Verlieben mal sieben: Wie kleine Kleckse liegen die sieben Ostfriesischen Inseln vor der niedersächsischen Küste in der Nordsee. Und obwohl sie zusammen ein großartiges Team sind, hat jede Insel hat ihren eigenen Charakter. Die eine ruhig, die andere aufmüpfig, die eine gemütlich, die andere hip.

Für welche der Inseln du dich entscheidest, bleibt dir überlassen – oder du nimmst gleich alle? Sieben auf einen Streich: Hier kommen die besten Tipps für Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.

Die größte Insel: Borkum

Die größte und zugleich westlichste Insel ist Borkum. Wie in vielen Seebädern ist die Promenade das Herz des Eilandes. Hier reihen sich viele Cafés und Restaurants aneinander, in denen du mit Meerblick deinen Kaffee schlürfen oder in dein Fischbrötchen beißen kannst.

Berühmt sind die Milchbuden: Seit mehr als 100 Jahren sind sie auf Borkum Tradition: kleine Restaurants am Hauptstrand. Am beliebtesten ist die „Milchbude Stonner“, die ab März wieder öffnet. Abseits von der Promenade spielt sich das Leben in der Franz-Habich-Straße und den umliegenden Seitenstraßen ab, mit vielen Souvenirläden und Restaurants.

Als Klassiker gilt der frische Fisch im „Knurrhahn“. Einen wechselnden Mittagstisch und vegane Gerichte bekommst du im „Lütje Toornkieker“.

Borkum von oben betrachtest du am besten vom Leuchtturm aus. Der westlichste Leuchtturm der ostfriesischen Inselgruppe thront seit 1879 mit 60 Metern Höhe über der Westseite der Insel. Um nach oben zu kommen, brauchst du jede Menge Puste: 315 Stufen führen zur Aussichtsplattform. Dann wirst du aber mit einem herrlichen Blick über die Insel und das Wattenmeer belohnt.

Um das Flair von Borkum richtig aufzunehmen, lohnt sich ein Blick auf die Geschichte der Insel, die früher vom Walfang geprägt war. Noch heute siehst du Zäune aus Walfisch-Kieferknochen und Eingangsportale der alten Kapitänshäuser. Weil es auf Borkum nie viele Bäume gab, nutzte man die Knochen als Holzersatz. Die Zäune stehen unter Denkmalschutz. Im Heimatmuseum „Dykhus“ lernst du mehr über die Walfang-Geschichte.

Milchbude Stonner| Nordbad / Hauptbadestrand, Steg Nr. 8
Knurrhahn| Franz-Habich-Straße 16
Lütje Toornkieker| Wilhelm-Bakker-Straße 1
Heimatmuseum Dykhus| Roelof-Gerritz-Meyer-Straße 8, Eintritt: 4 Euro


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Die sandigste Insel: Juist

Wäre „sandig“ ein korrektes Adjektiv, könnte es für Juist erfunden worden sein. Denn die Insel gründet im wahrsten Sinne des Wortes auf Sand und entstand als Aufsandung auf Resten des nacheiszeitlichen Festlandes. Weil der Sand die Böden dominiert, entstand auch der Name: Im Friesischen bedeutet „güst“ unfruchtbar.

Das macht aber nichts, denn heute stehen die endlosen Sandstrände im Zentrum der Insel – und ein anderer Begriff wird verwendet: „Töwerland“ – Zauberland.

Das Meer ist allgegenwärtig. Juist ist nur knapp 500 Meter breit, aber 17 Kilometer lang, genauso lang wie der weiße Sandstrand. Dadurch, dass die Insel so schmal ist, ist das Wasser scheinbar überall. Egal ob am Strand oder nicht, die Brandung ist immer zu hören.

Ein anderes Geräusch ist Hufgeklapper. Juist ist autofrei. Menschen, Koffer und Waren werden in Kutschen transportiert. Nur Rettungsdienste und die Post dürfen Autos benutzen. Pferde werden auf Juist seit mehreren Hundert Jahren gezüchtet.

