Luftnotlage wegen eines verschütteten Heißgetränks im Cockpit? Klingt nach einem Witz, doch tatsächlich hatte vor einigen Monaten eine Condor-Maschine mitten über dem Atlantik umdrehen müssen, weil einer der Piloten Kaffee im Cockpit verschüttet hatte.

Und auch Flugzeugbauer Airbus prüft offenbar, ob im Cockpit verschütteter Tee dazu geführt hat, dass Triebwerke ausfielen und Maschinen außerplanmäßig landen mussten.

Verschütteter Tee landet auf Mittelkonsole im Cockpit

Beim jüngsten Vorfall war ein Airbus A350 von Delta Airlines am 21. Januar von Detroit nach Seoul unterwegs, doch er musste ungeplant in Fairbanks in Alaska zwischenlanden. Grund: Das rechte Triebwerk war ausgefallen. Zuvor hatte offenbar einer der Piloten ein Getränk auf der Mittelkonsole im Cockpit verschüttet, das berichtet das Branchenmagazin „Flightglobal“​.  An diesem Ort befinden sich auch Bedienelemente und Überwachungsfunktionen für die Triebwerke.

Vorfall zwei: Eine Maschine musste am 9. November ungeplant zwischenlanden – nach Informationen von „Flightglobal“​ rund eine Stunde, nachdem einer der Piloten Tee über der Mittelkonsole verschüttet hatte. Das rechte Triebwerk fiel aus. Es ist aber nicht bekannt, um welche Airlines es sich hier handelt, das Portal vermutet eine außerplanmäßige Landung eines Airbus A350-900 der Fluglinie Asiana in Manila dahinter.

In beiden Fällen sollen die Piloten während des Fluges versucht haben, das Triebwerk wieder zu starten. Ohne Erfolg. Erst nach der Landung gelang dies.

Beide Flugschreiber sollen zeigen, dass sich ein Hochdruck-Absperrventil schloss. Bei beiden Maschinen sollen dem Bericht von „Flightglobal“​ zufolge Teile der Mittelkonsole und der elektronischen Triebwerkssteuerung ausgetauscht worden sein.

Fluglinien, die Maschinen des Typs A350 im Einsatz haben, sollen bereits darauf hingewiesen worden sein, dass die Piloten bei beiden Vorfällen Getränke verschütteten. Die Untersuchung zur Ursache der Triebwerksabschaltungen sei aber noch nicht abgeschlossen. 

Condor-Pilot verschüttete Kaffee – Rauch im Cockpit

Bei dem Vorfall in der Condor-Maschine auf dem Flug DE 2116 von Frankfurt nach Cancún war Kaffee auf ein Audio-Control-Panel des 46-jährigen Piloten, über das die Kommunikation gesteuert wird, geflossen. Es fiel sofort aus, wurde heiß und es roch verbrannt. Etwa eine Stunde später fiel auch das Audio-Bedienfeld des Co-Piloten heiß, und aus dem ersten stieg Rauch auf. Die Piloten hatten nun Mühe, zu kommunizieren, und kehrten mit dem Airbus A330 um.

Der Pilot hatte keinen Becherdeckel gehabt und den Kaffeehalter im Cockpit nicht genutzt, weil die Becher zu klein waren. Das habe es schwierig gemacht, sie hineinzustellen oder herauszuheben. Eine Condor-Sprecherin hatte dem reisereporter dazu gesagt: „Da Sicherheit immer an erster Stelle steht, haben wir diesen Vorfall umfassend untersucht und den Umgang mit Flüssigkeiten im Cockpit überprüft. Unsere Besatzungen wurden auf eine sorgfältige Handhabung sowie die Verwendung geeigneter Behälter für ihr Wasser oder ihren Kaffee hingewiesen.“

Inzwischen seien Becherdeckel auf allen Condor-Routen vorhanden, und die Crew sei dazu angehalten, diese auch zu benutzen. Zudem sollten größere Becher angeschafft werden, die besser in die Halterungen passen.