Mexiko: Diese neuen Mega-Projekte sollen Touristen anlocken

Mexiko: Diese neuen Mega-Projekte sollen Touristen anlocken

Mexiko ist schon heute ein beliebtes Reiseland. Jetzt hat die mexikanische Regierung einige Mega-Projekte und Programme initiiert, die zukünftig noch mehr Touristen in das Land locken sollen. 

Kirche Santa Prisca in Taxco, Mexiko.
Die barocke Kirche Santa Prisca profitierte von der Initiative „Pueblo Mágico“.

Foto: Sandra Weber

Das Land der Azteken und Maya liegt im Reisetrend. 2017 belegte es mit 39 Millionen Gästen Platz sechs der weltweit beliebtesten Reiseziele, 2018 kamen schon fast 42 Millionen. Die Regierung unter dem linksgerichteten Präsidenten Andrés Manuel López Obrador will aber noch mehr.

Sie hat ehrgeizige Ziele im Tourismusplan „Estrategia Nacional de Turismo 2019–2024“ formuliert, die alle ein Ziel haben: Mexiko dauerhaft als moderne und wettbewerbsfähige Tourismusmacht an der Spitze der beliebtesten Reiseländer zu etablieren.

Eine gezielte Förderung unterentwickelter Regionen soll Mexiko zu flächendeckender touristischer Attraktivität verhelfen. Gerade für ärmere Orte soll der Tourismus eine stabile Einnahmequelle werden.

Tourismus im Einklang mit der Natur

Der nationale Tourismus wird gefördert, zum Beispiel durch verbilligte Reisepakete und kostenlose Reisen für sozial schwache Mexikaner.

International sprechen die Programme reisefreudige Länder wie Frankreich, Großbritannien, die Vereinigten Arabischen Emirate, China und Japan an, aber auch US-Amerikaner und Kanadier, die schon jetzt die Mehrzahl der ausländischen Gäste stellen.

Der Respekt vor Mensch, Natur und kulturellem Erbe sind laut Regierung essenzieller Bestandteil der Programme. Einige Mega-Projekte, die die nationalen wie internationalen Gästezahlen ankurbeln sollen, befinden sich bereits im Bau oder in der Entwicklung.

Maya-Zug zu Hotspots der Yucatán-Halbinsel

Der Tren Maya ist das ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der mexikanischen Regierung. Die Eisenbahnstrecke von 1.500 Kilometern soll 15 touristische Hotspots der Yucatán-Halbinsel sowie der Bundesstaaten Chiapas und Tabasco verbinden, darunter: Cancún, Playa del Carmen, Tulum, Palenque, Campeche, Mérida und Chichén Itzá.

Wenn es nach der Regierung geht, wird der Maya-Zug ab 2023 rund drei Millionen Menschen pro Jahr komfortabel und sicher von Karibikstränden zu Kolonialstädten und Maya-Ausgrabungsstätten durch Naturschutzgebiete und den Regenwald von Chiapas transportieren. 

Jahrzehntelang wurde der Schienenverkehr in Mexiko vernachlässigt, Touristen nutzten vorwiegend das gut ausgebaute Busnetz.

Bau des Maya-Zuges wurde vorläufig gestoppt

Dennoch ist der Tren Maya höchst umstritten, auch wenn die Regierung immer wieder betont, er werde den Süden Mexikos wirtschaftlich stärken, den Ökotourismus fördern und 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Widerstand kommt vor allem von Maya-Gemeinden und Naturschützern – sie befürchten Vertreibungen und Umweltschäden.

Jetzt wurde einer Verfassungsbeschwerde von indigenen Gemeinden stattgegeben, der Bau vorläufig gestoppt. Es ist nicht mehr sicher, ob das 7,4-Milliarden-Dollar-Projekt fertigstellt wird.

Hotel-Bauten Zona continental de la Isla Mujeres 

Noch sind die unberührten Karibik-Traumstrände der Isla Blanca nördlich von Cancún ein Geheimtipp. Das soll aber nicht mehr lange so bleiben: Auf der mehr als 25 Kilometer langen Landzunge, an deren oberem Ende sich die Isla Blanca befindet, werden immer mehr Hotels gebaut.

In den nächsten Jahren soll auf diesem Landstrich namens Zona continental de la Isla Mujeres ein neues Cancún mit 25.000 Betten entstehen. Die Lage mit breiten Sandstränden zwischen Karibischem Meer und der Lagune Chacmuchuch scheint perfekt zu sein, um das nächste große Ding der Riviera Maya zu werden.

Umweltschützer sehen neue Hotels kritisch

Ganz nach dem Vorbild der künstlich aus dem Boden gestampften Touristenhochburg Cancún auf der Landzunge 30 Autominuten weiter südlich sollen bald auch hier die Bettenburgen bekannter Hotelketten dominieren.