Auf Juist wird fast alles mit dem Pferd transportiert. Nur wenige Autos sind dort zugelassen.

Neben den Pferden sind auf Juist aber Robben die Hauptdarsteller. Im Sommer kannst du mit etwas Glück Robben am Strand entdecken. Besonders viel Spaß macht eine Bootstour zu den Seehundbänken vor der Insel. Danach gilt auf Juist nur eines: die Stärkung mit Ostfriesentee und Nordseekrabbensuppe oder Juister Pannfisch, zum Beispiel im „Lütje Teehuus“.

Und weil Käse den Magen schließt, muss ein Abstecher zu „Kees un Botterfatt“ sein, dem besten Erzeuger der Insel, wo Käse und Butter aus dem Fass verkauft werden.

Highlight auf Juist: Viele süße Robben erwarten dich!


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Die Abwechslungsreichste: Norderney

„Norder neye Oog“ wurde Norderney früher genannt. Geologisch gesehen ist Norderney die jüngste der Ostfriesischen Inseln, daher der Name: Nordens neue Insel. Was viele aber nicht wissen: So „jung“ die Insel sein mag, so „alt“ ist ihr Nordseebad. Das wurde nämlich schon 1797 gegründet und ist somit das älteste deutsche Nordseebad.

Den nächsten Rekord findest du bei der Norderneyer Windmühle, der einzigen Mühle auf einer niedersächsischen Insel, und dem Leuchtturm, der mit über 54 Metern das höchste Bauwerk Norderneys ist. Statt rot-weiß ist der übrigens backsteinrot. Seit 2006 kann der Turm über 254 Stufen bestiegen werden.

Der Leuchtturm ist das größte Gebäude der ganzen Insel.

Bei gutem Wetter siehst du von der Aussichtsplattform die Inseln Juist, Borkum, Langeoog und Spiekeroog. Wenn Ebbe herrscht, kannst du bis zum Festland oder zu den Nachbarinsel Nessmersiel und Baltrum durch das Watt laufen.

Willst du lieber fahren, solltest du in die Bömmels Bimmelbahn steigen. Die chauffiert Urlauber in knapp zwei Stunden zu den wichtigsten Punkten der Insel. Danach ist ein Stopp in der Konditorei im Stadtzentrum ein Muss. Unbedingt kosten: Schlickkuchen, ein Vanillesandkuchen mit Kirschen.

Wo du sonst essen kannst, fragst du am besten den „Ausrufer“. Jeden Vormittag läutet er seine schwere Messingglocke und versorgt Urlauber wie Einheimische mit lauter Stimme mit den neuesten lokalen Nachrichten und der Wettervorhersage. Dieser Beruf hat auf der Insel eine lange Tradition.

Adressen:
Leuchtturm Norderney| Adresse: Am Leuchtturm 2 | Eintritt: 3,50 Euro
Wattwandern Johann| Adresse: Norddeicher Hafen | Eintritt: 24 Euro pro Person
Bömmels Bimmelbahn| Adresse: Rosengarten | Eintritt: 10 Euro pro Person
Norderneys Konditorei| Adresse: Jann-Berghaus-Straße 8

Die kleinste Insel: Baltrum

Die kleinste der Ostfriesischen Inseln ist wirklich so mini, dass du sie in wenigen Stunden umrundet hast. Baltrum ist gerade mal fünf Kilometer lang und eineinhalb Kilometer breit. Das gibt der Insel ein uriges Flair. Die Zeit vergeht hier langsamer; genauso langsam, wie man sich fortbewegt.

Autos sind verboten, dafür gibt es Pferde, Kutschen, Bollerwägen, Fahrräder und natürlich die eigenen Beine. Schräg: Weil Baltrum so klein ist, gibt es nicht mal Straßennamen, sondern nur Hausnummern.

