Sie setzt sich mit Händen und Füßen gegen drei Polizisten zur Wehr, ein vierter Mann versucht, die Frau im Bikini mit einem Handtuch vor den Blicken Neugieriger zu schützen. Dieses Szenario zeigen Aufnahmen, die derzeit auf Twitter kursieren. 

Zugetragen haben sich die Szenen am Donnerstagabend auf der Insel Maafushi, die zum Kaafu-Atoll der Malediven gehört. Das berichtet unter anderem die lokale Nachrichtenseite „raajje.mv“.

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Die Polizei der Malediven hat mittlerweile auf Twitter Stellung zu dem Vorfall bezogen. In dem Statement heißt es, die Polizei sei von einem Bürger alarmiert worden, dass eine Touristin „unangemessen gekleidet und mutmaßlich betrunken“ über die Hauptstraße gelaufen sei. „Auf den einheimischen Inseln werden Urlauber gebeten, die kulturellen Befindlichkeiten der Gemeinde und die lokalen Regeln zu respektieren, indem sie Badekleidung nur in bestimmten Bereichen der von Einheimischen bewohnten Inseln tragen.“

Malediven: Urlauber sollten lokale Kleiderordnung beachten

Einige der mehr als 1.000 Koralleninseln der Malediven gehören zu touristischen Resorts, in denen die Regeln relaxter sind als im Rest des Landes. Doch besonders die Inseln, auf denen auch Einheimische wohnen, haben strenge Regelungen bezüglich der Kleidung. Denn: Die Malediven sind ein islamisches Land. Besucher werden gebeten, diese Regeln auch zu respektieren.

Darauf weist übrigens auch das Auswärtige Amt hin: Außerhalb der touristischen Resorts, beispielsweise in Malé oder nahe einfacher Gästehäuser, seien Hinweisschilder angebracht worden, dass das Tragen unangemessener Badekleidung dort nicht gestattet sei. Darunter fallen unter anderem Bikinis.

Malediven-Urlauberin im Bikini muss mit keiner Strafe rechnen

In dem Statement der Polizei heißt es weiter, dass die Frau von drei Beamten darum gebeten worden sei, den Vorschriften zu folgen. Sie habe sich allerdings dagegen gewehrt, weshalb man sie festnahm und auf die Polizeistation brachte. Nach rund einer Stunde konnte sie wieder gehen – ohne dass sie mit einer Strafe rechnen muss. Kommissar Mohamed Hameed räumte allerdings in einem Tweet ein, die Verhaftung „scheint schlecht gehandhabt“ worden zu sein. „Dafür entschuldige ich mich bei der Touristin und der Öffentlichkeit.“ Der Vorfall werde untersucht. 

In dem Statement appelliert die Polizei an Malediven-Urlauber: „Die Sicherheit unseres Landes – sowohl von Einheimischen als auch von Gästen – ist für uns überaus wichtig. Deshalb möchten wir die vielen Besucher unseres Landes daran erinnern, die lokalen Gepflogenheiten zu beachten, wenn sie bewohnte Inseln besuchen.“