Venedig: Nach Hochwasser sollen wieder mehr Touristen kommen

Venedig: Nach Hochwasser sollen wieder mehr Touristen kommen

Die Lagunenstadt leidet unter den Folgen des Rekord-Hochwassers im November. Die Schäden sollen sich auf rund 360 Milliarden Euro belaufen. Und: Die Touristen bleiben aus. Der Bürgermeister will das ändern.

Der Markusdom in Venedig, Italien.
Mit Sehenswürdigkeiten wie dem Markusdom lockt Venedig eigentlich unzählige Besucher an. Das soll bald wieder so sein. (Symbolfoto)

Foto: imago images/UIG

Heute um 19 Uhr beginnt die Karnevalszeit in Venedig – die Feierlichkeiten, die mit einer imposanten Eröffnungszeremonie auf dem Markusplatz eingeläutet werden, gehören zu den größten Touristenmagneten des Jahres. Eigentlich. Denn in diesem Jahr lockt selbst der venezianische Karneval kaum Besucher in die Lagunenstadt. 

Schon im Dezember klagten Venedigs Hotelliers über einbrechende Übernachtungszahlen. Und das, obwohl die Stadt eigentlich eher mit dem Gegenteil zu kämpfen hatte: Immer wieder experimentierte sie mit Maßnahmen, um den Massentourismus in den Griff zu bekommen. Neueste Regelung: Ab Juli 2020 sollen Tagesgäste bis zu zehn Euro Eintritt bezahlen. Seit der Rekordflut im November und darauffolgenden Überschwemmungen scheint der Overtourism aber in Undertourism umzuschlagen.

Karneval in Venedig lockt weniger Touristen als sonst

Bürgermeister Luigi Brugnaro zufolge sei die Zahl der Besucher seit dem Hochwasser nämlich gesunken. Er appelierte an die Menschen, seine Stadt wieder zu besuchen, berichtet unter anderem die „Zeit“. Anders als in den Jahren zuvor könne man sogar noch kurzfristig Hotelzimmer buchen, um den „Carnevale di Venezia“, der noch bis zum 25. Februar dauert, zu erleben.

„Wir arbeiten weiterhin daran, die Schäden der außergewöhnlichen Flut zu beheben und unsere Stadt funktionstüchtig zu machen“, versprach Bürgermeister Luigi Brugnaro auf Twitter: 

„Während des Karnevals liegt die Beschäftigungsquote in den Hotels bei 100 Prozent“, sagt Claudio Scarpa, Direktor des Hotelverbands, gegenüber dem „Handelsblatt“. „Jetzt sind wir bei einem Rückgang von 30 Prozent und wir gehen davon aus, dass das noch schlimmer wird.“

Normalerweise machen Chinesen einen Großteil der Touristen in Venedig aus. Deshalb spürt die Lagunenstadt darüber hinaus auch die Auswirkungen des Coronavirus auf die Reisebranche. Derzeit sind die Flugverbindungen zwischen Italien und China eingestellt. Eigentlich eine gute Gelegenheit, genau jetzt den Karneval in Venedig zu erleben, da die Stadt leerer ist als sonst um diese Zeit.

Venedig will sich gegen Hochwasser wappnen

Verschiedene Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass Venedig gegen künftige Überschwemmungen besser gewappnet ist. Dafür sollen unter anderem die Kommunikationssysteme für die Gezeitenstände verbessert werden. Außerdem will Brugnaro ein Team von internationalen Wissenschaftlern nach Venedig einladen, um dort zu den Folgen des Klimawandels zu forschen. Die Ergebnisse daraus könnten auch anderen gefährdeten Küstenstädten zugutekommen, so der Bürgermeister.

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