Dass der Orkan „Sabine“ den Flugverkehr in Europa ziemlich durcheinanderwirbelte, erlebten rund 300 Passagiere an Bord einer Boeing 787-8 Dreamliner von Air Europa am Sonntag am eigenen Leib. Ihr Flug war am Sonntagnachmittag in Madrid gestartet. Knapp drei Stunden später landeten sie wieder dort. Dazwischen erlebten sie einen „Horrorflug“ mit Panik und mehreren abgebrochenen Landeversuchen am Flughafen Schiphol in Amsterdam.

Video: Passagiere in Panik erleben „Horrorflug“

Ein Video aus der Kabine zeigt, wie ruckelig die Landeversuche zugingen, einige Passagiere kreischen in Panik. „Die Leute haben geschrien und sich übergeben“, erzählt Mark Haagen, einer der Passagiere, gegenüber der niederländischen „RTL Nieuws“. „Die Turbulenzen waren enorm, alles vibrierte und flog umher.“ Er kritisiert, dass die Maschine bei dem Sturm überhaupt gestartet ist.

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Zweimal sei der Flieger im letzten Moment wieder durchgestartet, nur rund 150 Meter über der Landebahn – das bestätigen auch die Aufzeichnungen des Flug-Trackers „Flightradar24“. Draußen sei es stockdunkel gewesen, er habe auf dem Bildschirm gesehen, dass das Flugzeug nach fünf gescheiterten Landeversuchen wieder umgekehrt sei. Der Flug-Tracker zeigt allerdings nur zwei Landeversuche. „Es gab wenig Kommunikation“, beschwert sich Mark. „Wir wussten nicht, wo wir waren.“

Flieger startet in Madrid und landet nach drei Stunden Flug wieder dort

Bei der Rückkehr nach Madrid sei alles wieder ruhig gewesen, schreibt Mark Haagen auf Twitter. Bei der Landung hätten alle geklatscht, erleichtert, dass sie endlich auf sicherem Boden angekommen seien, sagte er der niederländischen Nachrichtenseite. Der Niederländer hatte mit zwei Freunden einen Wochenendtrip in Madrid verbracht.

In einem Statement gegenüber der britischen „Sun“ bestätigte die Fluggesellschaft Air Europa, dass der Flug UX 1093 von Madrid nach Amsterdam aufgrund von schlechtem Wetter nicht in Amsterdam landen konnte und nach Madrid zurückgekehrt sei. „Um die Passagiere wurde sich zu jeder Zeit gekümmert, sie wurden in Hotels untergebracht und unsere Mitarbeiter haben sich um Alternativen am nächsten Tag gekümmert.“

Mark Haagen teilte am Montagnachmittag auf Twitter ein Bild aus dem Flugzeug: „Zweiter Versuch“, schreibt er dazu. Die Tickets hätten er und seine Freunde selbst gebucht. Air Europa habe Alternativen für Dienstag oder Mittwoch angeboten.