Unter anderem die Spanier von Riu Hotels haben bereits ein großes Strandresort mit fast 800 Betten gebaut. Umweltschützer schlagen Alarm: Sie sehen das Ökosystem des Landstrichs mit seinen Mangrovenwäldern schon jetzt in Mitleidenschaft gezogen.

Costa Canuva: Sieben Luxushotels am Strand

Auch auf der anderen Seite Mexikos, an der Pazifikküste, wird fleißig gebaut. Die Costa Canuva, ein Strandabschnitt der boomenden Tourismusregion Riviera Nayarit, ist ein besonders ambitioniertes Projekt.

Es umfasst sieben Luxushotels mit 7.000 Zimmern und sieben Kilometer Strand – teilweise noch unberührte Traumstrände zwischen wilden Pazifikwellen und den mächtigen Bergen der Sierra Madre.

Riviera Nayarit, Maxiko.
Noch unberührte Natur: Hier sollen bald Luxushotels stehen. Foto: Sandra Weber

Zum Ensemble gehören auch ein Wohngebiet mit Einfamiliengrundstücken, ein riesiger Golfplatz, Mountainbiking-Trails durch den Dschungel und eine Campingzone. Ein idyllisches Fischerdörfchen mit vielen Restaurants und Geschäften lädt zum Flanieren ein. 

2023 soll die Fertigstellung erfolgen

Die mexikanische Regierung hat für das 1,8-Milliarden-Dollar-Projekt private Investoren mit ins Boot geholt und mit dem Bau den portugiesischen Bauriesen Mota-Engil beauftragt.

8.500 neue Arbeitsplätze soll das Mega-Projekt am Pazifik schaffen und der Region zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen. Beim Bau der Anlage, deren Fertigstellung 2023 geplant ist, wird besonderer Wert auf den Erhalt des Ökosystems und die Einbeziehung der Bevölkerung der umliegenden Dörfer sowie ihrer Produkte gelegt. 

Pueblos Mágicos in Mexiko

Das schon 2001 ins Leben gerufene touristische Erfolgsprogramm „Pueblos Mágicos“ führt die Regierung López Obrador in modifizierter Form fort.

Im Laufe früherer Jahre erhielten immer mehr historisch wertvolle, kleinere Ortschaften, die über ganz Mexiko verstreut sind, die Auszeichnung Pueblo Mágico (magisches Dorf) – und Fördermittel.

Souvenirgeschäft in Taxco, Mexico.
Dieses hübsche Souvenirgeschäft profitierte ebenfalls von der Aktion „Magische Dörfer“. Foto: Sandra Weber

Die mittlerweile 121 Ortschaften – darunter Tulum, Tepoztlán, Candela, Bernal, San Cristóbal de las Casas, Mazunte und Tequila – profitieren von der Auszeichnung: Sie ziehen nationale wie internationale Touristen an, die an alternativen Formen des Reisens interessiert sind. 

Bestehende Pueblos Mágicos sollen aufgehübscht werden

Doch zuletzt kamen immer weniger staatliche Gelder bei den Pueblos Mágicos an. Die Folgen: blätternde Häuserfassaden, kaputte Straßen, marode Infrastruktur.

Die aktuelle Regierung beschloss deshalb, vorerst keine neuen Ortschaften mehr auszuzeichnen und lieber in die bereits existierenden Pueblos Mágicos zu investieren: Fast 70.000 US-Dollar bekommt ein jedes Dorf – mit dem klaren Auftrag, das Geld in die Sanierung zu stecken.

Blick auf Taxco, ein Pueblo Mágico.
Blick auf Taxco, das zu den „magischen Dörfern“ Mexikos gehört. Foto: Sandra Weber

Hübsch herausgeputzte Dörfer mit frisch gestrichenen bunten Häuserfassaden dürften bald wieder in vollem Glanz Besucher anziehen. Und dann dürfen sich auch schon wieder die nächsten Ortschaften als Pueblo Mágico bewerben.

Ausbau des Flughafens Santa Lucía

Zwischen Pazifik- und Karibikküste, kargen Wüstenlandschaften und tropischem Urwald befinden sich derzeit noch viele weitere Mega-Projekte für Touristen in Planung oder im Bau – Mexiko hat sein großes touristisches Potenzial erkannt.

Um für den erhofften Besucheransturm bestens gewappnet zu sein und um den Hauptstadtflughafen Benito Juárez zu entlasten, lässt die Regierung aktuell den Militärflughafen Santa Lucía im Norden von Mexiko-Stadt in einen zivilen Flughafen mit zwei Landebahnen umbauen.

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