1. Prypjat-Vergnügungspark in Prypjat, Ukraine

Ein vollständig ausgestatteter Freizeitpark, der wenige Stunden geöffnet war, ist der Vergnügungspark Prypjat in der Ukraine. Am 1. Mai 1986, im Rahmen der Mai-Feierlichkeiten, sollte der Freizeitpark erstmals seine Tore öffnen.

Doch es kam nie so weit, denn am 26. April 1986 passierte das Unvorstellbare: Ein Kernreaktor im nur wenige Kilometer entfernten Tschernobyl explodierte. Am Tag danach entschied man sich, den Park schon zu öffnen, um die Menschen abzulenken – doch nach nur wenigen Stunden wurde der Betrieb eingestellt und Prypjat evakuiert.

Heute, da Tschernobyl bei Touristen ein beliebter Ausflugsort ist, mehren sich in den sozialen Medien Fotos von dem Ort, der zum Symbol der Nuklear-Katastrophe geworden ist. 

2. Six Flags in New Orleans, USA

Er war eine der Attraktionen im US-Bundesstaat Louisiana – bis 2005 der Hurrikan „Katrina“ auftauchte und alles zunichtemachte. Erst im Jahr 2000 hatte der damals noch Jazzland genannte Freizeitpark aufgemacht. 135 Millionen US-Dollar ließ sich der Investor das kosten.

Der Park, der seit 2002 Six Flags Amusement Park hieß, sollte eigentlich um einen Wasserpark erweitert werden, doch die Naturkatastrophe durchkreuzte die Pläne: Bis zu drei Meter hoch stand das Wasser durch den Hurrikan im Park. Die Attraktionen wurden so stark beschädigt, dass der Investor den Park nicht wieder aufbauen ließ. 

Hurrikan „Katrina“ wütete 2005 und überflutete den Six Flags Amusement Park in New Orleans.

3. Okpo-Land in Geoje, Südkorea

Eine Achterbahn, ein Karussell, einige kleinere Fahrgeschäfte, das machte den Okpo-Park auf der südkoreanischen Insel Geoje aus. Bis 1999 – dann wurde der Park geschlossen. Seither stehen die Fahrgeschäfte herum und verfallen, der Müll liegt teilweise noch dort, wo er einst bei der ruckartigen Schließung zurückgelassen wurde. 

Der Grund für die Schließung: 1990 und 1999 war jeweils ein kleines Mädchen durch ein Fahrgeschäft tödlich verletzt worden. In beiden Fällen war es das gleiche Karussell. Während der Betreiber nach dem ersten Tod einfach weitermachte und sich nicht zu dem Vorfall äußerte, wurde der Park nach dem Tod des zweiten Kindes schließlich geschlossen. 

4. Spreepark in Berlin-Köpenick, Deutschland

Es war einst der einzige Freizeitpark in der DDR – und wer weiß, vielleicht gibt es bald eine Renaissance? Der Spreepark im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick wurde 1969 als Kulturpark Plänterwald eröffnet und hatte bis zu 1,7 Millionen Besucher pro Jahr.

Doch nach der Wende kam alles anders, der Park wurde nach westlichem Vorbild umgemodelt, aber die Besucher blieben aus. 2002 ging der Betreiber insolvent, das Areal liegt seither brach. Der Freizeitpark wurde zu einem der spannendsten Lost Places in Berlin. 2014 allerdings hat das Land Berlin die Anlage gekauft – und will sie wieder nutzbar machen. 

Der einstige Vergnügungspark Spreewald in Berlin ist seit 2002 geschlossen.

5. Wonderland in Peking, China

Es sollte der größte Freizeitpark Asiens werden – auf 40 Hektar wurde Wonderland an der Stadtgrenze von Peking in China gebaut. Anfang der 1990er begann das Prestige-Projekt, inspiriert von den großen Disney-Parks weltweit. Doch irgendwann ging dem Investor Reignwood Group das Geld aus – und es kam zum Streit über Grundstückspreise mit den ansässigen Bauern.

1998 wurde der Bau gestoppt – da war Wonderland schon fast fertig. Seither verfällt die Anlage, Unkraut wuchert auf den Metall-Ruinen, die einst Fahrgeschäfte waren, aber nie ihrem eigentlichen Zweck entsprachen.

Wonderland sollte der größte Freizeitpark Asiens werden, doch wegen Streitereien zwischen den Investoren wurde der halb fertige Park nie eröffnet.

Das Areal ist verwaist und verwahrlost, Schilder warnen vor Giftstoffen auf dem Gelände. Ob es je wieder nutzbar sein wird, ist unklar. In den vergangenen Jahren haben sich allerdings immer wieder Obdachlose in den noch stehenden Gebäuden aufgehalten.

6. Geauga Lake Amusement Park in Aurora, USA

Der Geauga Lake in Ohio war so alt wie nur wenige Freizeitparks: Bereits 1889 eröffnete der Park am gleichnamigen See als Freizeitpark. 120 Jahre lang hatten Familien hier Spaß, fuhren Achterbahn und erfreuten sich an Karussells und Spaßbuden.

