere und Crew-Mitglieder auf insgesamt 218. 40 der neuen Betroffenen sind 70 Jahre alt oder älter. Von den Passagieren, die bislang in Krankenhäuser gebracht wurden, zeigten fünf schwerwiegende Symptome, berichtet die „Japan Times“. Einige müssten künstlich beatmet werden und befänden sich auf der Intensivstation.

Passagiere, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, werden zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Doch nun sollen nach und nach auch die anderen Passagiere das Schiff verlassen dürfen. Wie die Reederei mitteilt, plant die japanische Gesundheitsbehörde die freiwillige Ausschiffung von Gästen. 

Erste Passagiere dürfen das Kreuzfahrtschiff verlassen

Wer möchte, soll demnach die Quarantäne an Land fortsetzen dürfen. Zunächst sollen diese Möglichkeit vor allem ältere Passagiere mit Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen bekommen. Vor der Ausschiffung sollen die Passagiere auf das Coronavirus getestet werden. Bei einem positiven Ergebnis kommen sie ins Krankenhaus, bei einem negativen können sie das Schiff verlassen und in die Quarantäneunterkunft gebracht werden. 

Elf negativ getestete Passagiere hätten das Schiff am Freitag bereits verlassen, berichtet das dänische Radio „DR“. Alle seien 80 Jahre alt oder älter. Bis zum Ende der Quarantäne am 19. Februar sollen sie in der bereitgestellten Unterkunft bleiben.

Fraglich ist, ob das komfortabler sein wird, als einfach auf dem Schiff zu bleiben. In der Pressemitteilung heißt es, es handele sich „um eine aus einzelnen Zimmern und Bädern bestehende Wohnanlage“. Dort sollen notwendige verschreibungspflichtige Medikamente bereitgestellt werden. Wer auf dem Schiff bleiben möchte, kann dies bis zum Ende des Quarantänezeitraums tun. 

So vertreiben sich die Passagiere die Zeit während der Quarantäne

Die meiste Zeit müssen die Passagiere in ihren Kabinen ausharren. Manchmal dürfen sie aber an Deck frische Luft schnappen, zum ersten Mal war das am vergangenen Sonntag der Fall. Auf dem Twitter-Account „quarantinedondiamondprincess“ zeigen Gäste ihr Leben an Bord. In einem aktuellen Video ist zu sehen, dass die Passagiere mit Mundschutz ausgestattet an Deck gehen durften. „Gestern hatten wir keine Chance, rauszugehen“, heißt es zu den Aufnahmen: 

Weil die Passagiere viel Zeit in den Kabinen verbringen, werden einige ganz schön erfinderisch, um es sich so angenehm wie möglich zu gestalten. So hat sich ein Paar vor wenigen Tagen Wein per Drohne aufs Schiff bestellt. Weil heute Valentinstag ist, wollen sie mit einer Flasche Sekt anstoßen. Und mit Gesichtsmasken und Fitnessprogramm über den Fernseher versuchen sie die Zeit bestmöglich zu nutzen: 

Ein besonderes Angebot machte dieser Tage außerdem eine US-Webcam-Streaming-Plattform: Das Unternehmen „CamSoda“ soll kostenlose Zugänge für die Menschen an Bord der „Diamond Princess“ verschenken. Damit können sie gratis Live-Pornos anschauen. Das berichtet unter anderem die „New York Post“.

Wie kam es zur Quarantäne der „Diamond Princess“?

Am 20. Januar war ein Gast aus Hongkong in Yokohama zu einer Kreuzfahrt mit der „Diamond Princess“ gestartet. Sechs Tage, nachdem er am 25. Januar in Hongkong von Bord gegangen war, wurde er positiv auf das Coronavirus getestet. Am 4. Februar wäre für die aktuellen Passagiere die Kreuzfahrt geendet, stattdessen harren sie seitdem allerdings in Quarantäne aus. Diese soll nach derzeitigem Stand bis zum 19. Februar anhalten.

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