Was ein Coronavirus-Verdacht an Bord eines Kreuzfahrtschiffes bedeutet, mussten rund 7.000 Menschen an Bord der „Costa Smeralda“ erfahren. Niemand durfte von Bord gehen, weil eine chinesische Passagierin Symptome wie Fieber und Husten zeigte. Am Ende gab es Entwarnung: Es war eine Grippe und nicht das Coronavirus. 

Auch bei anderen Reedereien kommt es wegen des Coronavirus-Verdachtes zu Einschränkungen: Routen werden geändert, Stopps entfallen, China-Reisende dürfen nicht an Bord. Auch das gesundheitliche Risiko ist nicht zu unterschätzen, denn auf einem Kreuzfahrtschiff reisen Tausende Menschen auf engem Raum gemeinsam.

Virus an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kann sich schnell verbreiten

Wie schnell sich Infektionen verbreiten können, zeigt sich beispielsweise am Norovirus – denn wie ein Fall auf einem Royal-Caribbean-Schiff vor etwa einem Jahr zeigte, können sich innerhalb weniger Tage Hunderte Reisende mit der Magen-Darm-Erkrankung anstecken.

Daher sind die Reedereien auch in Bezug auf das Coronavirus wachsam, sie arbeiten mit den US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen.

Kreuzfahrtverband CLIA sagt Nein zu Reisenden und Crews aus China

Der weltweit größte Verband der Kreuzfahrtindustrie, CLIA, verbietet wegen des Coronavirus vorläufig Gäste und Besatzung an Bord, die in den vergangenen 14 Tagen durch China gereist sind. Vom chinesischen Festland aus werde keine Besatzung mehr eingesetzt.

Welche Maßnahmen im Einzelnen von Tui Cruises, Aida Cruises, MSC Cruises und Co. ergriffen werden, liest du im Überblick.

Tui Cruises: So reagiert die Reederei auf das Coronavirus

Bei einer Kreuzfahrt mit Tui Cruises müssen ab sofort sämtliche Passagiere einen Fragebogen zum aktuellen Gesundheitszustand und dem Reiseverhalten ausfüllen. „Ab sofort können wir allen Gästen, die in den letzten 14 Tagen vor ihrem Reisebeginn nach China gereist sind, die Mitreise leider nicht ermöglichen“, teilt die Reederei in ihren aktuellen Reisehinweisen mit.

An Bord der Schiffe gelten zudem zusätzliche Hygiene-Maßnahmen: „Neben verstärkten Reinigungsmaßnahmen werden Gäste und Besatzung gebeten, sich die Hände regelmäßig zu waschen sowie die bereitgestellten Händedesinfektionsständer zu nutzen.“ Zudem werden Passagiere an Bord der „Mein Schiff 6“, die aktuell in Südostasien unterwegs ist, mit Atemschutzmasken ausgestattet. „Bei ersten Grippeanzeichen empfehlen wir einen Besuch bei unserem Bordarzt.“

Aida Cruises: So reagiert die Reederei auf das Coronavirus

Auf allen Aida-Kreuzfahrtschiffen wurden Vorsorgemaßnahmen eingeführt, es werden die empfohlenen Vorsorge-, Präventions- und Kontrollmaßnahmen für die Schiffe umgesetzt, teilt die Reederei mit. Eine Folge: Gäste, die in den letzten 14 Tagen vor ihrem Kreuzfahrtbeginn nach China gereist sind, dürfen nicht an Bord. Zudem hält die „Aida Vita“ auf ihrer Reise vom 2. bis zum 23. Februar nicht wie geplant in Hongkong, sondern fährt stattdessen nach Cai Lan in Vietnam.

MSC Cruises: So reagiert die Reederei auf das Coronavirus

Die Reederei MSC Cruises hat seit dem 24. Januar mehrere Schutzmaßnahmen umgesetzt. Es gebe erhöhte Reinigungsmaßnahmen auf jedem MSC-Schiff der gesamten Flotte. Die Reederei teilt zudem mit: „Gäste aller Nationalitäten müssen vor der Einschiffung einen Fragebogen ausfüllen, um sicherzustellen, dass niemand das Schiff betritt, der in den letzten 30 Tagen aus Festlandchina abgereist ist oder das chinesische Festland besucht hat.“ Denn diesen Reisenden wird der Zugang zum Schiff verboten.

Zudem werden berührungslose Wärmescans bei allen Gästen und der Crew vor der Einschiffung durchgeführt. Wer Symptome wie Fieber über 38 Grad, Schüttelfrost, Husten oder Atembeschwerden hat, darf nicht aufs Schiff. Gäste, die während der Reise Fieber bekommen, werden in ihrer Kabine isoliert. 

Costa Kreuzfahrten: So reagiert die Reederei auf das Coronavirus

Die Reederei Costa Kreuzfahrten verwehrt seit Samstag Gästen und Crew-Mitgliedern, die in den letzten 14 Tagen in China waren, den Zutritt zu ihren Schiffen. Schon länger müssen Passagiere bei der Einschiffung eine verpflichtende Gesundheitserklärung ausfüllen.

Hapag-Lloyd Cruises: So reagiert die Reederei auf das Coronavirus

Bei Kreuzfahrten von Hapag-Lloyd Cruises dürfen Passagiere und Crew-Mitglieder, die in den letzten 14 Tagen vor ihrem Reisebeginn in China waren oder bei der Durchreise das Land passiert haben, nicht mitreisen. Betroffene sollen sich bei ihrem Reisebüro oder Hapag-Lloyd selbst melden.