Der schönste Spaziergang über die Insel führt über den Gezeitenpfad zu den wichtigsten Punkten der Insel. Auf sieben Kilometern siehst du die Highlights von Baltrum: die Wattflächen, die Strandpromenade, die Aussichtsplattform, den Badestrand und die Dünenlandschaft. Insgesamt gibt es 19 Stationen, wo du auch viele Infos kriegst über Naturphänomene wie die Gezeiten oder Wellen- und Dünenbildung.

Genieße die weite Dünenlandschaft auf Baltrum.

Ob bei Sonne oder Schietwetter, die Pause machst du dann am besten im „Standcafé“ hinter den Dünen oder im gemütlichen „Café Kluntje“.

Eine ordentliche Portion Fisch darf natürlich nicht fehlen, denn noch heute ziehen die Fischer der Insel jeden Tag los, um das aus der Nordsee zu fischen, was sie hergibt. Beliebte Adressen sind das „Skipper’s Inn“ für fangfrischen Fisch oder „Mittendrin Fisch“, wo es kleine Gerichte und Fischbrötchen gibt.

Die sonnigste Insel: Langeoog

Mehr als 1.500 Stunden Sonne im Jahr, keine Autos, dafür ein 14 Kilometer langer Sandstrand und Dünen, die bis zum Horizont zu reichen scheinen: Langeoog ist nicht nur die sonnigste der Ostfriesischen Inseln, sie war auch schon mal Hauptdarstellerin im TV: in der 887. Folge vom „Tatort“ mit dem Titel „Mord auf Langeoog“.

Im Urlaub findest du aber ganz klar das pralle Leben statt Leichen. Oder hättest du gedacht, dass es eine Disco gibt, die bis 6 Uhr morgens geöffnet hat? „Die Düne 13“ ist die Partykneipe auf Langeoog, wo du die ganze Nacht durchtanzen kannst.

Wenn du am nächsten Morgen wieder fit werden willst, solltest du ins „Spezialitätenhaus“ gehen. Seit 2007 wird hier Kaffee geröstet und Tee aufgebrüht. Und nicht nur das: Der Laden ist Kaffeerösterei, Gin Company und Inselbrauerei in einem.

Den Kater pustest du dir dann aus dem Hirn, indem du dir Nordseeluft um den Kopf blasen lässt beim Spaziergang zum Wahrzeichen der Insel: dem Wasserturm von Langeoog. Der wurde im Jahr 1909 erbaut und diente der Wasserversorgung und -entsorgung.

Langeoogs berühmtestes Gebäude: Der Wasserturm.

Heute ist er See- und Erkennungszeichen sowie Aussichtsturm, der in der Hauptsaison bestiegen werden kann. Toll ist auch das Flinthörn, ein Salzwiesen- und Dünengebiet, das im 19. Jahrhundert nach einer Sturmflut entstand, in der auf der Nachbarinsel Baltrum ein Dorf zerstört wurde.

Trümmerteile wurden in Richtung Langeoog geschwemmt und bildeten Hindernisse für Sand, der sich dort ablagerte. Am Dünenrand führt ein 1,5 Kilometer langer Weg zu einer Aussichtsplattform und zum Strand.

Die eigenwilligste Insel: Spiekeroog

Spiekeroog ist anders. Das zeigt sich an vielen Stellen. Die einzige Möglichkeit, auf die Insel zu kommen, ist über einen tideabhängigen Hafen. Die Insel bestimmt, nicht der Urlauber. Ähnlich ist es bei der Architektur. Die Farben der Häuser des Dorfes sind exakt vorgeschrieben. Und wieder bestimmt die Insel.

