Oscars 2020: Reise an die Drehorte der Gewinner-Filme

Oscars 2020: Reise an die Drehorte der Gewinner-Filme

„Joker“, „Parasite“ und „Judy“ – diese Filme gehören zu den Abräumern der Oscars 2020. Du möchtest auf den Spuren der großen Filmkunst wandeln? Wir zeigen dir, welche Orte aus den Filmen es wirklich gibt.

Leonie Zimmermann
Fast alle Drehorte aus „Once Upon a Time in Hollywood“ gibt es wirklich.
Fast alle Drehorte aus „Once Upon a Time in Hollywood“ gibt es wirklich.

Foto: imago images/Prod.DB

„And the Oscar goes to...“: Hast auch du in diesem Jahr wieder mitgefiebert, als die besten Filme des Jahres ausgezeichnet wurden? Wir zeigen dir, wie du deinen Idolen aus den Gewinnerfilmen noch ein wenig näherkommen kannst. 

Zu den absoluten Abräumern bei den diesjährigen Oscars gehört der südkoreanische Film „Parasite“. Überraschend gewann der nichtenglischsprachige Film in gleich vier Kategorien: Bester Film, bester internationaler Film, beste Regie, bestes Originaldrehbuch, das berichtet das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Regisseur Bong Jon-Hoo erzählt die Geschichte zweier Familien – eine reich und wohlerzogen, die andere arm und unerhrlich – die sich durch skurrile Zufälle miteinander verknüpfen. 

Das hat es mit den Drehorten von „Parasite“ auf sich 

Wenn du jetzt aber am liebsten direkt einen Flug nach Südkorea buchen möchtest, um dir die Drehorte anzusehen, müssen wir dich leider enttäuschen: Sowohl die hochmoderne Villa, in der die wohlhabende Familie Park lebt als auch die winzige Souterrain-Wohnung der armen Familie Kim wurden extra für den Film gebaut.

Die Villa stand auf einem leeren Gelände und wurde bereits wieder abgerissen, während die Wohnung in einem riesigen Wassertank gebaut wurde, um die extremen Regenmassen im Film darstellen zu können. Aber auch diesen Wassertank kannst du leider nicht besichtigen.

Ein kleines Trostpflaster haben wir aber für dich: Du kannst das Leibgericht der wohlabenden Frau Park nachkochen. Wie das geht, zeigen einige Fans in Youtube-Videos.

Besuche die „Joker“-Treppen in New York 

Wer den Hollywood-Film „Joker“ kennt, dem fällt es nicht schwer, die Drehorte für den Film ausfindig zu machen. Denn Oscar-Gewinner Joaquin Phoenix wandelt in der Geschichte als Batman-Gegenspieler Joker durch das düstere Gotham. Und das ist in der Realität schlichtweg New York

Besondere Aufmerksamkeit genießt allerdings die Treppe, auf der Arthur Fleck seine Verwandlung zum Bösewicht Joker feiert: Die 132-Stufen Treppe in der Bronx ist seit Filmbeginn als Joker-Treppe bekannt und wird von zahlreichen Fans besucht.

Marriage Story: New Yorker Gerichtsgebäude und Knickerbocker Bar 

Das unaufgeregte Liebesdrama „Marriage Story“ gehört auch zu den preisgekrönten Filmen – dank der ausgezeichneten Nebendarstellerin Laura Dern, die eine beharrliche Scheidungsanwältin spielt. Sie vertritt in der Netflix-Geschichte Nicole (Scarlett Johannson), die sich von ihrem Ehemann scheiden lassen möchte.

Regisseur Noah Baumbach drehte die meisten Innenszenen in den Burbank-Studios von Warners Bros. Trotzdem könnt ihr die Drehorte einiger Szenen besuchen. Und auch dafür geht es wieder nach New York: In die U-Bahn, in das Century City-Hochhaus und den Flur im Stanlay Mosk Gerichtsgebäude, wo Nicole sich von Noch-Ehemann Charlie (Adam Driver) scheiden lässt. 

Das ultimative „Marriage Story“-Gefühl bekommst du allerdings an einem anderen Ort: Im Knickerbocker Bar & Grill in New York. In diesem Restaurant in Greenwich Village hängt Charlie mit seiner Theatergruppe rum und singt traurig „Being alive“ vor sich hin.

„Once Upon a Time in Hollywood“: Das Hollywood der 60er-Jahre

Regisseur Quentin Tarantino hat sich für den Filmepos „Once Upon a Time in Hollywood“ etwas besonderes überlegt: Er wollte die Szenen aus dem Jahr 1969 möglichst ohne Bearbeitung entstehen lassen. Und das gelang ihm auch – die meisten Orte im Film, der das Hollywood der 1960er-Jahre darstellen soll, gibt es wirklich. Und die findest du, natürlich, in Hollywood.

