Österreich schützt sich mit speziellen Gesundheitsscans an Flughäfen vor einer Ausbreitung des Coronavirus im eigenen Land. Das hat die Regierung beschlossen – und ist von der Wirksamkeit dieser Maßnahme überzeugt. Passagiere, die einen deutschen Flughafen ansteuern, müssen einen entsprechenden Test allerdings erst mal nicht erwarten.

Wieso? Das erklärt Sabine Herling, Pressesprecherin des Flughafenverbandes ADV, dem reisereporter: „Tatsächlich sehen die deutschen Behörden und Flughäfen den Nutzen von Fieberchecks skeptisch.“

Notfallpläne bereits bei Ebola und SARS bewährt

Dafür gebe es zwei Gründe: Zum einen könnten infizierte Passagiere durch die weltweiten Umsteigeströme fast überallher kommen – und eben nicht nur aus China, wie es die Österreicher annehmen. Dort werden vor allem bei Ankömmlingen aus Peking Fieberchecks durchgeführt.

Außerdem gebe es aktuell keinen Anlass, die für deutsche Airports gültigen Notfallpläne für den Umgang mit gefährlichen Infektionen anzupassen. Diese hätten sich etwa bei Gefährdungen durch Ebola und SARS bewährt. 

Diese Maßnahmen beinhalten die Umleitung der ankommenden Flüge mit potenziell infizierten Passagieren an einen von fünf deutschen Flughäfen: Berlin/Brandenburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg oder München. Diese sind auf Notfälle im Gesundheitsbereich spezialisiert und auf Quarantäne-Situationen vorbereitet. Was sich durch das Virus für Passagiere generell ändert, haben wir in einem Überblick zusammengefasst. 

Die Ausbreitung der Lungenkrankheit wird laut ADV ständig überwacht und neu bewertet. Der Verband ist aber von der Wirksamkeit der Notfallpläne überzeugt. Ob sich allerdings am Ende doch ein Flughafen für erweiterte Gesundheitschecks der Passagiere entscheidet, könne nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. Denn das letzte Wort bei entsprechenden Maßnahmen hat immer das jeweilige Bundesland.