Hotel, Flüge, Ausflüge und Exkursionen, Reiseimpfungen, vielleicht noch ein Mietwagen: So ein Urlaub kann teuer werden. Solch eine große Summe auf einmal zu begleichen ist für viele nicht einfach. Doch es gibt eine Lösung: Einige Plattformen und Anbieter haben ein „Buche jetzt, zahle später“-Modell. 

Wie „Lonely Planet“ berichtet, hatte eine Studie der Atmosphere Research Group ergeben, dass rund 41 Prozent der Reisenden gern auf Raten-Modelle zurückgreifen würden, wenn ihre Reise mehr als 2000 US-Dollar, rund 1800 Euro, kostet. Für Amerikaner gibt es bereits vier Buchungsportale, bei denen eine spätere Zahlung möglich ist.

Deutsche buchen eher Urlaub, wenn sie nicht gleich bezahlen müssen

Aber auch in Deutschland, Schweden und Großbritannien hatten Umfragen Ähnliches ergeben. Der Finanzdienstleister Klarna hatte in einer Studie herausgefunden, dass Kunden angesichts der hohen Kosten vorab Unbehagen bei der Urlaubsplanung verspürten. Zudem sagten die Teilnehmer, sie würden eher eine Reise buchen, wenn sie diese in Raten und nicht auf einen Schlag abbezahlen müssten.

Eine der berühmtesten Plattformen ist Expedia. Während es die „Book now, pay later“-Funktion in den USA bereits seit 2016 gibt, wurde sie im April 2019 auch in Deutschland eingeführt. In den USA arbeitet Expedia mit dem Online-Darlehensdienst Affirm zusammen, in Deutschland ist die spätere Zahlung bei der gesamten Gruppe, zu der expedia.de, hotels.com und ebookers.com gehören, über den Bezahldienst Klarna möglich.

Kunden können wählen, ob sie den Rechnungsbetrag stückeln und in bis zu 24 Monaten in Raten abbezahlen oder ob sie den ganzen Betrag bis zu 60 Tage nach der Reise überweisen. Das Angebot gilt für Flugbuchungen, Hotelbuchungen und Kombi-Buchungen von Hotel und Flug; Pauschalreisen sind derzeit noch ausgenommen. Eine Mindestsumme gibt es nicht.

Condor hat Raten-Modelle eingeführt

Auch einzelne Airlines bieten ein solches Modell an: Bei Condor lässt sich der Flugpreis auch in Raten bezahlen, wenn er höher als 50 Euro ist. Condor arbeitet mit dem Dienstleister Billpay zusammen, die Raten können drei, sechs oder zwölf Monate laufen – je Monat Laufzeit wird ein Prozent des Reisepreises zusätzlich als Gebühr verlangt. Außerdem wartet ein hoher Zinssatz, der Flug wird insgesamt also deutlich teurer.

Die Thomas-Cook-Gruppe war Vorreiter – bis zur Pleite

Die Thomas-Cook-Gruppe war eine derjenigen Gesellschaften, die bei allen Partnern, dazu gehören auch Bucher und Neckermann, mit Ratenzahlungen geworben hat. Durch die Insolvenz des britischen Mutterkonzerns ist das allerdings nicht mehr möglich.
Auch die Thomas-Cook-Gruppe arbeitete mit Billpay zusammen. 

Die großen Buchungsportale Holidaycheck, Check24, Opodo und Ab in den Urlaub machen indes nicht mit. Auch die Flugsuchmaschine Skyscanner hat keine solche Option – da die Flüge nicht über das Portal, sondern die jeweiligen Reiseanbieter bezahlt werden, unterliegt Skyscanner deren Richtlinien.