Ein paar Meter Sand, dann eine mehrere Meter tiefe Abbruchkante, dahinter Wasser: Vom Badestrand auf Wangerooge ist nach der Sturmflut-Serie infolge des Orkantiefs „Sabine“ nicht mehr viel übrig.  Die Norseeinsel wurde besonders hart getroffen, denn sie ist die östlichste der ostfriesischen Inseln und damit Sturmfluten stärker ausgesetzt als die anderen. 

Auch auf der Insel Langeoog sind die Bilder ähnlich dramatisch: Mehr als zehn Meter Strand habe sich das Meer geholt, berichtet das Portal „Langeoog News“. Messungen am Strandübergang Gerk-sin-Spoor haben gezeigt, dass der Strand dort von 25 Metern auf gut 14 Meter Breite geschrumpft sei. Dort gebe es bis zu zwei Meter steil abfallende Abbruchkanten. 

Warnschilder weisen auf die Schäden der Sturmflut am Strand hin.

Wangerooges Badestrand schrumpft um 80 Prozent

Am Hauptbadestrand von Wangerooge klafft die Kante an manchen Stellen zwischen Promenade und Strand sogar vier Meter hoch – der Hauptstrand ist zu großen Teilen weggerissen worden, das berichtete die „HAZ“. Er sei um 80 Prozent geschrumpft. Auch Sanddünen seien geschrumpft.

Inselbürgermeister Marcel Fangohr gehe  davon aus, dass etwa 80.000 Kubikmeter Sand weggespült wurden. Der Schaden liege bei rund 300.000 Euro – denn um den Badestrand wieder aufzubauen, müssen Kipplaster den Sand aus dem Osten der Insel zum Hauptstrand transportieren. Das dauere etwa sechs Wochen.

Dass Strände nach Sturmfluten wieder aufgebaut werden müssen, ist für die Insel nichts Neues – denn die gibt es jedes Jahr. Doch normalerweise schrumpft der Strand nicht so doll, im Normalfall um maximal 55 Prozent. 2019 wurden etwa 300.000 Euro aufgewendet, um Sand heranzukarren. 

Das Geld wird aus den Einnahmen durch den Tourismus genommen, denn von dem lebt die ostfriesische Insel in der Nordsee. Nach Angaben der Kurverwaltung kommen pro Jahr etwa 140.000 Urlauber, das macht round about 2,3 Millionen Euro Kurbeiträge.

Sylt: Sturmfluten räumen Strände aus

Auch auf den nordfriesischen Inseln hat „Sabine“ ordentlich Sand abgetragen: Auf Sylt habe das seit mehr als 30 Jahren immer wieder aufgefüllte Sanddepot nicht verhindern können, dass es auch an den Vor- und Randdünen sowie am Roten Kliff bei Kampen Abbrüche gab, das teilt das Umweltministerium Schleswig-Holsteins mit.