Schokolade, Taschenmesser und Uhren – das sind die beliebten Mitbringsel aus der Schweiz, Hersteller werben damit bei Touristen. Auch deshalb ist es eine schwierige Zeit für Schweizer Uhrenfabriken. Die leiden nämlich unter den Folgen des Coronavirus. 

Aufgrund zahlreicher Restriktionen infolge der Krankheit bleiben nämlich chinesische Touristen fern, die sich im Urlaub sonst gern mit hübschen Designer-Uhren eingedeckt haben. Das berichtet das Magazin „20 Minuten“. 

Aktuelle Deals

Mehrere Uhrenverkäufer sagten demnach, der Gruppentourismus mit Chinesen vom Festland sei quasi tot, der Umsatz seit Anfang des Monats auf null zurückgegangen. Grund dafür ist eine Restriktion der chinesischen Regierung, die Gruppenreisen im In- und Ausland untersagt. Außerdem wurden zahlreiche Flugverbindungen aus China nach Europa gekappt. 

Flugverbindungen gestrichen, Gruppenreisen untersagt – die Wirtschaft leidet

In Interlaken schätzen Unternehmer, dass nicht einmal mehr halb so viele Chinesen wie sonst üblich in der Stadt sind – wodurch auch weniger verkauft wird. Das spiegelt sich auch in den Zahlen von Schweiz Tourismus wider, wonach normalerweise mehr als die Hälfte der chinesischen Urlauber im Land in Gruppen reisen. 

Das Magazin zitiert den Sprecher von Schweiz Tourismus, André Aschwanden, damit, dass ein weiterer Rückgang zu erwarten sei. Ob das dann auch die Hauptreisezeit von Mai bis Oktober betreffen wird, ist noch unklar – die Entwicklung des ansteckenden Virus ist völlig offen. Traditionell kommen ab März verstärkt Touristen aus China in die Schweiz. 

Schweizer Uhrenhandel hängt von finanzstarken Kunden aus China ab

Doch auch wenn der Flugverkehr zeitnah wieder aufgenommen werden sollte, würde es Monate dauern, bis sich der Tourismus und damit auch der Uhren-Verkauf normalisiert habe. Verschiedene Unternehmen, mit denen „20 Minuten“ sprach, gaben an, die Personalsituation anpassen oder Kurzarbeit einführen zu wollen. 

Der gesamte Uhren-Sektor hänge von finanzkräftigen Chinesen ab, sagt Hersteller Robert Casagrande: „Für sie gibt es keinen Ersatz.“ Deshalb hilft es aktuell auch nicht viel, dass Menschen aus anderen Nationen – auch aus Asien wie Japan – nach wie vor in die Schweiz reisen.