4.000 US-Dollar pro Person – umgerechnet rund 3.650 Euro – sollte die Kreuzfahrt mit der Norwegian Cruise Line kosten. Viel Geld, immerhin wollte die Hawaiianerin Pua Morrison mit sieben Verwandten verreisen. Insgesamt zahlte die Familie für die Reise im Vorfeld also etwa 29.233 Euro. 

Doch als Anfang des Jahres immer mehr Nachrichten des Coronavirus-Ausbruchs und von dessen Auswirkungen auf die Reisebranche kamen, entschied sich die Familie, die Reise zu stornieren. Denn ihr Schiff sollte unter anderem in Hongkong anlegen, die Nachrichten über die Krankheit verunsicherten die Familienmitglieder. Das berichtet „Fox News“​. Dabei hatten Pua und ihre Verwandten gehofft, die Reisekosten vom Veranstalter Costco erstattet zu bekommen. Dieser verwies die Kunden aber direkt an Norwegian Cruise Line. 

Diese habe zwar „Verständnis für die Situation“ beteuert, schilderte Pua gegenüber dem lokalen Nachrichtensender „KHON 2“. Unterm Strich müssten die Kunden die Kosten allerdings selbst tragen, wenn sie ihre Reise stornieren.

Reederei will die Stornierungskosten nicht erstatten

„Ich möchte doch einfach nur meine Kreuzfahrt stornieren und mir all das Kopfzerbrechen und vor allem das Risiko, den Virus zu bekommen, ersparen“, so Pua. „Das ist alles, worum ich bitte. Und ich denke, das ist nicht viel angesichts der Umstände.“ Sie habe auch eine Reiseversicherung bei Norwegian abgeschlossen, aber diese würde keine Krankheitsausbrüche abdecken. Die Reederei selbst hat zu dem Vorfall noch kein Statement abgegeben. 

Generell dürfen derzeit keine Menschen auf Kreuzfahrt gehen, die in den 14 Tagen vor dem Abreisetag in China unterwegs waren. Wer in nächster Zeit eine Kreuzfahrt mit Halt in China antritt, kann sich im Vorfeld bei den Reedereien informieren, ob die Reiseroute geändert wurde. Viele Reedereien ändern ihre Routen und legen nicht mehr in China an.

Stornierungen wegen des Coronavirus steigen

Berichten der „New York Times“ zufolge ist Puas Familie nicht die einzige, die ihre Reisepläne aus Sorge um den Coronavirus überdenkt. Die Zahl der Stornierungen von Flügen und Pauschalreisen nach China, aber auch in andere asiatische Länder steige. Gegenüber der Zeitung sagte Norwegian Cruise Line in einem Statement: „Alle Routen, die in den kommenden sechs Monaten am chinesischen Festland anlegen, werden derzeit überprüft und wir werden alle Änderungen der Reisepläne schnellstmöglich bekannt geben.“

Einige Kreuzfahrt-Passagiere bekommen die Auswirkungen des Coronavirus aber schon jetzt hautnah zu spüren. Sie sitzen seit Tagen auf den Kreuzfahrtschiffen „Diamond Princess“ und „World Dream“ in Japan beziehungsweise Hongkong fest. Insgesamt befinden sich mehr als 7.000 Menschen auf den beiden Schiffen. Inzwischen wurde bei 61 Menschen auf der „Diamond Princess“ das neue Virus nachgewiesen. Insgesamt müssen die Passagiere und Mitarbeiter 14 Tage unter Quarantäne ausharren, bevor sie von Bord gehen dürfen. Erkrankte Personen werden allerdings sofort in Krankenhäuser gebracht.