Spiekeroog ist eigenwillig, aber genau das macht den Charme der Insel aus. Hier geht es gemächlich zu, abseits der Hauptsaison ist es ruhig. Wie auf den meisten anderen Ostfriesischen Inseln gibt es keine Autos, auch Fahrräder sind selten: Verleih gibt es keinen und im Ortskern sind Drahtesel ohnehin unerwünscht.

Denn es sind nicht Räder, sondern Pferde, die auf Spiekeroog Geschichte schreiben. Die Insel ist bekannt für ihre Pferdebahn, Deutschlands einziges Schienenfahrzeug mit regelmäßigem Fahrplan, das noch von Pferden gezogen wird. 1885 eröffnet, führte die Strecke damals von Noorderloog nach Westend.

Hier sind Autos verboten und auch Fahrräder unerwünscht.

Als der Badetourismus nach dem Zweiten Weltkrieg die Kapazitäten der Bahn überstieg, wurde sie stillgelegt. Die Strecke vom Bahnhof nach Westend ist aber erhalten und als „Spiekeroog Museumspferdebahn“ bekannt.

Der Lifestyle auf Spiekeroog ist zwar mehr verschlafen als angesagt, das macht aber nichts: Denn verbringst du eben deine Zeit in urigen Teestuben und alten Kapitänshäusern voller Flair. Chillen muss auch mal sein, zum Beispiel im „Teetied in´t Witthus“ bei einer Waffel mit Sahne oder um die Ecke im ältesten Haus der Insel.

Im „Alten Inselhaus“ futterst du nicht nur regionale Spezialitäten, du kannst auch das Dach bestaunen: Das ist noch so konstruiert, dass man es bei Überflutung lösen und als Floß benutzen konnte.

Die gemütlichste Insel: Wangerooge

Wangerooge ist die östlichste der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln und mit einer Fläche von knapp acht Quadratkilometern die zweitkleinste. Es ist gemütlich hier, vor allem abseits der Hauptsaison, wenn wenig Urlauber auf der Insel sind.

Dann haben aber noch immer nicht die Insulaner die Oberhand, sondern die Strandkörbe: Knapp 1.350 zieren den Sandstrand. Das sind mehr als es Einwohner auf der Insel gibt!

Unzählige Strandkörbe sind auf Wangerooge zu finden.

Das Wahrzeichen Wangerooges ist der 56 Meter hohe Westturm, ein markantes Bauwerk, das Besucher schon von Weitem sehen. Der ist allerdings nicht der ursprüngliche. Ein erster Turm, der von 1597 bis 1601 errichtet wurde, diente als See- und Landmarke sowie Kirche, wurde aber 1855 bei einer Neujahrsflut weggeschwemmt. Seit 1932 steht der neue Turm – und ist seither auch eine Jugendherberge.

Jung ist auch das Publikum im „Surfcafé“: Hier chillst du nicht nur mit Cocktail in der Hand und Füßen im Sand, hier gehst du auch aufs Wasser, egal ob Windsurfen, Kitesurfen, Catamaransegeln, Stand-up-Paddling, Wellenreiten oder Kayak fahren.

Den schönsten Sonnenuntergang genießt du von der „Diggers Strandbar“ an der oberen Strandpromenade, wo die Drinks genauso gut schmecken. Und weil auch ein bisschen Bildung wichtig ist, geht es zum Kuchen essen in ein historisches Gebäude.

Im zweiten Weltkrieg galt Wangerooge als wichtigste deutsche Seefestung in der Nordsee. Damals wurden viele Bunker errichtet, die später keiner mehr brauchte. In einem davon befindet sich das „Café Pudding“ auf einer Düne, direkt am Strand und mit tollem Ausblick über die Nordsee.


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P.S.: Wenn du mit den Namen der Inseln durcheinanderkommst, hilft ein Merksatz, der die Ostfriesischen Inseln von Ost nach West aufzählt: Welcher Seemann liegt bei Nelly im Bett? (W angerooge – S piekeroog – L angeoog –B altrum – N orderney – J uist – B orkum)