Brad Pitt, der als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde, spielt das Stuntdouble eines abgehalfterten Westernhelden Riick Dalton (Leonardo DiCaprio). Gemeinsam erleben die beiden skurrile Situationen. Und sie treffen sich vor allem gerne in Restaurants, die auch du besuchen kannst. 

Iss eine „Tarantino Margarita“ in Sherman Oaks

So sitzen die beiden etwa zu Beginn des Filmes mit Daltons mürrischem Agenten im Hollywood-Restaurant Musso & Frank Grill. Das musste für den Film nicht angepasst werden. Und als kleine Hommage an den Film serviert der Inhaber seit Drehende auf den Porzellan-Tellern, die ihr auch im Film seht. Im Restaurant Casa Vega in Sherman Oaks essen die Hauptdarsteller gern Pizza – die auch du bestellen kannst, sie heißt „Tarantino Margarita“. 

Der einzige Ort, den Tarantino bearbeiten musste, war die Spahn Movie Ranch. Er schuf sie auf dem alten Gelände der Corringanville Movie Ranch. Mittlerweile ist das Gelände ein öffentlicher Park, der sich gut für ein Picknick eignet. 

„Jojo Rabbit“: Die Spuren des Zweiten Weltkrieges in Tschechien

Die US-Produktion „Jojo Rabbit“ hat den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch gewonnen. Das Satire-Drama erzählt die Geschichte eines zehnjährigen Jungen, der einen imaginären Nazi-Freund hat. Im Film werden die beiden zwar im Deutschland des Zweiten Weltkrieges gezeigt, in Wahrheit sind die meisten Szenen allerdings in Tschechien entstanden.

Die meisten Szenen wurden in tschechischen Städten gedreht, die während des Krieges von Deutschen besetzt waren aber nie bombardiert wurden, sodass sie ihr altes Gewand behielten. Die Fassades des Hauses, in dem Jojo Rabbit mit seiner Mutter lebt, gehört zu einem Haus, das mitten im kleinen Dorf Ustek steht. Es gehört zu einer Reihe spätgothischer Bürgerhäuser. Nur die Innenräume des Hauses wurden in den Prager Barrandov Studios gedreht. 

Der farbenfrohe Hauptplatz und die angrenzenden Straßen wurden in der historischen Altstadt von Zatec, rund 80 Kilometer nordöstlich von Prag, aufgenommen. Zatec ist übrigens auch für Bierfans einen Abstecher wert – sie liegt im Hopfenanbaugebiet und ist für das besonders leckere regionale Bier bekannt.

„1917“: Auf den Spuren von Kriegshelden in England

Das Kriegsdrama „1917“ begeistert dich vor allem wegen der beeindruckenden Szenen auf dem Schlachtfeld? Dann solltest du nach England fliegen, denn da sind die Szenen, für die es übrigens gleich drei Oscars gab, entstanden. Regisseur Sam Mendes nutzte die offenen Felder der Salisbury Plantage für die spektakulären Aufnahmen. Das Gelände befindet sich etwa drei Kilometer von Stonehege und rund 135 Kilometer südwestlich von London. Und ein Besuch könnte sich lohnen: Normalerweise nutzt das britische Militär die Fläche für Kriegsspiele. 

Eine der Schlüsselszenen des Filmes zeigt, wie Lance Kaplan Schofield fast in einem Fluss ertrinkt, weil er von dort aus einen fünf Meter tiefen Wasserfall hinunterfällt. Ein Stunt, den auch du gern mal ausprobieren möchtest? Kein Problem! Etwa 4,5 Stunden von London entfernt liegt das „Tees Barrage International Whtie Water Center“. Dort sind die Szenen entsanden – und du kannst beim Wildwater-Rafting auf den Spuren des Kriegshelden im Film wandeln. 

„Little Woman“-Tour durch Massachusetts

Der Oscar für das beste Kostümdesign ging an Jacqueline Durran für den Film „Little Woman“. Die Geschichte von vier Schwestern, die Mitte des 19. Jahrhunderts in der von Geschlechterrollen geprägten Gesellschaft der Vereinigten Staaten aufwachsen, wurde bereits mehrmals verfilmt und spielt an vielen Orten, die öffentlich zugänglich sind.

Der Großteil der Drehorte befindet sich in und rund um Concord in Massachusetts, wo Louisa May Alcott ihre Familiengeschichte aufschrieb. So etwa das prachtvolle Herrenhaus, in dem die Schwestern ihre verklemmte Tante besuchen. Buche dafür einfach eine Besichtigung des Eleanor Cabot Bradley Erbes in Canton, Massachusetts.

Das Orchard Haus in Concord, in dem die Familie Alcott lebte, kannst du dir nur im Rahmen einer Führung ansehen, denn die Einrichtung ist original und hat einen hohen historischen Wert. Deshalb wurde das Haus für den Film auch nachgestellt. 

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