Charles Hammerton ist 25 Jahre alt, kommt aus Cornwall an der Südküste Englands und hat schon viel durchmachen müssen. Innerhalb eines Jahres starben drei geliebte Personen: Er verlor seine Mutter, seine Adoptivmutter und seine beste Freundin. 

Doch nicht nur die schweren Verluste machten ihm zu schaffen. In seinem Beruf als Pilot bei der Royal Air Force war er unglücklich, denn er litt an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die Folge: Er rutschte immer tiefer in eine Depression und hatte sogar mit Suizidgedanken zu kämpfen.

Mit dem Frettchen durch Europa

So wollte Charles nicht weiterleben und er fing an, sein Leben grundlegend zu ändern. Der 25-Jährige gab seinen Job auf und verkaufte seinen ganzen Besitz, um unabhängig sein zu können. Mit den Einnahmen von umgerechnet 17.700 Euro kaufte er einen Camper und brach zu einer ungewöhnlichen Reise durch Europa auf – mit seinem Frettchen Bandit, das er aus einem Tierheim mitnahm.

Zusammen bereisten die beiden 14 Länder und waren in den spannendsten Metropolen Europas unterwegs: BerlinBarcelonaRom und Paris. Der Roadtrip mit Frettchen Bandit half dem 25-Jährigen durch eine schwere Zeit – so wurden die beiden zu besten Freunden.

Wie ein Frettchen zum Lebensretter wurde

Der Roadtrip durch Europa sei problemlos gewesen, sagte er gegenüber „Boredpanda“: „Bandit trug eine Leine und ein Halsband wie ein Hund und lief meilenweit, was für ein Frettchen ziemlich einzigartig ist. Wenn ihm kalt wurde, kroch er in meine Jacke, wenn ihm zu heiß war, sprang er ins Wasser.“

Heute geht es Charles deutlich besser. Er bezeichnet die Reise als aufregendste und befreiendste Erfahrung seines Lebens. „Die Zeit war wunderschön und ich habe sie mit meinem besten Freund verbracht“, erklärt Charles. „Ich habe jetzt weniger Geld, bin aber ein reicherer Mensch.“

So geht es Charles und Bandit heute

Um die Reise zu verarbeiten, hat Charles ein Buch mit dem Titel „Before Our Adventures“ (deutsch: Vor unseren Abenteuern) geschrieben. „Es geht darum, wie ich meine Selbstmordversuche, meine Obdachlosigkeit und eine Reihe von Todesfällen in der Familie mithilfe von Bandit bewältigt habe“, verrät er „Boredpanda“.

Leider hat die Geschichte für das Frettchen kein Happy End: Kurz nach der Rückkehr nach England starb Bandit. In Erinnerung an seinen besten tierischen Freund hat Charles sein Unternehmen „Adventure Bandits“ und eine Kinderhilfsorganisation nach ihm benannt.

Der Brite hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die sich in seiner früheren Lage befinden. Er will sie als Coach dazu motivieren, das Leben zu führen, das sie sich wirklich wünschen.