Jeeps, die im Wasser versinken. Camps, deren Inventar mit Schlamm überzogen ist, Computer, Pässe und Kameras, die einfach weggespült werden. In Kenia stehen erneut Safari-Destinationen komplett unter Wasser!

Am Donnerstag wurden zehn Camps in der Masai Mara geflutet, Touristen mussten auf Stühlen übernachten, ehe sie gerettet wurden. 

Eine Person starb, berichtet die kenianische Zeitung „Daily Nation“. Ein Mann habe versucht, einem Kollegen zu helfen, und sei über eine Brücke gegangen. Doch die Brücke hielt den Wassermassen nicht stand und brach zusammen. Dabei wurde der Retter mitgerissen und getötet. Der Mann, den er retten wollte, überlebte indes und kam ins Krankenhaus. 

Eigentlich ist Trockenzeit in Kenia – doch es regnet seit Monaten

Bereits im vergangenen Herbst regnete es außerordentlich viel. Lodges am Fluss Samburu im Norden des Landes, wo sich einige Nationalparks und Reservate befinden, wurden weggespült, einige sind auch nach zwei Monaten immer noch mit Renovierungsarbeiten beschäftigt.

Auch wenn die großen Wassermassen inzwischen abgezogen sind, noch immer kommt es zu dramatischen Situationen. So musste jüngst eine Baby-Giraffe gerettet werden, die vom Strom des Samburu mitgerissen wurde. Viele Nationalparks leiden unter den ungewöhnlichen Wassermassen, Wege sind gesperrt oder nicht mehr passierbar. 

Auch den Amboseli-Nationalpark, berühmt für die riesigen Elefantenherden vor dem Kilimandscharo, traf es hart. Über Wochen konnte der Flugplatz im Park nicht angesteuert werden, auch hier wurden Unterkünfte vorübergehend geschlossen. 

Wegen Überschwemmung: Zehn Lodges in der Masai Mara evakuiert

Nun also Kenias größtes und berühmtestes Schutzgebiet, die Masai Mara, die sich nördlich an die Serengeti anschließt. Obwohl seit mehr als einem Monat eigentlich Trockenzeit ist, regnete es zuletzt so stark, dass der Fluss Talek über die Ufer trat, zehn Unterkünfte, die am Fluss liegen, wurden geflutet. 

Für die Touristen ging es immerhin halbwegs glimpflich aus – auch wenn sie sich anderes von ihrem teuren Safari-Urlaub erhofft hatten. Aufnahmen aus dem Tipilikwani Camp zeigen, wie Touristen auf Stühlen und Mauern sitzen, um sich vor dem Wasser im Hotel zu schützen. Die gesamte Umgebung ist ein reißender Fluss.

Safari-Touristen wurden im Schlaf von den Wassermassen überrascht

Andere Bilder zeigen, wie Ranger und Mitarbeiter Menschen festhalten, während sie gegen den Strom durchs knietiefe Wasser gehen. Laut einem Journalisten der „Daily Nation“, der gerade Urlaub in diesem Camp macht, sei erst Stunden nach der Flut, die am frühen Donnerstagmorgen den Höchststand erreichte, Hilfe eingetroffen. Einige Camps seien geräumt, Touristen und Mitarbeiter in Sicherheit gebracht, andere warteten noch auf die Evakuierung. 

Der Camp-Manager rechnet mit einem Schaden von mehreren Millionen Kenia-Schilling. Inwiefern Gäste, die eine Unterkunft in den betroffenen Camps gebucht haben, untergebracht werden können, ist noch unklar.