Fluggastrechte: Gibt es bald bei weniger Flugausfällen Geld zurück?

Gibt es bald bei weniger Flugausfällen Geld zurück?

Der Ärger bei einem verspäteten Flug ist groß – doch immerhin haben Passagiere ab drei Stunden Verzögerung Anspruch auf eine Entschädigung. Aber: Verbraucherschützer warnen vor Einschnitten bei den EU-Fluggastrechten.

Warten, warten, warten. Bei Flugausfällen gibt’s für den entstandenen Ärger oft Geld nach der EU-Fluggastrechteverordnung. (Symbolfoto)
Warten, warten, warten. Bei Flugausfällen gibt’s für den entstandenen Ärger oft Geld nach der EU-Fluggastrechteverordnung. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Xinhua

Zwischen 250 und 600 Euro Entschädigung stehen Passagieren im Fall eines Flugausfalls oder einer Flugverspätung ab drei Stunden zu – es sei denn, außergewöhnliche Umstände wie ein Sturm sind schuld. Doch ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission soll eine Verschlechterung für Fluggäste vorsehen. 

Kroatien will nach Medienberichten während seiner Zeit der EU-Ratspräsidentschaft vorschlagen, die Mindestflugverspätung von drei Stunden zu erhöhen, schreibt unter anderem die kroatische Tageszeitung „Novi List“. Der Anspruch solle bei einer Strecke von 3.500 Kilometern frühestens ab fünf Stunden Verspätung greifen, bei der Mittelstrecke ab sieben Stunden und bei Langstreckenflügen ab 6.000 Kilometern erst ab zwölf Stunden.

Es sei damit „die finanzielle Belastung der Fluggesellschaften und die Tatsache zu berücksichtigen, dass die Fluggesellschaften zunehmend für Verzögerungen verantwortlich sind“, zitiert „Novi List“.

Verbraucherschützer warnen: „Verschlechterung der Verbraucherrechte“

Für den Vorschlag gibt es Kritik, nicht nur aus der Politik. „Wenn der Entschädigungsanspruch – wie von der Kommission vorgeschlagen – erst ab fünf Stunden für Kurzflüge gelten soll, würde die überwiegende Zahl der Verspätungsfälle nicht mehr unter die Regelung fallen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes (VZBV), Klaus Müller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er bezeichnete das als eine „deutliche Verschlechterung ihrer Verbraucherrechte“.

Und gleichzeitig sehe er auch die Gefahr, dass dann „Verspätungen im Flugverkehr deutlich zunehmen“ könnten, da Airlines der Anreiz zur Pünktlichkeit fehle.

Vorschlag zu EU-Fluggastrechten ist nicht neu

Bereits im Jahr 2014 hatte die EU-Kommission einen überarbeiteten Vorschlag zur Erneuerung der EU-Fluggastrechte vorgelegt, welcher die Mindestflugverspätungszeit für eine Entschädigung auf fünf Stunden vorsah. Dieser wurde jedoch durch einen Streit zwischen Großbritannien und Spanien um Regeln für Gibraltar mehrere Jahre lang blockiert. Der Brexit macht nun den Weg für neue Beratungen frei.

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