Die Hunde haben eine Schlange getötet, Hunderte Bienen waren in unserem offenen Badezimmer und immer mal wieder kam ein Tier mit einer offenen Wunde nach Hause: Das waren die wohl größten Herausforderungen in meiner bisherigen Karriere als Housesitterin. Und diese Karriere ist noch gar nicht so lang.

Doch bereits jetzt kann ich sagen, dass ich das Konzept von Housesitting großartig finde. Denn man kann auf diese Art günstig reisen und wirklich eine Menge lernen – und das geht ganz einfach.

So findest du das passende Housesitting-Angebot

Die Idee hinter Housesitting ist schnell erklärt. Jemand, der verreist, sucht jemand anderen, der in der Zeit auf Haus und Hof aufpasst. Meistens sollen auch Tiere gefüttert und verpflegt werden.

Das Beste daran: Housesitting ist weitestgehend kostenlos. Die Hausbesitzer haben jemanden, der sich kümmert – und die Gäste können kostenlos übernachten und so eine neue Region oder Stadt kennenlernen und entdecken. Eine Win-win-Situation für alle.

Unkompliziertes Bewerben

Angebote von Housesittings findest du auf mehreren Websites – darunter trustedhousesitters, nomador und mindmyhouse. Dort stellen Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Angebote ein und beschreiben auch gleich, was von den potenziellen Housesittern verlangt wird.

Meist zahlt man bei diesen Internetseiten einen Jahresbeitrag, erstellt ein eigenes Profil und kann sich dann auf Angebote bewerben. Wenn sich Hausbesitzer und Housesitter einig sind, kann das Abenteuer losgehen.

Nach meiner Erfahrung ist der ganze Prozess sehr unkompliziert und geht schnell. Zusammen mit meinem Freund haben wir uns auf zwei Angebote beworben und beide bekommen.

Die Gartenarbeit beim Housesitting auf Phuket nahm am meisten Zeit in Anspruch.

Darüber solltest du dir vorm Housesitting im Klaren sein

Offizielle Voraussetzungen, um sich auf einer Housesitting-Seite zu registrieren, gibt es nicht. Trotzdem ist es von Vorteil, wenn du einige Dinge mitbringst. Zum Beispiel solltest du keine Angst vor Tieren, insbesondere vor Hunden, haben. Bei den meisten Angeboten werden nämlich Menschen gesucht, die auf (Haus-)Tiere aufpassen.

Außerdem ist es super, wenn du neuen Kulturen und Lebensweisen gegenüber offen bist. Dann kannst du während deiner Zeit als Housesitter richtig viel lernen, besonders in fernen Ländern.

Wenn du Spaß an Gartenarbeit hast, oder sogar ein bisschen Erfahrung mit der Arbeit auf einem Bauernhof hast, kann dir das auch viel helfen. Manchmal suchen Farmbesitzer Leute, die auf Kühe, Hühner oder gleich auf einen ganzen Hof aufpassen.

Kostenlos in Singapur wohnen

Auf unserer neunmonatigen Südostasienreise haben wir zwei Mal Housesitting gemacht: Fünf Tage in Singapur und rund dreieinhalb Monate auf der thailändischen Insel Phuket. In Singapur haben wir auf einen sehr scheuen Hund und zwei Kaninchen aufgepasst. Da war vor allem Gassi-Gehen, Tiere füttern und Spielen angesagt.

In der Wohnung, in der wir für diese Zeit gewohnt haben, hatten wir sonst keine Aufgaben. So konnten wir die fünf Tage auch dafür nutzen, die Stadt zu erkunden.

Gerade in Singapur hat uns die kostenlose Unterkunft eine Menge Geld gespart – sie ist schließlich eine der teuersten Städte der Welt. Was toll war: Wir haben bei den Tieren schnell eine Veränderung bemerkt. Nach etwa eineinhalb Tagen hat uns der Hund akzeptiert und war nicht mehr ganz so scheu wie am Anfang. 

Gartenarbeit und vier Hunde auf Phuket

Auf der thailändischen Insel Phuket waren wir rund dreieinhalb Monate. Dort  haben wir auf einer kleinen Anlage gewohnt mit Haupthaus, fünf Bungalows, einem Pool und vier Hunden.

Hier war deutlich mehr zu tun als in Singapur: Neben dem Füttern, Duschen und Von-Zecken-Befreien gehörten auch das Reinigen des Pools sowie das Saubermachen der fünf Bungalows zu unseren Aufgaben.

Auch ein Pool muss regelmäßig gereinigt werden.

Besonders viel Zeit hat aber der Garten in Anspruch genommen. Wir haben Blätter aufgesammelt, Büsche geschnitten, Bananenbäume gefällt, Unkraut gejätet, alles gegossen und den Rasen gemäht. Ich war vor diesem Housesitting blutige Anfängerin in Sachen Gartenarbeit – zum Glück haben uns die Hausbesitzer vor ihrer Abreise einiges gezeigt und beigebracht. 

Housesitting: Wir haben fürs Leben gelernt

Auf ein fremdes Haus aufzupassen und sich um Tiere zu kümmern macht Spaß, ist aber auch viel Verantwortung. Gerade weil einem nichts vor Ort selbst gehört, will man auch nichts falsch oder kaputt machen.

Als einer der Hunde, auf die wir aufgepasst haben, mit einer offenen Wunde am Bein nach Hause kam, haben wir erst einmal einen Schock bekommen. Wir wussten nicht, was zu tun ist, doch am Ende war es zum Glück nur halb so wild. Die nötige Gelassenheit im Umgang mit den Hunden haben wir mit der Zeit gelernt.

Ansonsten war es beide Male eine tolle Erfahrung in ein anderes Leben einzutauchen. Wir haben durch das Housesitting in Asien nicht nur kostenlos übernachtet, sondern auch viel fürs Leben gelernt. Zum Beispiel kann ich jetzt Unkraut vom Rest des Gartens unterscheiden.

Nachteile beim Housesitting

Nachteil: Beim Housesitting bist du nicht toal frei – denn du wirst einige verpflichtende Aufgaben haben. Deswegen plane bei einem Housesitting die Zeit ein, die du dafür brauchst. Du wirst im Vergleich zum Urlaub im Hotel oder in eineer Ferienwohnung nicht so viel Zeit zum Sightseeing und Shoppen haben.

Auf der Insel Phuket gehörten umfangreiche Aufgaben zum Housesitting.

Housesitting? Immer wieder gerne

Nach den Erfahrungen, die wir in den rund vier Monaten Housesitting in Asien gemacht haben, sind wir große Fans. Es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir auf Tiere und ein Haus aufgepasst haben....