Doch Ende der 1990er-Jahre lief es nicht mehr so gut für den Park. Der neue Betreiber Six Flags installierte zwar noch vier neue Achterbahnen, doch die Besucher blieben aus. 2005 wurde der Wasser-Park Wildwater Kingdom eröffnet, auf dem gleichen Areal. Doch nur zwei Jahre später gaben die Investoren auf: Am 16. September 2007 schloss der Geauga Lake Amusement Park, der im Laufe der Jahre vier verschiedene Namen hatte. 

Auch dem neuen Wildwater Kingdom mit drei Pools und 15 Wasserrutschen erging es nicht viel besser. Keine zehn Jahre später, am 5. September 2016, gingen auch hier die Tore für immer zu. 

7. Encore Garden in Taichung, Taiwan

Es war einmal ein überaus beliebter und berühmter Freizeitpark – doch dann kam die Natur und zerstörte ihn. Encore Garden in Taichung in Taiwan war nicht nur für seine Karussells, seine Spielplätze und sein Theater berühmt, sondern hatte für die damalige Zeit einige technische Attraktion: So gab es etwa ein Kino auf einem Wasservorhang, der als Leinwand fungierte. 

Doch im September 1999 bebte die Erde in Taiwan – rund 2.400 Menschen verloren ihr Leben. Und Encore Garden wurde zerstört. Die Betreiber bauten den Park unter schwierigen Bedingungen zwar halbwegs wieder auf und eröffneten ihn auch wieder teilweise – doch an die glanzvollen Zeiten konnte man nicht mehr anknüpfen. 2008 war dann auch Schluss, dem Investor ging das Geld aus und die Besucher blieben ohnehin aus. 

Obwohl das Gelände immer noch privat und der Zutritt daher nicht gestattet ist, wurde Encore Garden mit den Jahren zu einem beliebten Foto-Spot. Einige Jahre gab es sogar Touren, doch das wurde inzwischen eingestellt. 

8. Camelot Theme Park in Chorley, England

Der Camelot von König Artus diente als Vorbild für diesen Spaßpark in England– Ritterburgen und Mittelalter-Flair versprach er. 1983 eröffnet, doch die Besucher in der Grafschaft Lancashire unweit von Liverpool freundeten sich gar nicht an. Sie wählten den optisch schönen Park sogar zum schlechtesten Freizeitpark Europas! 

Nach 30 Jahren war daher Schluss. Viele Attraktionen wurden an andere Parks verkauft, doch einige wie eine alte Achterbahn oder das prächtige Ritterburg-Eingangstor stehen noch. Letzteres wird inzwischen häufig von Künstlern genutzt – und dient als Fotomotiv für Instagrammer und andere Besucher.

9. Dreamland in Nara, Japan

Das Nara Dreamland in Japan war dem kalifornischen Disneyland nachempfunden: viel Pink, viel Rosa, viele Schlösser. 1962 wurde er eröffnet, damals sogar in Zusammenarbeit mit dem Kreativteam des Disneylands. Doch während der Bauarbeiten kam es zum Streit und das Nara Dreamland musste sich eigene Tiere und Maskottchen ausdenken. 

Bis zur Eröffnung des Disneylands in Tokio im Jahr 1983 war der Park sehr beliebt bei Einheimischen und Besuchern – doch danach nahm das Interesse enorm ab. Als 2001 nur rund 40 Kilometer entfernt die Universal Studios in Osaka eröffneten, war es endgültig vorbei mit Dreamland. Am 31. August 2006 wurde der Park geschlossen.

Für viele Besucher hat der Park, der inzwischen teilweise abgerissen worden ist, dennoch Charme. Sie wagen sich auf das private Gelände vor, um auf alten Karussells für ein Instagram-Foto zu posieren oder auf die einstige Achterbahn zu klettern. 

10. Land of Oz in Beech Mountain, USA

Jetzt wird es richtig spooky: Das Land of Oz in North Carolina hat sich nämlich noch eine Seele bewahrt. 40 Jahre nach der Schließung hat der Park plötzlich wieder an wenigen Tagen im Jahr geöffnet – und erweckt Dorothy wieder zum Leben.

1970 wurde der Park nach dem Film „Der Zauberer von Oz“ aufgebaut, bekannt war er für die Märchenfiguren, ein Schloss und seinen eigenen gelben Pflasterweg. Doch dann starb 1975 der Besitzer und es brach ein Feuer aus. Noch heute hält sich das Gerücht, dass ein Angestellter das Feuer gelegt habe.

Der Park eröffnete wieder, doch die Besucher blieben aus – finanzielle Probleme führten zur Schließung im Jahr 1980. Im vergangenen Jahr jedoch wurden Teile des Parks an wenigen ausgewählten Tagen wieder freigegeben, zusammen mit Dorothy waren einzelne Attraktionen wieder zu sehen. Auch für 2020 gibt es elf Termine im Juni, Juli und September.